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100 Wörter
Stehlen und singen
Von Stephan Pörtner
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Der Vater von Gabathuler hat die Italiener nie besonders gemocht. Ganz besonders hasste er das Lied «Volare, Cantare», denn er war überzeugt, dass «volare» stehlen hiess, analog dem Französischen «voler», und Französisch hatte er gelernt, der alte Gabathuler, in der Sekundarschule und nicht ohne Widerwillen. Er hielt das Lied für eine Verhöhnung des arbeitenden Menschen. «Stehlen und singen», pflegte er zu brummen: «So sind sie!» Als ihm dann jemand mithilfe eines offiziellen Wörterbuches nachwies, dass «volare» Fliegen heisst, liess er sich nicht beeindrucken. «Seit wann können denn die Italiener fliegen?», schimpfte er. «Das ist doch erst recht ein fertiger Chabis!»
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.
WOZ vom 27.05.2010
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Inhalt Dossier «100 Wörter»
WOZ vom 09.02.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Stadt für Farbenblinde
WOZ vom 02.02.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Skianzüge und Schlittenmodelle
WOZ vom 26.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Kollateralschäden
WOZ vom 19.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Voll geschissen!
WOZ vom 12.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: The Fast Eddys in der Agglo
WOZ vom 05.01.2012
100 Wörter von Stephan Pörtner: Zum neuen Jahr
WOZ vom 22.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Spuk im Einkaufsparadies
WOZ vom 15.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Nach Paris verrannt
WOZ vom 08.12.2011
100 Wörter von Stephan Pörtner: Der Geiz der Adventszeit
WOZ vom 01.12.2011



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