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Die Schweiz und die Apartheid

Die Wahrheit erforschen

Von Verena Mühlberger

Am 25. Januar berät die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats über ein Thema, das einigen Zündstoff birgt: In einer parlamentarischen Initiative fordert die grüne Nationalrätin Pia Hollenstein (SG), dass die Schweiz ihre Beziehungen zum Apartheidregime in Südafrika in den Jahren 1948 bis 1994 aufarbeitet. «Die Schweiz hat die Arbeit der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission finanziell und personell unterstützt. Aufgrund dieses En- gagements liegt es nun an ihr selbst, ihren Teil der Wahrheitssuche zu leisten und die nötigen Folgerungen zu ziehen», schreiben die Aktion Finanzplatz Schweiz-Dritte Welt und die AAB Südliches Afrika (ehemalige Anti-Apartheidbewegung) an die Mitglieder der Nationalratskommission.

3v?? d="text">Welche Fragen einer genaueren Untersuchung bedürfen, führen sie in einem zweiseitigen Argumentarium aus*. Hinweise darauf, dass die Schweiz für das Apartheidregime eine besonders wichtige Rolle gespielt hat, gibt es demnach einige:

- Nebst Deutschland, den USA und England gehörte die Schweiz zu den vier wichtigsten Geschäftspartnern des Regimes. Südafrika hat für den Finanzplatz Schweiz eine unvergleichlich wichtigere Rolle gespielt als irgendein anderes Land des Trikonts.

- Deutschland und die Schweiz waren die zwei Länder, welche die südafrikanische Regierung am längsten finanziell unterstützten.

- Das Apartheidregime benutzte auch schweizerisches Staatsgebiet und schweizerische Einrichtungen, um die politische Opposition zu bekämpfen.

- Mit keinem anderen Land Afrikas schloss die Schweiz so begünstigende zwischenstaatliche Verträge (wie Visafreiheit) ab.

Im Februar werden die Aktion Finanzplatz Schweiz-Dritte Welt und die AAB Südliches Afrika eine umfangreiche Studie über die Apartheidschulden Südafrikas veröffentlichen, welche unter anderem die Rolle der Schweiz bei der Verlängerung des Regimes aufzeigt. Die Rechtskommission entscheidet am Montag, ob sie dem Parlament den Antrag stellt, einen einfachen Bundesbeschluss für die offizielle Aufarbeitung zu erlassen. Diese gesetzliche Grundlage ist erforderlich, um sämtliche Quellenbestände einer unabhängigen Stelle zugänglich zu machen.

* Erhältlich bei: AAB Südliches Afrika, Postfach 5005, 3001 Bern, Telefon & Fax 031/ 311 54 60.

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Inhalt Dossier «Schweiz-Südafrika»

WOZ vom 03.11.2005

Schweizer Beziehungen zur Apartheid: Georg Kreis im Streitgespräch mit Mascha Madörin über Löcher und Lügen

WOZ vom 27.10.2005

Schweiz-Südafrika: Das Nationalfondsprogramm 42+ sollte Licht in das Verhältnis der Schweiz zum Apartheidstaat Südafrika bringen. Doch die Forscher standen oft vor verschlossenen Archiven

Schweiz-Südafrika: Wie wirksam wären Sanktionen gegen Südafrika gewesen? Besser niemand weiss es, meinen Bundesrat und Banken

WOZ vom 20.10.2005

Seid wieder nett! Schweizer Firmen, die von der Apartheid profitierten, behindern die Aufarbeitung der Vergangenheit. Gegen Versöhnung haben sie nichts - diese darf bloss nichts kosten

Vergangenheitspolitik: Eine Aufarbeitung der Schweizer Apartheid-Geschichte muss den internationalen Kontext einbeziehen. Was taten andere Ländern nicht, was die Schweiz tun «musste»?

Sanktionen: 1990 hatte der Schweizer Bundesrat kein Problem, sich an Sanktionen gegen den Irak zu beteiligen. Südafrika war da ein anderer Fall

WOZ vom 01.09.2005

Alles war noch viel schlimmer: Ein nationales Forschungsprogramm untersucht die Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika

WOZ vom 19.05.2005

Die Safari-Knospe: Seit dem Ende der Apartheid wird Südafrika als Reiseziel immer populärer. Gibt es faire Reisen dorthin? Und wer verdient am Tourismus?

WOZ vom 17.03.2005

Stadt auf dem Trockenen: In Kapstadt herrscht Wassermangel

WOZ vom 19.08.2004

Viel zu weiss! Woran arbeiten südafrikanische Kulturschaffende nach zehn Jahren Demokratie?

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