Ein Gespräch mit Peer Teuwsen
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Peer Teuwsen, Ressortleiter Kultur und Wissen bei der «Weltwoche», fühlt sich dort pudelwohl und wünscht sich mehr Frauen in der Redaktion.
Greis: Als du noch beim «Ma-gazin» warst, hast du dich in einem Interview von der «Weltwoche» distanziert ...
Peer Teuwsen: Die Zeitung ist eben ausgeglichener, interessanter, vielfältiger geworden. Es gibt auch intern keinen Grabenkrieg mehr.
Jetzt sind alle auf derselben Schiene ...
Ich habe noch nie eine Redaktion erlebt, in der so offen diskutiert und auch gestritten wird.
Du arbeitest jetzt in einer Redaktion, die politisch rechts von der FDP anzusiedeln ist, fühlst du dich dort verstanden?
Entscheidend ist, ob das, was geschrieben wird, interessant ist und stimmt. Bei uns ist meines Wissens auch niemand in einer Partei. Ob ich mich verstanden fühle? Natürlich.
Eine erdrückende Mehrheit eurer Leitartikel bewegt sich auf der ideologischen Linie der SVP.
Die «Weltwoche» ist unabhängig und steht ausserhalb des medialen Mainstreams. Unsere Inlandredaktion schaut meines Erachtens nicht darauf, wer etwas sagt, sondern dar-auf, was gesagt wird. Die Jungs stellen sich die Frage: Wie kann die Schweiz politisch möglichst erfolgreich organisiert werden? Deshalb wird etwa die SVP-Landwirtschaftspolitik hart kritisiert, nicht aber deren Steuer- und Fiskalpolitik. Es geht um die Sache, nicht um die Milieus.
Glaubst du, der Islam sei eine Religion der Gewalt?
Ich habe mal den Koran gelesen, und ich muss sagen, es ist ein sehr blutrünstiges Werk.
Euer stellvertretender Chefredaktor Markus Somm war in den Achtzigern linksradikaler Aktivist. Ist die «Weltwoche» die Zeitung der frustrierten Exlinken?
Das Klima in der Redaktion ist überhaupt nicht frustriert. Wir sind alle sehr lebenslustige, leidenschaftliche Journalisten. Aber ich glaube schon, dass manche meiner Kollegen enttäuscht sind von den Linken. Markus Schär schreibt ja immer wieder Artikel, in denen er eine leise Enttäuschung gegenüber der SP äussert, auch gegenüber der FDP, dass sie nicht stärker sind, dynamischer, dass nicht mehr Kraft da ist, dass keine Lust an der Auseinandersetzung gepflegt wird.
Wie lange gibt es die «Weltwoche» noch? Die Änderung der politischen Ausrichtung der Zeitung führte zu einem Zielpublikumswechsel, aber auch zu einem Glaubwürdigkeitsverlust und zu einer Auflagesenkung.
Falsch. Die Auflage ist höher als vor dem Formatwechsel. Die Leserzahlen werden erst im Herbst bekannt gegeben. Wir sind zuversichtlich. Kein anderes Blatt hat in den letzten sieben Monaten mehr relevante Debatten provoziert als die «Weltwoche». «Facts» ist eingegangen, wir sind erfolgreich.
Ihr habt ständig Brüste auf dem Titel. Nun gleich drei Paar.
Hast du etwas gegen Brüste?
Der Frauenanteil in eurer Redaktion ist in den letzten Jahren drastisch gesunken.
Ja. Und das ist nicht gut. Wir haben aber mit der ehemaligen NZZ-Redaktorin Daniele Muscionico kürzlich eine hervorragende Autorin verpflichtet. Und das wird so weitergehen. Aber das Geschlecht an sich ist noch kein Eintrittsbillett in unsere Redaktion.
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