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Anti-Wef-Aktionstag

Im Schnee mit der Bourbaki-Armee

Von Bettina Dyttrich, Davos

Im Davoser Ortsbus erklärt ein Zehnjähriger einem Achtjährigen, dass die Welt nicht aus Pixeln besteht. Ein Aktivist küsst einem Bodyguard die Autoscheibe. Der lässt die Scheibe runter und spritzt dem Aktivisten eine Ladung Pfefferspray direkt ins Auge. Nein, Spass verstehen sie auch keinen. Obwohl sich die PolizistInnen dieses Jahr betont stoisch geben, auch wenn sie Schneebälle direkt ins Gesicht bekommen. Die Polizei fährt in Militärfahrzeugen, die Securitas wartet in Polizeifahrzeugen, die «Zivilschutz Polizei» regelt den Verkehr. Wie bitte? «Zivilschutz Polizei»? Sie seien Zivilschützer, während des Wef dem Polizeikommando unterstellt, aber ohne polizeiliche Befugnisse, erklärt ein freundlicher junger Mann. Die Polizei ist besorgt um einen eleganten Herrn, dem eine rote Flüssigkeit aus dem Aktenkoffer tropft. Er hat keinen Wef-Badge. Er öffnet den Koffer. Ein Farbbeutel! Alle verhaften! Die Mexiko-Solidarischen lassen sich mit T-Shirts gegen den rechten mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón vor dem Hotel Belvedere fotografieren. Später landen sie zufällig im gleichen Café wie ein Teil der mexikanischen Delegation. Der wird es unwohl, als sie plötzlich von ProtestlerInnen umringt ist. Die sogar Spanisch können! Aber da werden sie auch schon von der Chefin rausgeschmissen. Auch im Coop-Restaurant essen Wef-TeilnehmerInnen. Ist ihnen das Geld ausgegangen? Auf der Talstrasse falsche Clowns, falsche Guantánamo-Häftlinge, Kuhglocken, «die Bourbaki-Armee!», ruft ein alter Davoser.

Als es dämmert, werden die geliehenen deutschen Wasserwerfer versorgt. Ein kaputter Weltkugel-Wasserball liegt schlaff auf dem Schnee und bewegt sich leicht im Wind. Ein Polizist nimmt ihn und wirft ihn auf den Materialhaufen des bewilligten Anti-Wef-Infostandes. Sollen die den entsorgen.

Und keine einzige Luftraumverletzung.

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