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Kunstpolitik: Unverfrorenheit von rechts
Eine Charta für den Kunstbesitz
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Das private Flick-Museum als Symptom: für einen neuen Diskurs von Kunst und Gesellschaft im Zeitalter der Privatisierung.
Einiges passiert mit der Kunst in der letzten Zeit, merkwürdige kleine und nicht mehr so kleine Skandale, die auf den ersten Blick nicht sehr viel miteinander zu tun haben und die vielleicht doch gemeinsam das Unbehagen an einer Entwicklung dokumentieren, für die es noch recht kein Modell zu geben scheint. Das private Flick-Museum in Zürich und die Diskussion um ein missglücktes «Reinwaschen» eines belasteten Namens durch die öffentliche Inszenierung privat akkumulierter Kunst, die Absage einer Willi-Sitte-Ausstellung in Deutschland, die massiven Zensur-Ausfälle der rechtspopulistischen Regierung in Österreich - vielleicht sind das ja alles nur Symptome ein und derselben Krankheit. Sie mag beschrieben werden als Umschreiben der Kunstgeschichte von rechts und als Funktionswandel der ästhetischen Produktion unter den Bedingungen des verschärften Neoliberalismus.
Es ist möglich, dass «die Kultur» einen tief greifenden gesellschaftlichen Wandel nicht nur verschlafen hat, sondern aus dem einfachen Grund nicht gern zur Kenntnis nimmt, weil dabei auch die eigene ökonomische Existenz auf der Agenda steht. Dieser soziale Wandel besteht zum einen in der Transformation der parlamentarischen Demokratie in eine populistische Mediokratie, der Verwandlung von diskursiver in eine virtuelle Öffentlichkeit. Das bedeutendste Symptom dieser Transformation des bürgerlichen Staates in den postdemokratischen Marktwächter ist die «Privatisierung» aller Lebensbereiche, die öffentliche Ausgaben verursachen. Der postdemokratische Medienstaat verabschiedet sich weitgehend von seinen Aufgaben von Fürsorge, Wohlfahrt und Versorgung (keineswegs aber von seinen Aufgaben von Regulation und Oppression) und mit der grössten Geschwindigkeit von seiner Funktion der kulturellen Versorgung. Man kann diesen Prozess der Verwandlung der bürgerlichen Gesellschaften als Apokalypse oder als Chance sehen (gegen die Verschlafenheit und die mafiose Deckelung des Betriebs). Leugnen werden ihn nicht einmal Nutzniesser dieses Zerfalls.
Dass die Kultur, vor allem die Kunst, dabei eine Schlüsselrolle spielt, ist den Betroffenen erst spät, viel zu spät eingefallen. Denn der Privatisierungsdruck, die Verlagerung in der Horizontalen, nämlich von einer künstlerischen zu einer kommerziellen Förderung, und in der Vertikalen, nämlich der Ersatz der gesellschaftlichen durch die private Sponsoren-Förderung, hat längst zu Überlebensstrategien einzelner Institutionen wie Museen und Theater geführt, die diesen Prozess durch ihren ökonomischen Gehorsam bestätigen. Genutzt hat dieser vorauseilende Gehorsam allerdings nicht viel. Denn mittlerweile ist die Privatisierung der Kultur längst in ihr nächstes Stadium eingetreten: Das private Geld und der private Kunstbesitz unterstützen nicht mehr die alten Institutionen, sie schaffen sich vielmehr ihre eigene Kultur. Die «grosszügige Schenkung», die wir aus den besseren Tagen der bürgerlichen Gesellschaft kennen, ist ersetzt worden durch die triumphalistische Ausstellung des privaten Besitzes. Das «Privatmuseum» an urbaner Schlüsselposition ist gleichzeitig die schlüssigste Metapher der politischen Ökonomie der Kunst im Neoliberalismus. Es setzt zugleich auch die verbliebene Konkurrenz der gesellschaftlichen Kultur unter Druck, denen als Ausweg nur eine dreifache Strategie bleibt: die Suche nach Sponsoren aus der Wirtschaft, die Führung nach ökonomischen Prinzipien (also, sagen wir es ehrlich: Streichungen, Entlassungen, Verzicht auf Risiken) und schliesslich die populistische Ausrichtung der Kultur, das erfolgreiche Event mit Besucherrekorden, die Ästhetik und Ökonomie des «blockbusters» in der Kunst. Diese Parallelaktion, das Privatmuseum und das populistische Kulturevent, ist die getreuliche Abbildung der Entwicklung gesellschaftlicher Verständigung. Kunst und Kultur können auf diese Weise zwar überleben (der eine oder die andere kann dabei sogar auf scheinbar unschuldige Weise reich werden), sie wandeln dabei allerdings definitiv ihre Funktion.
Privatisiertes Verständigungssystem
Ein Symptom, wenn auch ein besonders hässliches, dieser Verwandlung besteht darin, dass vermögende Einzelne in der Lage sind, nicht nur einen erklecklichen Teil der Kunstproduktion an sich zu ziehen, sondern neben dem einzelnen Kunstwerk gleich die Kunst als gesellschaftlich-ästhetisches Verständigungssystem zu privatisieren. Hässlich ist dieses Symptom auch insofern, als sozusagen die Allgemeinheit für die Lagerung der privaten Kunstschätze mit herangezogen wird, ohne dass es in irgendeiner Weise eine Form der demokratischen Mitbestimmung geben könnte. Der private Kunstbesitz öffnet und schliesst sich der allgemeinen Öffentlichkeit nach Gutdünken, und wenn es ihm ökonomisch beliebt, so wird er die öffentlich gelagerten Kunstwerke möglichst gewinnbringend wieder in andere private Zusammenhänge überführen. Die Besitzer solcher Kunstwerke haben sich unterdessen noch als Förderer der Kultur und gar «Mäzene» feiern lassen. Solche Modelle machen längst Schule, und sollte sich ein kommunaler Politiker oder eine kommunale Politikerin einmal nicht darauf einlassen, so muss er oder sie sich als «provinziell» beschimpfen lassen.
Die Politik der «Mäzene», nicht etwa die bestehenden, gesellschaftlichen Institutionen zu beleihen oder gar zu beschenken, sondern immer wieder, wie Flick, einen eigenen Repräsentationsbau dafür zu verlangen, ist eine bewusst antidemokratische Geste, mit der Kunstpolitik neu definiert wird. Man errichtet sich damit ja nicht nur ein eigenes Denkmal (na schön, wenns ihnen dann besser geht), sondern etabliert beständig «private Konkurrenzen» zu den öffentlich-rechtlichen Institutionen, und mittlerweile leisten sich die «privaten Sammlungen» ja bereits ihre eigene «Kunstwissenschaft». Das dystopische Ende dieser Entwicklung ist die Renaissance einer vollständigen Herrschaftskunst, die sich ausserhalb des sozialen Diskurses definiert.
Daher darf man durchaus sensibel reagieren, wenn in Dr. Friedrich-Christian Flicks «Mediengespräch» gleich am Anfang so betont darauf hingewiesen wird, dass es sich um «meine private Kunstsammlung» handelt - damit wir uns nur ja nicht einbilden, die nach eigenem Gutdünken zu beschliessende Öffnung habe irgendeinen verpflichtenden Charakter. Seine Erklärung (unabhängig von den, sagen wir, «Unschärfen» in der Erinnerung an die familiäre und historische Entstehung eines Vermögens) ist auf so groteske Art mit besitzanzeigenden Fürworten gespickt, dass man hinter den oberflächlichen Beteuerungen der «Unschuld» «meiner Sammlung» einen ganz anderen Subtext herauszulesen imstande ist: Das gehört mir, damit mache ich, was ich will! Unnütz zu sagen, dass das erste Wort seines bizarren Besinnungsaufsatzes «Über meine Sammlung» mit dem Wort «Ich» anfängt.
Vielleicht ist dieser «Fall» der privaten Kunstsammlung von Dr. Friedrich-Christian Flick einer jener Konfliktpunkte, an denen wir noch einmal die Chancen des «Aufwachens» bekommen. Denn vollkommen unabhängig davon, wie man die persönliche Haltung und Handlung von Herrn Flick und die historische Belastung seiner Sammlung einschätzt, ist erschreckend schon das Ausmass der Macht über ästhetische Produktion und Kunstgeschichte, die Einzelne sich in den letzten Jahrzehnten erworben haben. Wenn Herr Flick seine Sammlung nun nicht im «Haus der Kunst» in München ausstellen lassen will, dann können wir darin ebenso einen Akt spät erwachter politischer Sensibilität wie die Reaktion eines gekränkten Narziss sehen. (Ganz nebenbei hat Christoph Vitali vielleicht auch nur allzu plump die Wahrheit vom «Reinwaschen» eines Namens durch die Kunst bestätigt.) Mehr noch als die moralischen Probleme und die schlichten Dummheiten dieser Prozesse muss uns vor der Macht grausen, mit der da, offensichtlich mit bewusstem Inszenierungsgehalt, immer wieder in den Fluss der Bilder und die öffentliche Reflexion eingegriffen wird. Wenn die Kunst eine «Metapher der Freiheit» in der bürgerlichen Gesellschaft ist, so ist die Macht der privaten Kunstsammler bereits eine Metapher auf ihr Ende. Die «Privatisierung» von Kunst und Kultur entlastet den mythischen Steuerzahler ja bei weitem nicht so, wie man uns weismachen möchte; das Geld nimmt nur andere Wege, und sein Fluss wird zur nächsten Umverteilungsmetapher.
Kunstgeschichte rückwärts geschrieben
Es sind Einzelne, die darüber entscheiden, was wir sehen und was wir nicht sehen; nicht nur die Kunst, die Kunstgeschichte wird Privatbesitz, und wenn Herr Flick in seinen Auslassungen «Über meine Sammlung» die Künstler beschreibt, die «etwas Göttliches haben», dem «Schöpfungsprozess am nächsten» seien, mag er vermeintlich einigen von uns schmeicheln, in Wahrheit geht es auch hier darum, die Kunstgeschichte rückwärts zu schreiben. Der göttliche Künstler ist der Gesellschaft entrückt, und wir sind ungefähr wieder da angelangt, wo sich die Maler und die Malerinnen des 17. Jahrhunderts schon gegen ihre bürgerlichen Auftraggeber zur Wehr setzen mussten. Damals, ich gebs zu, begann ein System der Leidensgeschichten: Das «verkannte Genie» ist nichts anderes als der Trick, wie man Kunst auf die gemeinste Art zu Enteignung und Profitmaximierung bringen kann.
Die Frage «Wem gehört die Kunst?», sie hat eine lange Geschichte, stellt sich in der Zeit des verschärften und mittlerweile offensichtlich Staatsdoktrin gewordenen Neoliberalismus aufs Neue und mit höchster Dringlichkeit. Was also ist zu tun, wenn es um mehr geht als um die Fähigkeit des einzelnen Subjekts oder der einzelnen Institution zu «überleben»?
Mäzenaten hat die Kunst auch in einer der besseren Zeiten der gesellschaftlichen Akzeptanz immer gebraucht, und diese Verknüpfung von Kunst und Wirtschaft war in der Regel so etwas wie eine symbolische Versöhnung höchst widersprüchlicher Impulse in der Gesellschaft. Sicher haben wir uns da ein wenig Illusionen gemacht, als wir, wenn nicht im Einzelfall, so doch in der generellen Linie die moderne Kunst einem Projekt der Zivilisierung, Demokratisierung, Humanisierung zugeordnet haben. In der Kunst war und sollte aufgehoben sein, was jenseits der ökonomischen Gier, der Ausbeutung, der Ungleichheit kommen sollte. Die Illusion, die in unseren kunstgeschichtlichen Mythen spukt, besteht darin, dass die Kunst zwar immer «käuflich» war, manchmal auf ziemlich unschöne Weise, dass sich die Käufer damit aber immer ein Stück Wahrheit eingekauft haben, das auf Dauer auch sie selbst verändern würde. Eine Mythe, wie gesagt. Ihre Untauglichkeit indes wird nun recht offenbar, da es eine Kunstpolitik von rechts gibt, eine neue Unverfrorenheit, ästhetische Produktion als Waffe in einem Kulturkampf einzusetzen, in dem der Ökonomie gleichsam uneingeschränktes gesellschaftliches Herrschaftsrecht eingeräumt ist.
Neue Wege in die Gesellschaft
Sehen wir also die «Privatisierung» der Kunst nicht als die ökonomische Notwendigkeit, als die sie uns verkauft wird, sondern als politischen Prozess, an dessen Ende eine neue Definition der sozialen Funktion von Kunst und Kultur stehen muss. Dann kann es nur einen politischen Widerstand gegen das geben, was am Ende nur eine besondere Form der Abschaffung der Kunst als gesellschaftliches Eigentum sein kann.
Gewiss gibt es solche fundamentalen Krisen zwischen Gesellschaft und Kunst immer wieder - schliesslich helfen beide einander immer wieder auch zur jeweiligen Neuerfindung. Das Problem in der augenblicklichen Situation indes scheint zu sein, dass die unübersehbaren Symptome dieser Krise wenig zur Dynamisierung und viel zu einer wenn auch marktschreierisch übertünchten Lähmung beitragen.
Man muss die Kunst neu erfinden, vor allem ihre Wege in die Gesellschaft, sonst kann man sie aufgeben oder ihr dabei zusehen, wie sie selber nichts anderes mehr träumen kann als Geld. Und man komme mir nun nicht mehr mit «Subversion» in einer Zeit, da dort der Kunstsammler Buchheim seine eigenen Nazi-Bilder mit jenem Stolz ausstellt, der offensichtlich das Gebot der Stunde ist, und hier eine Kunstsammlung dazu dienen soll, einen reichlich belasteten Namen «auf eine neue und dauerhaft positive Ebene» zu heben, wie Flick seinem Onkel schrieb. Es mag also, so will es scheinen, nicht nur den Versuch geben, die Kunstgeschichte(n) neu zu schreiben, sondern umgekehrt mit Kunst auch die Geschichte umzuschreiben. Familiengeschichten und Biografien sowieso. Nicht mehr das einzelne Kunstwerk, sondern die Kunst als Ganzes soll zum Schmeichelporträt der Herrschaft werden.
So richtig und notwendig es ist, im Einzelfall dieser neuen Form der Kunstskandale den kritischen Diskurs und die Widerstandslinie zu formen, so notwendig scheint mir, sie in einem solchen grösseren Zusammenhang zu sehen. Also: Wenn wir nicht nur von Geld träumen wollen, ist es an der hohen Zeit, etwas zu tun.
Es könnte beginnen mit so etwas wie der Einberufung von «Generalständen» der Kunst. Künstlerinnen und Künstler, Galeristinnen und Galeristen, Museumsleute, Kritikerinnen und Wissenschaftler, Kunstsammler und -sammlerinnen, Architekten und Urbanistinnen, Politikerinnen und Politiker und nicht zuletzt Menschen, die sich einfach «nur» für Kunst interessieren, sollten zusammenkommen, um die Situation der neoliberalistischen Privatisierung der Kunst zu analysieren und Strategien des Widerstands dagegen zu finden. Hier muss der Prozess der Enteignung durch Privatisierung, des Funktionswandels von Kunst «im öffentlichen Raum» reflektiert werden. Künstlerinnen und Künstler müssen ein stärkeres Mitspracherecht bei dem haben, was aus ihrer Arbeit wird, und es kann Vertretungen geben, die für die sprechen, die es selber nicht mehr können. Umgekehrt ist energisch der Aussage Roman Signers zu widersprechen: «Man ist als Künstler doch nicht verantwortlich für jene, die einem Kunstwerke abkaufen.» Das ist ein Al-Capone- und Waffenhändler-Satz: Genau um diese Mitverantwortung für das, was aus Kunst in der Öffentlichkeit wird, muss es einer neuen Charta der Kunst gehen. Ist es zu viel verlangt von einer Künstlerin oder einem Künstler, sich solcher Verantwortung zu stellen? Es sollte ein Vertrag entwickelt werden zwischen den Partnern auf dem «Kunstmarkt», der den «Besitz» des Kunstwerkes an Rechte, Pflichten und Grenzen bildet - nennen wir es eine gegenseitige Verpflichtung zur Political Correctness auf dem Kunstmarkt.
Der nächste Schritt wäre die Erarbeitung einer Charta für den Besitz von Kunst, eine Bestimmung der Bedingungen, unter denen überhaupt Kunst als Privatbesitz gehortet werden kann. Sicher ist es schwierig, dabei in die Vergangenheit zu reichen (unmöglich ist es nicht!), im Augenblick aber ginge es vor allem um ein Projekt des Selbstbewusstseins der Künstlerinnen und Künstler, die verhindern, dass ihre Werke magische Objekte im Umwandlungsprozess der Gesellschaft im virtualisierten Kapitalismus der Jahrhundertwende werden.
Von der Privatisierung der Kunst darf verlangt werden, dass ihre Profite wenigstens zu einem Teil demokratisch verteilt werden. Im Klartext: Es muss Abgaben der privaten Sammlungen an selbst verwaltete Institutionen der Künstler geben, die dem monopolisierten Bild der Kunst durch die Sammler ein anderes Bild der Kunst gegenüberstellen können. Der private Erwerb von Kunstwerken soll ab einem gewissen Volumen mit einer gleichzeitigen sozialen Verpflichtung verbunden werden. Die Einrichtung eines «privaten Museums» darf nur nach einer Befragung der Öffentlichkeit genehmigt werden; das private Museum ist verpflichtet, Räume und Organisation für die öffentliche Diskussion zur Verfügung zu stellen. Das dort vorhandene Kunstwerk muss für Abbildung und Ausleihe zur Verfügung stehen. Monopolisierungen im Kunsthandel müssen begrenzt werden; vielleicht wäre die Einrichtung einer Ombudsstelle sinnvoll, dem Kunstmarkt etwas Transparenz und Entfilzung abzuverlangen, und einiges mehr.
Das sind nur ein paar Beispiele für die Aushandlung einer Charta für den «Besitz» als Medium zwischen Kunst und Gesellschaft, die allen Beteiligten einiges, niemandem aber zu viel abverlangen würde. Wohlgemerkt: Eine solche Magna Charta für die neue soziale Bestimmung der Kunst in privater Hand verlangt nicht nach staatlichen Gesetzen, sie sollte niemanden daran hindern, in der gewohnten Weise weiterzumachen. Aber sie sollte einen Raum öffnen für die Entwicklung einer Alternative. Sie könnte stattdessen eine Metapher der Demokratisierung, der Beginn einer Neubestimmung des Dialogs zwischen Kunst und Gesellschaft sein. Wenn wir sie nicht vornehmen können oder wollen, werden wir auch hier die Zweidrittelgesellschaft haben. Der Musikantenstadel (das Volkstümliche, das sich nebst «Nationalstolz» ins Völkische wendet) für die Verlierer, die Privatsammlungen für die Gewinner des Neoliberalismus. Und dazwischen eine museale Eventkultur, die ihren Erfolg nur noch in Besucherzahlen misst. Der Kunst selber, solange sie sich nicht mit ihrem Eigen-Sinn begnügen will, bliebe dann nichts, als ihre «subversiven» Hoffnungen in puren Zynismus zu verwandeln. Diese Kunst aber, die könnten wir getrost den privaten Sammlern überlassen.
WOZ 14/01
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Inhalt Dossier «Flick Collection»
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