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100 Wörter
Isländischer Frühling
Von Stephan Pörtner
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Besser ein später Frühling als gar keiner, sagten sich die Bewohner Islands, die alles verloren hatten ausser ihrer Zuversicht. Seit der Besiedlung dieses Dampffelsens vor 1100 Jahren hatte niemand andere Jahreszeiten als Winter, Eiszeit, Nebelsaison und Börsengewitter erlebt. Die ersten drei konnte man mit gutem Schuhwerk, einer Seehundpelerine und Schnaps relativ unbeschadet überstehen. Die vierte Jahreszeit war jedoch ungleich garstiger. Darum beschloss der wankelmütige Premierminister Geir Haarde, noch in diesem Jahr den Frühling einzuführen, damit auch auf Island endlich einmal etwas angepflanzt werden könnte. Danach würde man Mitglied der EU, und in spätestens zehn Jahren gäbe es Sommerferien für alle.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.
WOZ vom 16.04.2009
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Inhalt Dossier «100 Wörter»
WOZ vom 09.02.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Stadt für Farbenblinde
WOZ vom 02.02.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Skianzüge und Schlittenmodelle
WOZ vom 26.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Kollateralschäden
WOZ vom 19.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Voll geschissen!
WOZ vom 12.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: The Fast Eddys in der Agglo
WOZ vom 05.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Zum neuen Jahr
WOZ vom 22.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Spuk im Einkaufsparadies
WOZ vom 15.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Nach Paris verrannt
WOZ vom 08.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Der Geiz der Adventszeit
WOZ vom 01.12.2011



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