Nr. 16/2017 vom 20.04.2017

Zugängliche Homeofficegummis

Von Stephan Pörtner

Trotz widriger Umstände lohnt es sich, hin und wieder durchzuatmen, mahnte ein spiritueller Hausierer seine Kundschaft, sofern sie ihm nicht die Tür vor der Nase zuknallte. Das geschah in letzter Zeit seltener, wie er erfreut feststellte. Statt von überforderten Hausmännern und unterschätzten Familienmanagerinnen wurden die Türen zusehends von an den Rand der Erschöpfung geknechteten Homeofficegummis und freibalancierenden Kreativwirtschafterinnen geöffnet. Diese erwiesen sich als äusserst zugänglich für die halbesoterische Dutzendware und auf Fernost gedrehten Kalenderweisheiten, mit denen er seit den siebziger Jahren sein Geld verdiente. Dieses trug er schnurstracks in den Gasthof zum goldenen Schlüssel, wo er einen vergnüglichen Lebensabend zubrachte.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Zugängliche Homeofficegummis aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr