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Taliban-Soap
Afghanin liebt Araber
Von Armin Köhli
Der Fastenmonat Ramadan ist in der islamischen Welt die Zeit der langen Nächte; gegessen, getrunken - und gefeiert - wird erst nach Einbruch der Dunkelheit, oft bis zur Morgendämmerung. Und der Ramadan, der Mitte Oktober begonnen hat, ist auch die Zeit der nächtlichen Fernseh-Soaps. Eine dieser Soaps, die sich ja auch an der richtigen Welt orientieren, wurde jetzt im letzten Moment abgesetzt. Ihr Inhalt: Eine junge Afghanin verliebt sich in London in einen Araber. Gemeinsam ziehen sie ins von den Taliban beherrschte Afghanistan, um dort zu leben.
Das jordanische und das katarische staatliche Fernsehen geben technische Gründe für den Rückzug der Serie an. Statt dreissig seien nämlich bisher erst acht Folgen produziert worden. Das ist wohl nur die halbe Wahrheit. Denn eine islamistische Gruppe hatte allen gedroht, die an der Serie mitgearbeitet hatten: «Dies ist eine Warnung an alle Schauspieler, Produzenten, Kameramänner, falls diese Soap Opera die Taliban beleidigt.»
WOZ vom 21.10.2004
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