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WoZ-Online
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25.10.2001
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Die IRA entwaffnet sich Das letzte Hurra der Parlamentarier |
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Pit Wuhrer |
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Am Montag verkündeten die Chefs die «bahnbrechende» Initiative, am Dienstag folgte der Armeerat bei Fuss: Die irisch-republikanische Untergrundorganisation IRA setzt ihre Waffen zumindest grossteils ausser Gebrauch. Und nicht einmal David Trimble, der wegen der Waffenfrage von seinem Amt als Regionalpremier zurückgetreten war und letzte Woche die nordirische Regionalregierung hatte platzen lassen, zweifelt noch am ernsthaften Friedenswillen der IRA.
Trimble wusste natürlich wie viele andere auch , dass es einmal zur Entwaffnung der IRA kommen würde. Schon vor Jahren hatte die fast personalidentische Führung von IRA und Sinn Féin, dem politischen Flügel, erkennen lassen, dass der Krieg für sie endgültig vorbei ist. Militärisch war der Kampf gegen die Briten ohnehin nicht zu gewinnen. Durch eine breite politische Front, die von Belfast über Dublin bis Washington reicht, sollte jenes Ziel durchgesetzt werden, für das Generationen von IRA-Freiwilligen vergeblich gefochten hatten: die Vereinigung Irlands. Um diese Allianz zu schmieden, warf die Sinn-Féin-Führung allmählich alles über Bord, was früher für unumstösslich gegolten hatte: Sie akzeptierte die Existenz Nordirlands, beteiligte sich an Wahlen und nahm sogar hin, dass die unionistisch-protestantische Bevölkerungsmehrheit über den Status von Nordirland befinden darf. In der seit 1999 amtierenden Regionalregierung ist Sinn Féin mit zwei Ministern vertreten. Waffen waren für all dies wahrlich nicht nötig. Das Problem war nur: Wie erklärt man der Basis solch rasante Schwenks? Gerry Adams und Martin McGuinness griffen zu einem Trick: Ihr Parlamentarismus sei nur ein Schachzug, zur Not könne man immer noch zu den Waffen greifen. Dieses Vorgehen erklärt, weshalb die IRA nicht sofort ihr Arsenal vernichtete. Dazu kamen die vielen Angriffe der protestantischen Todeskommandos und die zahllosen Ultimaten der protestantischen Politiker. Es dauerte also eine Weile, bis die Basis zu diesem Schritt bereit war. Erst als das Friedensabkommen zu kippen schien und die politischen Felle wegzuschwimmen drohten, setzte sich die Führung durch. Nun müssen die VertreterInnen des parlamentarischen Wegs beweisen, dass sie ein vereintes Irland mit ihren Mitteln erreichen können. Sicher ist, dass diese IRA nie wieder in den Kampf ziehen wird. Aber es gibt ja auch noch andere IRAs. Die «Real IRA» zum Beispiel nimmt nur zu gern frustrierte Freiwillige auf. |
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