Nr. 31/2016 vom 04.08.2016

American Horror Story

Der demokratische Parteitag changierte zwischen schrillem Kindergeburtstag, Gruselkabinett und Lügenparade. Die Feministin Laurie Penny erklärt, warum die AmerikanerInnen nun trotz allem Hillary Clinton wählen sollten.

Von Laurie Penny, Philadelphia

«Amerika ist gross, weil Amerika gut ist.»
Hillary Clinton

«Wir träumen von einem brandneuen Anfang
Aber wir träumen – grösstenteils – im Dunkeln»

Lin-Manuel Miranda, «Hamilton»

Als Kind habe ich immer halb vermutet, dass Amerika gar nicht echt sei. Es musste eine Erfindung sein. Es war eine zu gute und zu simple Story, als dass sie in der alltäglichen Welt von Bushaltestellen, Frühstücksflocken und Erwachsenen, die dich letztlich immer im Stich lassen, einen Sinn ergeben könnte.

Hier zu leben und manchmal hier zu arbeiten, hat mich nicht dazu gebracht, meine Meinung zu ändern. Und gerade jetzt, hinter der Bühne am Parteitag der Demokraten in Philadelphia, kann ich der Story dabei zusehen, wie sie in Echtzeit geschrieben wird.

Ich selber schreibe dies Ende Juli im tropfnassen Flüchtlingszelt, das für die Medien aufgestellt worden ist, während von einem TV-Bildschirm irgendwo ausser Sichtweite die amerikanische Nationalhymne widerhallt. Die letzten zehn Tage habe ich damit verbracht, mich hinter der Bühne der grössten Show der Welt blenden zu lassen. Die US-Politikmaschine testet gerade den Pilotfilm ihrer nächsten Staffel. Vor einer Woche zogen 10 000 furchterregende Republikaner eine unverblümte Schau mit Titten, Zähnen und Munition auf. Sie gingen mit Angst und viel Fahnengewedel hausieren und mit dem Versprechen, alles irgendwie Irritierende mit einer grausamen Rache einzudecken: deine migrantischen NachbarInnen, Frauen, die sich über ihre vorbestimmte Stellung erheben, oder die Tatsache, dass man auf seine Umgangsformen achten sollte.

Laurie Penny, feministische Aktivistin und Autorin. Foto: Ullstein

Diese Woche sind die Demokraten dran, mit ihren müde wirkenden Ensemblemitgliedern, die Dialogzeilen wiederholen, die schon beim ersten Mal abgedroschen klangen. Dazwischen treten beliebte Celebrities auf, alle in der Hoffnung, dass die Sender ihre Shows nicht absägen. Sie haben das Drehbuch, und sie haben die Stars, aber sie suchen immer noch nach dem richtigen dramaturgischen Bogen, denn das amerikanische Publikum verliert gerade rasend schnell seine Bereitschaft, ihnen die Geschichte weiterhin abzukaufen. Das ist nicht die Politik, wie ich sie von zu Hause kenne. Das ist etwas ganz anderes. Es ist Pantomime.

Es gibt diesen bestimmten Blick, den ich auch bei anderen ausländischen JournalistInnen beobachtet habe, die mit mir die beiden Parteitage besuchten, und es ist genau das – nur ein Blick. Manchmal wird er begleitet von so etwas wie einem entsetzten, händeringenden halben Achselzucken, denn manchmal gibt es schlicht keine Worte mehr, selbst wenn es welche geben müsste, weil, na ja, so bezahlen wir nun mal unsere Miete.

Wie kann man den choreografierten Irrsinn dieses ordinären, brotlosen Zirkus nur in Worte fassen? Wie sollen wir überhaupt noch wie Menschen miteinander kommunizieren, während wir hier gefangen sind, schwitzend auf dem Boden der Traumfabrik, derweil sie Ansteckknöpfe und Baseballmützen verteilen, die mit leeren Slogans zugetextet sind? Das alles erinnert mich an ein Open-Air-Festival, bis hin zu den überteuerten Snacks, der komplizierten Zugangskontrolle, dem permanenten Gefühl, dass dich das Wetter umzubringen versucht, und der Tatsache, dass die gängigen Regeln irgendwie aufgehoben scheinen, während wir uns gleichzeitig – nur kurz – vormachen, dass eine andere Welt möglich wäre. Eine Welt, in der die politischen Verfahren einfach und unverkäuflich sind und in der starke Führerfiguren tatsächlich dafür sorgen können, dass sich die Dinge zum Besseren wenden. Eine Welt, in der Hoffnung noch möglich ist und unsere Stimme zählt und wir alle, wie der Dichter Philip Larkin einmal schrieb, die lange Rutschbahn zum Glück hinuntergleiten, ohne Ende.

In Britannien läuft das anders. Habt ihr unsere Politiker gesehen? George Osborne sieht aus, als habe er schon so lange gelogen, dass seine zwei Gesichter wie verrückt auseinanderstreben, weil sie es einfach nicht mehr ertragen, auf dem gleichen Kopf zu sitzen. Boris Johnson ist das, was passieren würde, wenn man Donald Trump zu früh aus dem Ofen genommen hätte und ihn dann auf einem englischen Rasen verrotten liesse.

Und dann sind da noch unsere politischen Anlässe. Parteitage in Britannien sind stiere, stickige Angelegenheiten, die in Küstenstädten abgehalten werden, wo verquetscht aussehende Leute in Anzügen an runden Tischen warme Quiches essen, während draussen Protestgruppen vollgeregnet werden. Ich war schon einige Male dabei. Eine Show aufzuziehen, beschränkt sich bei uns normalerweise auf Parteien, die in einem lokalen Restaurant hocken, dazu gibts ab und zu einen Gratiscocktail aus Champagner und Orangensaft, während draussen zickige KorrespondentInnen am Rauchen sind und darauf hoffen, dass sich der stellvertretende Parteichef blicken lässt oder vielleicht, wenn wir Glück haben, Schauspieler Tony Robinson von der TV-Serie «Time Team».

In Amerika dagegen ist «party» ein Verb.

Amerikanische PolitikerInnen wissen, dass sie im Showbusiness sind, und sie haben meistens auch die furchteinflössenden Zähne und Frisuren, um es zu bezeugen. Ein paar von ihnen schaffen es sogar zum Charakterdarsteller. Die Parteitage sind die Pressevorführungen. Pailletten, Gefunkel, verrückte Versprechungen, deine Lieblingsstars, die Pizza kostet sieben Dollar die Schnitte, das Stadion ist hell erleuchtet, Ballone fallen wie Plattitüden von der Decke, eine Kamera zoomt auf die Delegierten, die weinen vor Freude.

Es ist alles darauf ausgerichtet, dass du dich gut fühlst. Die Frage ist bloss: Auf welche Art willst du dich gut fühlen?

Donald Trump macht, dass du dich gut fühlst wie nach einer Linie Kokain oder während dem Orgasmus beim Seitensprung. Seine aufgeblähte Stolzbeschwörung spricht das eingeschüchterte, begehrende Tier in uns allen an, das heute für Kuchen stimmen und es den anderen so richtig besorgen will. Warum? Weil es gut tut und weil es sonst so wenig gibt, das gut tut.

Und die Demokraten? Die machen, dass du dich gut fühlst.

Sie machen, dass du dir würdig vorkommst, und rein und moralisch, oder wenigstens, dass du das alles sein könntest, wenn du dir nur Mühe gäbest. Sie machen, dass du dich wie ein guter Mensch fühlst, weil du versuchst, einer zu sein. Sie geben dir das Gefühl, dass der Liberalismus eine Position ist, die einen Sinn ergibt. Alle wollen glauben, dass sie gute Menschen sind. Amerikaner wollen es vielleicht etwas mehr glauben als alle anderen, weil ihr Land sowohl der Welt da draussen wie den eigenen Leuten einige sehr schlimme Dinge angetan hat, im Namen eines Traums, der für Millionen weiterhin ein Albtraum ist.

Die USA sind im Wesentlichen immer noch eine Nation von PuritanerInnen. Darum wirkt dieser Parteitag in jedem Moment wie eine Kreuzung aus einem Rockkonzert und einer Erweckungskirche. Die USA sind durchtränkt von der Sprache der Religion und ihren Praktiken und wollen mit aller Gewalt an ihre eigene Güte glauben. Am ersten Tag des demokratischen Parteitags wurden Schilder verteilt mit der Aufschrift «Love Trumps Hate» (Liebe übertrumpft Hass). Am zweiten Tag sagten sie «Do the most good» (Tue mehr Gutes als alle anderen). Die meisten Slogans klingen, als ob man sie direkt aus der Bibel abgeschrieben hätte – die Good-News-Ausgabe, nicht die King-James-Bibel. Die Demokraten sind immer noch dabei, einer argwöhnischen, skeptischen Gemeinde, die langsam den Glauben ans Jenseits verliert, die Evangelien aufzuschwätzen. Unterdessen sind die Republikaner tollwütig geworden und lesen aus der Apokalypse nach Johannes.

Wie jede Geschichte, die in einem religiösen Mäntelchen daherkommt, sind diese Präsidentschaftswahlen ein Märchen. Und zwar ein Märchen, das wie alle Märchen den Zweck hat, verlorenen, verängstigten Kindern beizubringen, dass die Dunkelheit besiegt werden kann, wenn sie sich nur anständig benehmen und auf die Älteren hören. Es ist nicht nur deshalb ein Märchen, weil keine Nation ein Monopol auf die Moral hat, sondern weil keine Nation die menschliche Tugend für sich gepachtet hat, weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. «Das tapfere Amerika» ist eine Gutenachtgeschichte, wie man sie verschreckten Kindern erzählt, die genau wissen, dass die Monster echt sind. Aber einen Moment lang wünschte ich mir vorhin trotzdem, Obama würde mich ins Bett bringen und in den Schlaf singen.

Präsident Barack Obama ist ein Mann, der auf diese Welt gesetzt wurde, um den langsamen sozialen Wandel aufregend erscheinen zu lassen. Ich sah seine Rede auf einem riesigen Fernsehschirm in einer Bar voller erschöpfter Journalisten aus aller Welt. Und plötzlich erinnerte ich mich daran, was es bedeutete, als ich mir 2008 im unglaublich schmutzigen Eingangsbereich der Londoner U-Bahn-Station Turnpike Lane den Livestream von Obamas Wahl anschaute und plötzlich auf eine sehr vage, kindliche Art an die Hoffnung glaubte. Hoffnung ohne Gefühl ist ein Geschöpf mit Federn, aber ohne Knochen. Ich spürte, wie mein Herz unter den Rippen zuckte. Ich war stolz, Amerikanerin zu sein … Es dauerte geschlagene zehn Minuten, bis mir wieder einfiel, dass ich das ja gar nicht war.

Hier geht es nicht um praktische Politik. Hier geht es um pures Theater, um die reinste Mythenfabrik in einem Land, das sich seit jeher am Leben erhält, indem es sich selber ein Liedchen vorsingt. Ein Land mit 300 Millionen Seelen und einer halben Milliarde Schusswaffen: zerrissen von Gewalt und Ungewissheit, zusammengehalten von Pomp, den Umständen und herzlich wenig anderem. Was an diesen Parteitagen zur Schau gestellt wird, unterscheidet sich fundamental von der Politik, wie sie sich Tag für Tag und Monat für Monat als sehr konkrete Kraft im sehr konkreten Leben der Menschen zeigt. Die Parteitage sind ein Blasenuniversum, in dem wir alle – die Presse und die Öffentlichkeit und die PR-Abteilungen und die vom Regen durchnässten dahergelaufenen Lakaien – versuchen, an Marionettenfäden zu schweben, die wir aus unserem schieren Unglauben geflochten haben. Wir wissen, dass man uns anlügt. Diejenigen, die sich über die Lügen beschweren, haben etwas nicht begriffen.

Natürlich lügen dich die Demokraten an. Und natürlich tut das mehr weh als die dummdreisten Lügenpirouetten eines Trump mit seiner Knalltütenrhetorik. Was habt ihr erwartet? Was hier abgeht, ist mehr als nur lügen. Hier werden Geschichten erzählt. Jede parteitreue Rednerin, jeder loyale Parteisoldat, die hier wie in Holz gehauene SchauspielerInnen mit rosigen Wangen und quasi an einem Hebebaum auf die Bühne gehievt werden, erzählen dir Geschichten. Theoretisch ist es ja dasselbe. Aber Geschichten erzählen ist grösser und merkwürdiger als lügen. Gerade so wie Krieg eine grössere und merkwürdigere Sache ist als Mord.

Du sollst nicht lügen. Aber bei der Parteipolitik geht es um öffentliches Mythenbasteln und um Manipulationen, die so massiv sind, dass sie das schiere Konzept der Lüge direkt zermalmen. Im Autorenzimmer der US-Politik sind die DrehbuchautorInnen längst jenseits der Lüge angelangt und widmen sich stattdessen dem Wahrheitsmanagement. Sie kreieren eine Superstory, die alle anderen Geschichten erklären und aufsaugen kann. Die uns dazu bringt weiterzublättern, im Wissen darum, dass wir uns das Abenteuer nie wirklich selber aussuchen können.

Hier kommt sie. Hier ist die Story, die die DemokratInnen uns verkaufen wollen. Sie können weder die USA noch die Welt davon überzeugen, dass der Liberalismus plausibel ist und der Wandel auf eine Art und Weise kommen wird, die einen wirklichen Unterschied für Abermillionen Menschen bedeutet. Was man uns stattdessen in einem ganz praktischen Sinn anbietet, sind Überbleibsel der Demokratie gegen die Gewissheit der Diktatur. Die DemokratInnen offerieren uns eine Zukunft, die nicht ganz so schnell ganz so schlimm ist. Das ist ein harter Brocken. Und deshalb werden sie versuchen, die Sache geschickt in eine andere Richtung zu drehen. Hier ist die offene Frage, die nun vor den US-WählerInnen auf dem Tisch liegt und auch das Schicksal der restlichen Welt während der kommenden zehn Jahre bestimmen wird: Was für ein Mensch bist du? Willst du dich gut fühlen oder lieber Gutes tun? Kannst du deinen Stolz runterschlucken, dich ducken und das kleinere Übel wählen?

Die Menschen wollen an etwas glauben. Der Glaube, dass man ein besserer Mensch sein kann, ist nicht die schlechteste der vielen Möglichkeiten, die im Moment vorliegen. Vor allem weil so ein Glaube auf seine ganz eigene Weise irgendwie magisch wirkt. Man kann Dinge so fest und verzweifelt glauben, dass sie halbwegs wahr werden.

Hillary Clinton bietet dir nicht die Vision einer besseren Zukunft. Clinton bietet dir die Vision von dir selber als besserem Menschen. Als einem Menschen, der sich vom augenrollenden, stumm schreienden Bösen abwenden kann. Als einem Menschen, der sich überwindet, mit seinem Abstimmungszettel vor dem Altar der liberalen Doppelbödigkeit und dem verkleideten Wurmfortsatz des amerikanischen Traums den Bückling zu machen, wie sich das für ein gutes Gemeindemitglied gehört. Was Visionen angeht, ist das eine Enttäuschung, die tief sitzt. Ich weiss, dass ihr mehr wolltet. Wir alle wollten mehr. Aber die Alternative ist Angst in der Dunkelheit und eine Horrorstory, deren Erfolgsbedingungen man nur herunterhandeln kann.

Als Kind dachte ich, Amerika sei eine Erfindung. Heute weiss ich, dass das stimmt. Ich war zu Gast im Geisterhaus, wo Hunderte Millionen von ganz gewöhnlichen Menschen in dunklen Winkeln nach einer Geschichte schreien, an die sie glauben können. Sie klammern sich an das, was der Dichter W. H. Auden den «euphorischen Traum» einer alltäglichen Erlösung genannt hat: «Damit wir nicht sehen, wo wir gelandet sind, verloren in einem gespenstischen Wald, Kinder, die sich im Dunkeln fürchten und die noch nie glücklich oder gut waren.»

Die USA waren noch nie glücklich oder gut. Aber wenn dieses Land aufhört zu glauben, dass es glücklich oder gut sein könnte, wird die ganze verdammte Welt darunter leiden.

Dieser Text ist im Original auf www.medium.com erschienen. Übersetzung aus dem Englischen von Florian Keller und Daniela Janser.

Die Prognosen

Clinton liegt klar vorne

Ein Schreckenszenario geistert durch die Medienlandschaft: Donald Trump könnte es schaffen und Präsident der USA werden. Angefeuert wird dieses Szenario von Umfrageergebnissen, die zeigen sollen, wie er gegen Hillary Clinton immer mehr Boden gutmacht und in entscheidenden Swing-Staaten wie Florida hin und wieder sogar in Führung geht. Der linke Filmemacher Michael Moore hat jüngst in einem Blogbeitrag prophezeit, Trump werde die vier hart umkämpften Staaten um die Grossen Seen – Wisconsin, Michigan, Ohio und Pennsylvania – für sich verbuchen und damit entscheidend Terrain gegen Clinton gewinnen. Im Rust Belt, wo in den vergangenen Jahrzehnten Hunderttausende Jobs in der Stahl- und Autoindustrie verschwanden, sei die Stimmung gegen das Establishment, das von Clinton verkörpert wird, besonders stark. Trump bewirtschaftet diese Klientel konsequent. Immer wieder weist er darauf hin, dass Clinton sich für Freihandelsverträge der USA mit anderen Staaten eingesetzt hat, was heimische Jobs gekostet habe. Mit seiner Rhetorik gegen Mexiko und China, denen die US-Politik angeblich alle Türen öffne, aber auch mit seinen Ausfällen gegen verschiedene Minderheiten im Land preist er sich als so etwas wie die letzte Hoffnung des «angry white man» an. Die weissen Wutbürger, so die Vermutung von Moore, werden durch Trump mobilisiert und in Massen zur Urne strömen.

Moores Argumentation scheint auf den ersten Blick einzuleuchten. Trumps grösster Trumpf ist das verbreitete Misstrauen gegen Clinton. Dennoch: Laut den Prognoseinstituten, die die täglichen Umfragen gewichten und einordnen, liegt Clinton deutlich besser im Rennen. Ihre Chance, die Wahl zu gewinnen, wurde am Dienstag dieser Woche auf Werte zwischen 68 Prozent (Five Thirty Eight) und 82 Prozent (Princeton Election Consortium) beziffert. Trump konnte zwar im Nachgang zum Parteikongress der RepublikanerInnen in den Umfragen zulegen, weil er in dieser Zeit von den Medien deutlich mehr Beachtung erhielt als Hillary Clinton. Doch inzwischen macht Clinton, dank des demokratischen Konvents, wieder Boden gut. Zudem ist es Clinton am Parteitag der Demokraten gelungen, die drohende Spaltung innerhalb der Partei zu überwinden. Ihr Rivale bei der Vorwahl, Bernie Sanders, hat sich vorbehaltlos hinter sie gestellt, unterstützt wird sie auch von der in der Linken populären Elizabeth Warren. Clinton hat es geschafft, eine breite Koalition hinter sich zu scharen, die bis ins konservative Lager reicht und VertreterInnen vieler Minderheiten wie Latinos und Afroamerikanerinnen mit einschliesst. Wenn diese Koalition es schafft, ihre Basis an die Urne zu bringen, ist Clinton der Sieg sicher.

Derweil polarisiert Trump weiter. Mit seinen Beleidigungen gegenüber den Eltern des gefallenen muslimischen US-Soldaten Humayun Khan, die am Konvent der Demokraten aufgetreten waren, hat er es sich nun auch noch mit Veteranenverbänden verspielt. Die 1,7 Millionen Mitglieder starke Organisation Veterans of Foreign Wars hat seine Attacken am Montag scharf verurteilt. Damit hat Trump ausgerechnet eine Wählergruppierung vergrault, die er bislang mit allen Mitteln an sich zu binden versuchte.

Daniel Stern

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