Nr. 07/2006 vom 16.02.2006

Legal? Illegal? KPMG!

In den USA sorgte KPMG für den grössten Steuerschwindel aller Zeiten. Doch den weltweiten Namensvettern kann das nichts anhaben.

Von Daniel SternMail an Autor:in

Das unspektakuläre Bürohaus an der Baarerstrasse 12 in Zug beherbergt Rechtsanwälte und Treuhänder, Mediziner und einen Zahnarzt. Im Eingang zum Treppenhaus befinden sich die üblichen langweiligen Aluminiumbriefkästen, zwei davon sind mit «Stadlin Advokatur» angeschrieben. Das wars. Keine Hinweise auf KPMG. Nichts. Und doch: Hier ist der offizielle Sitz von KPMG International, einem Netzwerk aus Firmen mit Büros in 144 Ländern und Steuerinseln, die zusammen einen Umsatz von 17,5 Millar- den Franken (2004) erwirtschaften und 100000 Menschen beschäftigen.

Im Handelsregisteramt von Zug finden sich die erforderlichen Unterlagen. Ursprünglich als Verein in Zürich organisiert, firmiert das in Sachen Buchprüfung und Steuerberatung drittgrösste Unternehmen der Welt seit dem 24. Oktober 2003 als Genossenschaft. Zweck der Genossenschaft sei: «Die Schaffung einer starken, kohärenten internationalen Organisation, die aus führenden unabhängigen nationalen Firmen besteht». Und weiter wird angestrebt: «Die Stärkung und Weiterverbreitung des KPMG-Namens, wo immer es der Markt verlangt». Da wollen sich also unabhängige, gleichnamige Firmen gegenseitig helfen und zusammen stark werden. Das klingt schön. Und als Genossenschaft schliesst man in seinen Statuten auch gleich noch jede Haftung der einzelnen Mitgliederfirmen aus. Auch schön. Aber was ist KPMG International nun? Eine einzige grosse Firma oder bloss ein Dachverband?

Wer im Internet auf kpmg.com klickt, der soll offensichtlich von einem einheitlichen, starken Unternehmen beeindruckt werden und realisiert kaum etwas von den vielen unabhängigen Firmen. Hier wird ein weltweiter Service im Bereich Buchprüfung, Unternehmens- und Steuerberatung geboten, egal, ob man sich nun in Asien, Afrika, Europa oder Amerika befindet. Firmen, die eine Steuerberatung wünschen, werden gemäss Eigenwerbung nach dem Prinzip «denke global, handle lokal» beraten. Dabei kämen spezifische, für die Interessen des jeweiligen Unternehmens zusammengesetzte Teams zum Einsatz - egal, aus welchen Ländern und von welchen Partnerfirmen diese MitarbeiterInnen stammen. Die KPMG rühmt sich auf ihrer Website auch beim Thema Transfer-Pricing-Beratung. Dabei geht es um die konzerninterne Verrechnung von Warenlieferungen und Dienstleistungen. Weltweit operierende Konzerne können, je nach Ausgestaltung dieser internen Preise, ihre Steuergewinne von einem in ein anderes Land verschieben. KPMG preist sich in diesem Sektor mit «500 Transfer-Pricing-Professionals, die von tausenden Steuerexperten unterstützt werden», an. Zusätzlich bietet KPMG noch eine eigene Steuerwebseite, kpmgtax.com. Zugang nur für Kunden mit Passwort.

Stefan Mathys, Mediensprecher der Schweizer KPMG, sagt: «Bei kpmgtax handelt es sich um eine Webseite, die den Wissensaustausch mit unseren Kunden im Bereich Steuern ermöglicht. Schliesslich ändert täglich irgendwo auf der Welt ein Steuergesetz.» Ein temporärer Zugang zur Seite, um die dort angebotenen Inhalte in Augenschein zu nehmen, wird der WOZ verwehrt.

Gemäss Mathys beschäftigt KPMG International «100 bis 120 Personen» in ihrer «schlanken Zentrale» im niederländischen Amstelveen. Eine Mehrheit dieser Leute seien SpezialistInnen in der Informationstechnologie. «Wir haben ein gemeinsames Branding, einen gemeinsamen Auftritt und ein gemeinsames Wissensmanagement. Internationale Kunden können weltweit betreut werden. KPMG arbeitet weltweit auf der Basis gemeinsamer Informationstechnologien und kauft Lizenzen zentral ein. Operativ ist KPMG International aber nicht tätig. KPMG International ist ein Netzwerk von weltweit 144 Einzelfirmen.» Also ein Netzwerk. Doch wieso dann so klare hierarchische Strukturen? Die Genossenschaft verfügt über einen Vorstand, einen Ausschuss, einen Präsidenten und einen Geschäftsführer (CEO). Zudem hat sich KPMG International die Welt in drei Regionen aufgeteilt, die jeweils von speziellen Strukturen bearbeitet werden, wie es auch länderübergreifende Strukturen bezüglich der spezifischen Angebote des Unternehmens gibt.

Der Präsident von KPMG International heisst Mike Rake. Der Mitbesitzer der britischen KPMG erhielt für sein Amt letztes Jahr 1,35 Millionen Franken an Honorar, wie die britische Zeitung «Financial Times» weiss. Rake lässt in letzter Zeit in der Wirtschaftspresse durchblicken, dass er sich einen engeren Zusammenschluss der verschiedenen KPMG-Firmen durchaus vorstellen kann. Der «Financial Times» sagte er: «Unsere Firmenbesitzer realisieren, dass sie mehr gewinnen als verlieren, wenn sie eine gewisse Souveränität aufgeben.»

Aus den Genossenschaftsstatuten der KPMG geht hervor, dass die umsatzstärksten Mitgliederfirmen am meisten zu sagen haben. Die grossen Firmen sind im Vorstand und im Ausschuss repräsentiert. Die verschiedenen Länderfirmen sind im Besitz einer unterschiedlich grossen Anzahl TeilhaberInnen. Darüber hinaus gibt es für den Namen KPMG Lizenznehmer und Unterlizenznehmer. Eine genauere Aufstellung darüber, wie die verschiedenen KPMG-Firmen miteinander verschachtelt sind, existiert nicht. Alle Mitglieder sind gemäss Statuten «zur strikten Geheimhaltung verpflichtet». Ausserdem müssen sie «alle nötigen Massnahmen treffen, um sicherzustellen, dass strikte Vertraulichkeit von allen Mitarbeitern gewährleistet wird». Die vier Gründungsmitglieder von KPMG International, die deutsche, niederländische, britische und US-amerikanische Firma, geniessen einen besonderen Status. Sie erhalten bei Auflösung der Genossenschaft das Recht auf den Namen KPMG. Aus ihren Reihen rekrutieren sich auch die meisten Kader in der Genossenschaft. Der CEO stammte zudem bislang immer aus der US-Firma.

Das hat sich letztes Jahr geändert. Die US-Sektion der Genossenschaft hat ein Imageproblem. Nach einer mehrjährigen Untersuchung des US-Senats sowie der US-Steuerbehörde IRS musste die KPMG USA am 29. August 2005 «kriminelles Fehlverhalten» anerkennen und sich bereit erklären, fast 600 Millionen Franken Busse zu bezahlen. Was war passiert?

Die KPMG hat in der Zeit zwischen 1996 und 2003 den Steuerbehörden Einnahmeausfälle von 3,2 Milliarden Franken verursacht. Die KPMG hatte dabei verschiedene illegale «Steueroptimierungsprodukte» entwickelt und an Unternehmen und reiche Einzelpersonen verkauft. Die Firma öffnete dabei nicht nur Steuerschlupflöcher, sondern fabrizierte auch gefälschte Dokumente. Gemäss der IRS haben bei diesem «grössten Steuerschwindel der US-Geschichte» insbesondere auch «Top-Führungskräfte der KPMG entschieden, bei den Steuerumgehungen mitzumachen», entgegen Warnungen von KPMG-internen Steuerexperten.

Die Vereinbarung mit der IRS beinhaltet, dass die KPMG in den USA sich aus zwei Geschäftsfeldern zurückziehen muss. Sie darf nicht mehr vermögende Personen in Steuerangelegenheiten beraten, und sie darf auch keine vorgefertigten Steuerprodukte mehr verkaufen. IRS-Kommisar Mark Everson sagte am 29. August: «Wenn eine Multi-Millionen-Dollar-Steuer zu bezahlen war, fand KPMG immer einen Weg, diese zu umgehen. Die einzige Absicht dieser missbräuchlichen Geschäfte war es, Reiche noch reicher zu machen und die Taschen der KPMG-Eigentümer zu füllen.» Die Steuertricks der KPMG seien ein direkter Angriff auf die progressive Einkommenssteuer in den USA gewesen.

Neben Bussen und der Aufgabe von Geschäftsfeldern wird die KPMG während der nächsten drei Jahre durch einen von der Regierung ernannten Prüfer begleitet. Sollte sich die Firma in dieser Zeit nicht an die Abmachungen halten, so droht ihr ein Gerichtsverfahren. Dessen ungeachtet, müssen sich zudem bis zu zwanzig ehemalige führende Firmenmitarbeiter ab 1. Mai 2006 vor Gericht verantworten. Den beiden Hauptverantwortlichen, dem früheren Vizepräsidenten von KPMG USA, Jeffrey Stein, und dem früheren Stellvertretenden Leiter der Steuerabteilung, Richard Smith, drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Die KPMG versucht inzwischen, ihr ramponiertes Ansehen in den USA mit einer Ethik-Hotline aufzupolieren. Rund um die Uhr können MitarbeiterInnen wie Aussenstehende gebührenfrei und anonym ihre Befürchtungen über «möglicherweise illegales, unethisches oder unsauberes Verhalten» der Firma mitteilen.

Nach dem US-Debakel haben jetzt die britischen Partner innerhalb der KPMG International mehr Gewicht. So hat am 1. Oktober der Brite Mike Wareing den US-Amerikaner Bob Alspaugh als CEO der Genossenschaft abgelöst. Neuer Verantwortlicher bei der Genossenschaft für den Bereich Steuern ist ebenfalls ein Brite, Loughlin Hickey. Er klagte kürzlich der Zeitschrift «Tax Business», dass die Steuerfirmen «missverstanden» würden. Es brauche einen «Prozess des Umlernens». Man sei schliesslich der Partner in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und dem Staat. Die Vereinbarung zwischen KPMG und den US-Behörden bezöge sich nur auf einen «kleinen Bereich», das Steuergeschäft der KPMG sei dadurch nicht «entmannt». Und mit allen anderen KPMG-Firmen dieser Welt habe das sowieso nichts zu tun. «Wir sind global, bis es ein Problem gibt», beschreibt die «Financial Times» diese Form der Firmenpolitik.

Allerdings tun sich gerade die Briten schwer damit zu erklären, weshalb es sich beim KPMG-Skandal um ein reines US-Problem handeln soll. Schliesslich war auch die britische KPMG letztes Jahr in einen Steuerskandal verwickelt: Sie hatte einer Firma im Geldspielautomatengeschäft Tipps gegeben, wie diese die Mehrwertsteuer umgehen könne. Die Firma liess sich auf KPMG-Geheiss auf der Steuerinsel Jersey registrieren und forderte von den britischen Behörden Mehrwertsteuerzahlungen in der Höhe von über 12 Millionen Franken zurück. Der europäische Gerichtshof sah darin ein Vergehen gegen das EU-Recht.

Grundsätzlichere Kritik an der KPMG äussern verschiedene nichtstaatliche Organisationen: Sie werfen dem Firmennetzwerk vor, «ständig neue Steuersparmodelle» zu entwickeln und «ihre Kunden zu aggressiven Steuervermeidungspraktiken» zu ermuntern. An der letztjährigen Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum, dem Public Eye on Davos, wurde der KPMG die Negativ-Auszeichnung im Bereich Steuern verliehen. Das Public Eye on Davos - zu dessen OrganisatorInnen die Erklärung von Bern (EvB) zählt - will zusammen mit dem internationalen Tax Justice Network (TJN) Firmen wie KPMG für ihr «unethisches» Verhalten zur Verantwortung ziehen und öffentlichen Druck auf sie ausüben. TJN-Sekretär John Christensen sagt der WOZ: «Es überrascht mich, wie wenig bisher bei der öffentlichen Verwaltung, welche ja auch KPMG-Kunde ist, reagiert wurde. Dabei brauchte der US-Senator Carl Levin, welcher die KPMG-Praktiken in den USA untersuchte, doch sehr klare Worte: Bei der KPMG herrsche eine Kultur der Lüge.»

Die Skandalisierung der KPMG zeigt immerhin bei einzelnen Kunden Wirkung. So führte die Schweizer Sektion der Umweltschutzorganisation Greenpeace ein Gespräch mit ihrer Buchprüfungsfirma KPMG Schweiz über die am Public Eye aufgeworfenen Fragen. Dabei ist sich Greenpeace bewusst, dass sie keinen grossen Einfluss nehmen kann. Als global tätige Organisation sei man auf einen globalen Buchprüfer angewiesen, heisst es. Und die grossen vier Unternehmen in diesem Bereich gehören alle zur Steuervermeidungsindustrie.

Gemäss Stefan Mathys von der KPMG Schweiz hat die Firma, nachdem sie den Negativpreis in Sachen Steuern erhalten habe, das Gespräch mit der EvB gesucht. «Es war ein guter Austausch, auch wenn wir nicht die gleichen Ansichten haben.» Mathys insistiert, dass Steuerprodukte, wie sie von der KPMG in den USA angeboten wurden, nie in der Schweiz zu haben waren. Die Schweizer Gesetze wären ganz anders. KPMG Schweiz, entstanden aus der Firma Fides, welche zur CS-Gruppe gehörte, hat inzwischen den Bereich der Steuerberatung für Privatpersonen in die Firma Kendris ausgegliedert. Steuerberatung gilt bei KPMG Schweiz dennoch als «Expansionsgebiet». So führt die Firma ein «German Tax Centre», welches Kunden aus dem Nachbarland den Zugang zu den Schweizer Steueroasen erleichtern soll. Zur Dienstleistungspalette gehört etwa die «Beratung im deutschen Steuerstrafrecht» oder die «Identifizierung von steuerlichen Risiken und Chancen aufgrund spezieller Missbrauchsregelungen». ·

Was heisst KPMG?

Die vier Buchstaben der KPMG bezeichnen vier Gründerväter der Buchprüfungs- und Steuerberatungsfirma; den Niederländer Piet Klynveld, den Briten William Peat, den US-Amerikaner James Marwick und den deutschen Reinhard Goerdeler. Unter dem jetzigen Namen existiert die Firma seit 1987. Vorausgegangen waren unterschiedlichste Zusammenschlüsse und Firmenübernahmen in den USA, Britannien und Europa.

Was ist eine Steueroase?

Das internationale Netzwerk für Steuergerechtigkeit (TJN) listet in seinem Bericht über Steuerdumping 72 Steueroasen auf. Für das TJN zählen neben den so genannten Offshore-Standorten wie die Bahamas und die Cayman-Inseln auch europäische Länder wie Belgien, Irland und die Schweiz sowie die Finanzplätze in Frankfurt, London und New York dazu. Sie hätten alle auf ihre Art zur Schaffung eines Systems beigetragen, «das die ungleiche Vermögensverteilung in der Welt fördert, was wiederum eine nachhaltige Entwicklung behindert», schreibt das TJN.

Kendris: Briefkästen in allen Winkeln des Erdballs

«Unser erfahrenes Steuerplanungsteam wird eine massgeschneiderte Lösung für Sie finden, die Ihr Vermögen schützt und es Ihren Begünstigten erlaubt, ihre Unabhängigkeit in vollen Zügen zu geniessen.»

Der Firmenprospekt der Firma Kendris richtet sich an Menschen mit hohem Reinvermögen. Das ist die Zielgruppe. Das Unternehmen ist im Frühling letzten Jahres in einem so genannten «Management Buyout» aus der Firma KPMG Privat entstanden. KPMG Privat gehörte zur Schweizer KPMG Holding. Ende 2005 gab Kendris einen um 12,5 Prozent gesteigerten Umsatz bekannt. Das grösste Wachstumsplus sei im Bereich Steuerplanung zu verzeichnen.

«Unser Netzwerk von Finanzfachleuten, Steuer- und Rechtsexperten, Versicherungs- und Vorsorgeberatern sowie Immobilienspezialisten reicht bis in die hintersten Winkel des Erdballs und sorgt dafür, dass wir stets den richtigen Spezialisten zur Hand haben.»

Bei Kendris arbeiten 85 MitarbeiterInnen, davon 35 TeilhaberInnen. Ihre Verbindung zur KPMG hat Kendris nicht gekappt. Man preist im Prospekt die Kooperation mit dem weltweiten Netzwerk der KPMG. CEO und Verwaltungsratspräsident der Kendris ist Rudolf Roth. Er amtete zuvor als Verwaltungsratspräsident der KPMG Schweiz. Die Kendris hat ihren Hauptsitz an der Badenerstrasse 172 in Zürich, als Untermieterin der KPMG. «Dank unserem Netzwerk sind wir in der Lage, Gesellschaften effizient und in fast jeder Rechtsordnung weltweit zu gründen. Dies können sowohl Onshore-Standorte wie die Schweiz, Grossbritannien, die USA oder die meisten europäischen Länder sein als auch klassische Offshore-Rechtsordnungen wie die British Virgin Islands, die Kanalinseln, Hongkong, Singapur, die Isle of Man oder die Bahamas.»

Kendris spricht von 1800 Kundenbeziehungen, dreissig Prozent davon in der Schweiz. Organisiert Kendris für seine KundInnen jetzt auch Steuerdomizile im Kanton Obwalden, Herr Roth? «Bisher hatten wir wegen Obwalden keine Anfragen. Es ist jedoch legitim, am Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen und international teilzunehmen. Wir unterstützen unsere Kunden im Rahmen der bestehenden Gesetze. Wir machen keine Politik. Wir haben die Rolle an der Seitenlinie des Fussballfeldes.»

«Verschiedene Arten von Gesellschaften, Partnerships, Stiftungen und Trusts abgestimmt auf Ihre persönlichen Verhältnisse zu errichten - dies ist nur die eine Seite der Medaille. Wir übernehmen darüber hinaus Verantwortung und überwachen die korrekte Umsetzung als Trustee, Protektor oder Appointor sowie als Mitglied des Stiftungsrates oder des Verwaltungsrats.»

Kendris schreibt an einer Stelle in ihrem Prospekt, sie handle «auf der Grundlage klarer ethischer Prinzipien». Was heisst das konkret? «Wir handeln im Rahmen der bestehenden Gesetze. Und, wir nehmen keine Political Exposed People als Kunden», sagt Rudolf Roth. Unter Political Exposed People versteht Roth Personen, bei denen es schwierig sei abzuklären, woher ihr Vermögen stammt. Zu so einer Abklärung sei man jedoch im Rahmen des Geldwäschereigesetzes verpflichtet.

«Steuerplanung hilft Ihnen, den rechtlichen Spielraum voll auszuschöpfen. Wir entwerfen Ihre Steuerstrategie, erheben Beschwerde, um Ihre Steuerlast wo immer möglich zu reduzieren, planen die Verlegung Ihres Wohnsitzes in die Schweiz, beantragen eine Aufenthaltsbewilligung und handeln Vereinbarungen zur Pauschalbesteuerung aus.»

Die Erklärung von Bern fordert, dass Kendris darauf verzichten solle, «steuerliche Konstrukte mit dem Ziel der Steuervermeidung anzubieten und einzurichten». Was hält Rudolf Roth von dieser Forderung? «Es gibt den Steuerwettbewerb. Wenn die Kunden davon weiterhin Gebrauch machen, ist es legitim, dass sie auch professionelle Beratung bekommen.»

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