Nr. 25/2017 vom 22.06.2017

Für einen Neandertaler wäre auch Zizek ein «Schneeflöckchen». So what? Die Steinzeit ist vorbei.

Bei der Diskussion über Political Correctness geht es nicht um Denkverbote, sondern um ein obszönes Geniessen. Gerade an Slavoj Zizek lässt sich zeigen: Die Linke sollte bei diesem Potenzgehabe nicht mitmachen.

Von Fabian Ludwig

Fotos: Phive2015 / 123rf.com, Alchetron.com; Montage: WOZ

Die Rede von den politisch Korrekten, die uns angeblich das Denken verbieten wollen, ist zum beliebten rechten Motiv geworden. In einem Essay über die Wirkungsgeschichte dieser Legende hat der Historiker David Eugster gezeigt, wie der Begriff zur rhetorischen Waffe der Rechten wurde, mit der «alle möglichen Formen von missliebigen Meinungen» denunziert werden können (siehe WOZ Nr. 6/2017).

Zwei Fragen blieben dabei offen: Was gibt der Rede von der Political Correctness diese enorme Wirkmacht als ideologische Allzweckwaffe? Und warum greifen in jüngerer Zeit immer mehr prominente Linke ebenfalls zu diesem Narrativ? Gerade seit den US-Wahlen häufen sich Stellungnahmen von linker Seite mit einer frappierend ähnlichen Argumentation.

Der linke Starphilosoph Slavoj Zizek etwa schreibt in der NZZ davon, dass die politisch Korrekten mit ihren Sprachregelungen ein «unterdrückendes Regime der totalen Kontrolle» aufbauten, das jegliche Zweideutigkeit, körperliche Intensität und unverkrampfte Kommunikation verhindern würde. Ins gleiche Horn stiess der britische Comedian Andrew Doyle mit seinem «Appell an die Linke», ebenfalls in der NZZ. Beide äussern die Ansicht, dass Political Correctness und Identitätspolitik mit ihren kleinlichen Anliegen die eigentlichen Probleme (Sexismus, Rassismus) lediglich kaschieren würden, statt sie anzugehen. Anders ausgedrückt: Wenn nur die politisch Korrekten nicht wären, könnte sich die Linke endlich wieder um die wahrhaft linken Anliegen kümmern und echte Veränderungen bewirken.

Witzfigur und Gefahr zugleich

Das Bild, das vom politisch korrekten Menschen gezeichnet wird, ist höchst widersprüchlich. Einerseits ist er eine Witzfigur, ein überempfindliches «Schneeflöckchen». Zugleich ist er eine übermächtige und gefährliche Figur: Er knechtet angeblich die Gesellschaft mit seinen Denkverboten, er zensiert identitätsstiftendes Kulturgut und verhilft Randgruppen zu exzessiven Sonderrechten. Eine politisch korrekte Elite soll also Politik, Medien und Wissenschaft korrumpieren.

Offensichtlich ist hier nicht von einer real existierenden Person die Rede. Vielmehr handelt es sich um eine Kondensation von verwerflichen Eigenschaften in einem Fantasiegebilde. Der gewöhnliche Reflex wäre nun zu zeigen, dass die entsprechend engagierten PolitikerInnen gar nicht so sind, wie in diesem Zerrbild gezeichnet: Wer sich dafür einsetzt, dass im Schulbuch auch von «Astronautinnen» und «Ingenieurinnen» die Rede ist, hat nicht die totalitäre Gedankenkontrolle im Sinn, sondern das Mädchen, dem es damit leichter wird, von einer solchen beruflichen Laufbahn zu träumen.

Doch Zizek selbst hat uns gelehrt, dass ein solches Unterfangen vergebene Liebesmüh ist. Vielmehr muss sich der kritische Blick auf die Funktion richten, die ein solches Fantasiegebilde für eine politische Bewegung übernimmt. Versteht man die Figur des politisch Korrekten als Symptom im psychoanalytischen Sinn, wird seine Funktion für die Rechte wie auch für die Linke ersichtlich.

Heimliche Abfuhr im Symptom

Der Mensch befindet sich stets im Konflikt zwischen verinnerlichten gesellschaftlichen Werten und Wünschen, die mit diesen Werten nicht zu vereinbaren sind. Er befreit sich aus dieser inneren Gespaltenheit, indem er die verbotenen Wünsche verdrängt, ihnen aber im Symptom heimlich doch zur Abfuhr verhilft. Damit wird der innere Konflikt ausgelagert auf einen äusseren Konflikt zwischen einem vermeintlich harmonischen Selbst und einem lästigen Symptom. So erstaunt es nicht, dass sich der Mensch kaum dazu bewegen lässt, seine Symptome aufzugeben – dass er sie in gewisser Weise sogar geniesst. Es handelt sich dabei aber um ein eigenartiges Geniessen. Zizek beschreibt es als unersättlich und obszön, fast ein bisschen schmerzhaft, wie wenn man in einer eitrigen Wunde stochert.

Dieses Geniessen ist nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für eine Gemeinschaft der Grundstein, um die eigene Identität als harmonisch, nicht in inneren Konflikten gespalten zu erleben. Zizek hat dies am Beispiel des Antisemitismus genau aufgezeigt: Der Trick des Antisemitismus bestehe darin, dass die im Wesen des politischen Systems liegende Spaltung der Gesellschaft (die sozialen Unterschiede, die Ausbeutung) ausgelagert werde in eine Spaltung zwischen einer eigentlich homogenen, geschlossenen Gesellschaft und der hinterhältigen Figur des Juden, der diese Gesellschaft korrumpiere.

Die soziale Ausbeutung wird also mit der Fantasie einer harmonischen Gesellschaft überdeckt, indem der Jude als Symptom erschaffen wird. Negative Aspekte des sozialen Antagonismus werden auf ihn verschoben und zusammen mit anderen verwerflichen Eigenschaften zu einer widersprüchlichen Figur verdichtet: Der Jude beutet den Arbeiter aus, er ist zugleich schmutzig und elitär, wollüstig und impotent. Das geteilte Geniessen im Symptom des Juden stiftet ein Gemeinschafts- und Identitätsgefühl: «Wir wären so eine harmonische Gesellschaft – wenn bloss der Jude nicht wäre …» Den Blick von den tatsächlichen Verhältnissen abwenden und dafür an der Illusion einer brüderlichen Gemeinschaft teilhaben: Paradoxerweise funktioniert diese Strategie umso besser, je ungerechter die sozialen Verhältnisse sind.

Der Effekt von geteiltem obszönem Geniessen ist aber bereits in Alltagssituationen ersichtlich, wie dem gemeinsamen Lachen über einen «politisch unkorrekten» Witz, dem Lästern oder Mobben: In einer Ansammlung von atomisierten Individuen, die einander eigentlich nicht viel zu sagen haben, stiftet der geteilte obszöne Genuss die Illusion einer intimen Gemeinsamkeit. Das geteilte Geniessen bildet den Kitt für die rasche Herstellung einer verschworenen Gemeinschaft.

Das Geniessen der Rechten

Die traumatischen Ereignisse und politischen  Bewegungen des 20. Jahrhunderts haben dazu geführt, dass sich die Gesellschaft bestimmte Fantasien und Arten des Geniessens untersagt, die zuvor gemeinschafts- und identitätsstiftend waren. Dazu gehören Fantasien der völkischen Überlegenheit mit ihrem rassistischen Geniessen, aber auch Fantasien über Geschlechtsidentitäten mit ihrem sexistischen Geniessen. Die kapitalistische Ideologie bietet mit den Versprechungen der Konsumgüter und der Fantasie, dass «jedeR es schaffen kann», einen unzureichenden Ersatz.

Nun hat es die Rechte verstanden, wieder Arten des Geniessens einzuführen, an denen sich die meisten Gesellschaftsschichten solidarisch beteiligen können («Wenn nur die Flüchtlinge nicht wären, die Sozialschmarotzer, die Feministinnen …»). Da besagte historische Ereignisse noch nicht allzu weit zurückliegen, besteht aber die Gefahr, dass die Bevölkerung von ihrem Gewissen daran gehindert wird, auf ein solches Geniessen wieder einzusteigen.

Ein raffinierter Schachzug schafft da Abhilfe: Das schlechte Gewissen wird ausgelagert auf den politisch Korrekten, der – noch raffinierter – in der Linken seine Verkörperung findet: «Wenn nur die Linke mit ihrer Political Correctness nicht wäre, könnten wir wieder ungestört geniessen und wären eine harmonische Gemeinschaft.» Aus Einzelfällen, in denen Anstandsregeln zwanghaft angewendet und  vermeintliche Verletzungen übertrieben geahndet werden, wird die monströse Entität des politisch Korrekten konstruiert. Aus einem inneren Dilemma und einer Frage (Darf ich so etwas sagen oder nicht?) wird ein trotziger Ausruf: «Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!» Hier wird auch klar, dass es im Grunde genommen nicht um Denk-Verbote geht wie stets behauptet. Sondern um Geniess-Verbote.

Die Fehltritte der anderen

Der Linken wird häufig vorgeworfen, dass sie die wahren Probleme (mit den AusländerInnen und so weiter) nicht sehen wolle. Der unausgesprochene Vorwurf dahinter lautet aber, dass die Linke die Notwendigkeit von obszönem Geniessen für das Gemeinschaftsgefühl nicht sehen wolle. Nun ist es nicht so, dass es die Linke nicht versucht hätte. Phasenweise gelang es, die Bevölkerung mit der Figur des Abzockers (ohne den wir in einer gerechteren, solidarischen Gemeinschaft leben könnten und so weiter) zu mobilisieren. Wieso aber blieb die Wirkung dieser Strategie so begrenzt? Hier beweist die Bevölkerung ein feines Gespür für die sozioökonomischen Realitäten: Das Problem ist, dass die Figur des Abzockers zu nah bei den Tatsachen liegt – der Abzocker könnte wirklich zurückschlagen. Wenn das Volk die Steuern für Vermögende erhöht oder das Höchsteinkommen in Firmen begrenzt, dann ziehen diese vielleicht  weg, verlagern Jobs ins Ausland, und die Steuereinnahmen sind dahin. Vom Flüchtling, vom Sozialschmarotzer oder vom Filz der Gutmenschen im Establishment hingegen ist ausserhalb der Fantasie keine Rache zu befürchten.

Ganz ohne Geniessen geht es aber auch in der heutigen Linken nicht. Das Geniessen der Linken findet sich in der Satire, einem linken Symptom par excellence, das gerade in politisch frustrierenden Zeiten die bösesten Blüten treibt: Hier können Linke ihrem obszönen Geniessen freien Lauf lassen, sich gleichzeitig aber ihrer anständigen politischen Haltung versichern – denn der böse Witz dient ja vorgeblich gerade dazu, die Verfehlungen der Rechten blosszustellen. Ein ähnlich funktionierendes Beispiel ist das süss-schmerzliche Auskosten von Verfehlungen eines Donald Trump auf Twitter. Hier, im buchstäblich geteilten Geniessen der Fehltritte der anderen, wird eine verschworene linke Einheit geschaffen.

Ganz richtig erkennt Zizek eine Gefahr darin, wenn dieses tendenziell elitäre Gemeinschaftsgefühl zur vorherrschenden Form linker Identitätsbildung wird. Der geeinte Kampf der unterdrückten Gruppierungen, die «Einheit in der Vielfalt», kann pervertiert werden zu einem selbstgerechten Gemeinschaftsgefühl, das sich aus dem herablassenden Blick auf Bevölkerungsgruppen bildet, die «noch nicht so weit sind».

Die unerträgliche Ohnmacht der Linken

Es ist das grundlegende Dilemma der Linken: Sie vertritt die politischen Anliegen des «kleinen Mannes». Gleichzeitig findet sie keinen einfachen Weg, den «kleinen Mann» ins Boot zu holen, das heisst, sie findet keinen Weg, das Geniessen in ihr politisches Programm einzuschreiben, ohne ewiggestrig («Wir, das Proletariat …») oder elitär («Wir, die alle Klischees und Stigmatisierungen schon überwunden haben …») zu wirken.

Gänzlich blossgestellt wurde die Impotenz der Linken in den letzten US-Wahlen. Donald Trump hat die Wahl mit seiner exzessiven Performance des Geniessens und dem damit  gestifteten Gemeinschaftsgefühl gewonnen («Let’s make America great again!»), ohne sich auch nur um den Anschein eines halbwegs konsistenten politischen Programms zu bemühen.

In diesem Zusammenhang klärt sich auch die Kuriosität auf, weshalb gerade jetzt immer mehr prominente Linke säbelrasselnd die Legende vom politisch Korrekten verbreiten. Es geht ihnen darum, der Linken ihre Potenz zurückzugeben: «Wenn die politisch Korrekten da oben mit ihren Scheinlösungen nicht wären, dann wären wir eine geschlossene Linke, die genau weiss, was sie will, und die ihre Anliegen endlich wieder tatkräftig durchsetzen könnte.» Die damit hergestellte Fantasie der geeinten Linken verdeckt ihre tiefe Gespaltenheit in der gegenwärtigen politischen Lage. Besonders aufschlussreich ist dieses Phänomen, wenn der Absender solcher Voten Slavoj Zizek heisst.

Ein Fetisch namens Zizek

In den letzten Jahren ist Zizek zunehmend in die Kritik geraten. Vor allem seine Wortmeldungen zur europäischen Flüchtlingskrise mit der Forderung nach Verteidigung der kulturellen Identität Europas warfen Fragen auf. Während sich Zizek unverändert entschieden als Linker definiert, wird er in manchen linken Blogs bereits zur neuen Rechten gezählt. Das mag schlicht falsch sein, ist aber doch Ausdruck eines verbreiteten Empfindens, dass sich bei Zizek irgendetwas nicht richtig anfühlt.

Auch hier bringt die Frage nach dem Geniessen Klärung. Der Hype um Zizek gründet nämlich nicht zuletzt auf seiner Funktion als Fetisch für die Linke. Er ermöglicht gleichzeitig die Teilhabe an verbotenem Geniessen wie auch die Absolution einer lupenreinen politischen Haltung: Zizek macht sich über die LGBT-Bewegung lustig – um sie vor einem neuen Elitarismus und Rassismus zu bewahren. Er plädiert für das Erzählen rassistischer Witze – um verborgenen Rassismus sichtbar zu machen und verändern zu können. Gerade der schärfste Kritiker der Political Correctness liefert also den Deckmantel, unter dem das obszöne Geniessen vergangener Tage «politisch korrekt» erscheinen kann.

Zizeks Kommentare im Feuilleton können als Versuch angesehen werden, der Linken ihre Potenz zurückzugeben, indem er ihr obszönes (rassistisches, sexistisches) Geniessen wieder ermöglicht – denn erst dann, so die gängige Begründung, liegen die Probleme wieder auf dem Tisch, erst dann können wir sie überhaupt erst wirklich verändern, erst dann können wir uns wieder unverkrampft verständigen. Für das linke Dilemma – entweder aufs obszöne Geniessen umsatteln oder bei linken Werten bleiben und das Feld des Geniessens halt den rechten PopulistInnen überlassen – präsentiert Zizek scheinbar die Quadratur des Kreises: obszön geniessen wie zu alten Zeiten und gerade dadurch linke Werte vertreten.

Das Problem dabei ist, dass diese Rechtfertigung im Bereich der Satire funktionieren mag, nicht aber im politischen Kampf. Rassistische und sexistische Aussagen verletzen, selbst wenn sie mit linken Werten gerechtfertigt werden. Da hilft es nicht, wenn Zizek den verletzten Menschen Überempfindlichkeit attestiert. Für einen Neandertaler wäre sicher auch Zizek ein «Schneeflöckchen». So what? Die Steinzeit ist vorbei, die Konventionen des Anstands und gegenseitigen Respekts haben sich verändert. Ja, es gibt die von Zizek beschworenen Situationen, in denen das gegenseitige Necken mit rassistischen Klischees befreiend wirken und der Völkerverständigung dienen kann. Eine befreiende Wirkung kann eine solche Bemerkung aber eben nur dann haben, wenn sich beide Seiten der gemeinsamen Grundlage sicher sein können, dass die Zeiten des tatsächlich ausagierten Rassismus vorbei sind. Und es ist einleuchtend, dass darüber diejenige Partei entscheiden muss, die von tatsächlichem Rassismus schon betroffen war.

In Interviews erzählt Zizek oft von einem – für ihn – schockierenden Erlebnis an einer US-Universität. Mitten in seiner Vorlesung stand eine junge schwarze Frau auf und sagte: «Schauen Sie, ich bin schwarz, ich bin eine Frau, ich bin alleinerziehende Mutter, ich habe Aids – und ich bin mit Ihnen absolut nicht einverstanden, verstanden?» Dass dies von anderen Studierenden als berechtigter Einwand akzeptiert wurde, wertet Zizek als Rückkehr in die Barbarei: Es zählten nicht mehr das Argument und die  Vernunft, sondern die Position des Aussagenden beziehungsweise sein Opferstatus.

Gerade in den USA scheint es solche Tendenzen tatsächlich zu geben, aber diese Episode lässt sich auch in einem anderen Licht sehen. Vielleicht richtete sich der Einwand gar nicht so sehr gegen Zizeks Argumentation an sich, sondern vielmehr gegen sein Agieren – dagegen, dass er der Linken wieder obszönes Geniessen vergangener Tage ermöglicht. So gesehen ergibt ihre Argumentation durchaus Sinn: «Es fällt mir schwer, Ihrer Argumentation inhaltlich etwas zu entgegnen. Aber wie schlüssig Ihre Rechtfertigung auch sein mag, als schwarze Frau kann ich mich an diesem Geniessen nicht beteiligen, und ich bin nicht damit einverstanden, dass die Gesellschaft aus irgendwelchen Gründen dorthin zurückkehrt.»

Was soll die Linke tun?

Kurz also: Den politisch korrekten Menschen gibt es nicht. Die Rede von den politisch Korrekten dient der Rechten dazu, das schlechte Gewissen der Bevölkerung auf die Linke auszulagern, um wieder in altbewährter Weise gemeinsam geniessen zu können und sich dabei mit sich im Reinen zu fühlen. Aber auch für die Linke hat die Legende von den politisch Korrekten die Funktion, ihr wieder die  Fantasie einer geeinten, potenten Bewegung zurückzugeben.

Dieses eben nur vermeintlich radikale Potenzgehabe birgt die Gefahr, dass die Linke wichtige Werte vernachlässigt, wie die Unterstützung des gemeinsamen Kampfs der Unterdrückten und das beständige Engagement für eine Aufrechterhaltung fundamentaler Regeln des Anstands und des gegenseitigen Respekts.

Der bessere Weg ist vielleicht, dass die Linke ihre Identität gerade aus ihrem Potenzproblem bezieht: Die Linke ist die politische Bewegung, die das obszöne Geniessen nicht in ihr Programm einschreibt. Sie stützt sich nicht auf alte und neue Fantasiegebilde, sondern stellt sich den drängenden Fragen unserer Zeit.

Fabian Ludwig ist Arzt und Mitglied des Psychoanalytischen Seminars Zürich (PSZ).

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