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Kunstförderung

Die Macht der Privaten

Von Anna Schindler

Die Förderung von Kunst und Künstlern war nie eine exklusive Angelegenheit des Staates, sondern seit je zu grossen Teilen das Verdienst reicher Mäzene. Und in kaum einem andern Land gibt es, gemessen an seiner Grösse und Einwohnerzahl, so viele hochkarätige private Kunstsammlungen wie in der Schweiz. Diese finanzkräftigen und einflussreichen Sammler haben in den letzten Jahren zunehmend begonnen, ihre Kunstschätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Damit betreiben sie eine selbstbewusste Kulturpolitik: Es liegt ihnen fern, die bestehenden, traditionellen und grösstenteils von der öffentlichen Hand unterstützten Häuser zu beschenken. Sie lassen sich vielmehr für ihre Sammlungen eigene Häuser bauen - und verändern damit die Museumslandschaft in der Schweiz nachhaltig. Kunsthändler Ernst Beyeler war der erste: Toparchitekt Renzo Piano baute ihm in Riehen ein Kunstmuseum - heute ist die Fondation Beyeler Basels grösster Publikumsmagnet. Prothesenkönig Maurice E. Müller finanziert das Berner Klee-Museum - dieses baut ebenfalls Renzo Piano. Der Schweizer Grossindustrielle Stephan Schmidheiny macht bald seine erlesene Daros Collection im Parterre des Löwenbräuareals der Öffentlichkeit zugänglich - neben der ausgebauten Galerie Hauser & Wirth, die Ende März eröffnet wird. In Zürich sei die Situation heute wieder wie vor zehn Jahren, meint Rein Wolfs, der Direktor des «migros museum für Gegenwartskunst»: Das private Kapital ermögliche zwar einem breiten Publikum den Zugang zu Kunst, dafür bestimmten die mächtigen Sammler, was Kunst sei und wer Erfolg habe auf dem Markt.

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WOZ vom 02.09.2004

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