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100 Wörter
Zorn auf Unausgeschlafenheit
Von Stephan Pörtner
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Das Scheitern beim Ausüben an und für sich simpler Tätigkeiten konnte manchen in Rage versetzen, nicht aber Balthasar Zorn. Er stürzte mit Gelassenheit Treppen hinunter, knallte gegen Türpfosten, fiel von Fahrrädern und kochte Milch zu Klumpen. Er blieb ruhig, wenn ihm andere Leute die Hosen zerdampften, die Meinung zertraten oder das Schienbein ansengten. Was er aber nicht ertrug, war Unausgeschlafenheit. Wenn er jemanden in Verdacht hatte, den Schlaf nicht gebührend zu würdigen, verfolgte er ihn mit unerbittlicher Aufsässigkeit. Seine nachhaltige Methode, die Streber einzuschläfern, brachte ihn aber bald in den Ruch, ein Serienmörder zu sein, und er wurde postwendend hingerichtet.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.
WOZ vom 19.03.2009
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Inhalt Dossier «100 Wörter»
WOZ vom 09.02.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Stadt für Farbenblinde
WOZ vom 02.02.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Skianzüge und Schlittenmodelle
WOZ vom 26.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Kollateralschäden
WOZ vom 19.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Voll geschissen!
WOZ vom 12.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: The Fast Eddys in der Agglo
WOZ vom 05.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Zum neuen Jahr
WOZ vom 22.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Spuk im Einkaufsparadies
WOZ vom 15.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Nach Paris verrannt
WOZ vom 08.12.2011
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