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«Le Monde diplomatique»:
Ausgabe Januar 2012 (12.1.2012)

(Die nächste Ausgabe erscheint am 9.2.2012)

Staatstheater in Moskau

Ministerpräsident Wladimir Putin wird nervös. Kurz vor den Präsidentschaftswahlen im März hat er seinen Spindoctor Wladilaw Surkow abgeschoben. Surkow ist der Erfinder der «gelenkten Demokratie». Er hat Russland zu einer Bühne des Zynismus gemacht. Doch die WählerInnen wollen aufrichtige PolitikerInnen.
Von Peter Pomerantsev

Privatisierung ist Diebstahl an der Öffentlichkeit

Es wird Zeit, darüber nachzudenken, wie das Gemeineigentum geschützt werden kann. Immer häufiger verkaufen Regierungen die öffentlichen Dienstleistungen an den Meistbietenden und verschleudern die natürlichen Ressourcen, deren Treuhänderinnen sie doch eigentlich sind.
Von Ugo Mattei

Freihandel macht hungrig

Die Dumping- und Freihandelspolitik der Europäischen Union ist nicht nur moralisch, sondern auch völkerrechtlich problematisch. So fördert sie etwa den Export subventionierter Landwirtschaftsprodukte. Gerade in Entwicklungsländer gefährdet dies das Menschenrecht auf Nahrung – und schädigt zudem ganze Volkswirtschaften.
Von Armin Paasch

Ultras gegen Kamelreiter

Vom Persischen Golf bis zur nordafrikanischen Atlantikküste macht der Fussball dem Islam bei der Schaffung eines alternativen öffentlichen Raums ernsthaft Konkurrenz. Seit Beginn des Arabischen Frühlings zeigt sich auch: Fussball ist einer der wichtigsten zivilgesellschaftlichen Bereiche, der sich den repressiven Regimes und ihren Sicherheitsapparaten ebenso erfolgreich widersetzt wie den militanten Islamisten.
Von James M. Dorsey

El Salvador – zwanzig Jahre nach dem Frieden

Das Ende des Bürgerkriegs bedeutete einen grossen Erfolg für die Guerilla Frente Farabundo Martĺ para la Liberación Nacional (FMLN): Im Friedensvertrag wurde das Militär entmachtet. Die wirtschaftlichen Strukturen aber blieben unangetastet. Heute ist die Partei der ehemaligen Guerilla zwar an der Macht. Doch sie hat es nicht geschafft, mit dem neoliberalen System der Vergangenheit zu brechen.
Von Toni Keppeler und Cecibel Romero

Software für Diktatoren und Marktforscher

Enthüllungen von Wikileaks zeigen, dass die Überwachung der weltweiten Kommunikationsnetze «eine neue, geheime Industrie» darstellt, die «25 Länder umfasst». Längst handelt es sich dabei nicht mehr nur um die Überwachung einzelner Personen durch nationale Geheimdienste. Vielmehr bieten Dutzende Unternehmen weltweit Überwachungs- und Piraterietechnik an – mit speziellen Rabatten für Polizeistaaten.
Von Antoine Champagne

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