Nr. 22/2020 vom 28.05.2020

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Brachiale

Das Wort «köpfen» lässt uns immer wieder leer schlucken, obwohl es weitherum gebräuchlich und vom Duden längst für «einen Kopfball spielen» zugelassen ist. Trotzdem überrieselte es uns kalt, als die NZZ im «Briefing am Abend» über den vor einigen Tagen verstorbenen Fussballer Gerd Strack schrieb: «Strack köpfte Deutschland zur EM 84». Zum Glück ist Deutschland eine Hydra, es hat die Behandlung bestens überstanden.
Jürg Fischer

Diagnostische

«Mann rettet Kind in schwindliger Höhe», meldet «Blick Online». Da ist man froh. Der Höhe raten wir zu einer Stärkung des Blutdrucks.
Jürg Fischer

Faktionale

Nicht nur stehen die Printmedien alter Schule sowieso unter ökonomischem Dauerstress, auch das Repertoire der Pluspunkte, die für sie sprechen, ist begrenzt. Einen etwas alternativen Ansatz beschreibt das «Bündner Tagblatt» in einem Werbebrief: «Mit Ihrem Abo tragen Sie dazu bei, dass wir täglich für Sie Hintergründe recherchieren, Zusammenhänge einordnen und Fakten schaffen können.» Interessant – aber wie wäre es, zuerst die Fakten zu schaffen und dann die Hintergründe zu recherchieren? Bestimmt ressourcenschonender.
Jürg Fischer

Gerätschaftliche

«Die Schere zwischen den hohen und vor allem den höchsten Einkommen und den unteren und mittleren Einkommen ist also auch in der Schweiz deutlich auseinander gegangen», gab das «Denknetz» in seiner letzten Nummer zu bedenken. Wir hoffen, dass nicht nur die Schere bald wieder heil wird.
Jürg Fischer

Verschossene

In derselben «Denknetz»-Ausgabe (Nr. 007!) war auch vom «Shotdown» die Rede, was für WOZ-Leser K. grundsätzliche Fragen aufwarf: Zum einen, ob das «Denknetz» unsere politischen Grundrechte durch einen helvetischen Geheimdienst mit den Coronamassnahmen beschossen wähne? Oder ob es für uns alle ganz existenziell nur um eines gehe: «Erschossen oder geschlossen – das ist die Frage!»
Karin Hoffsten

Entflohene

Existenzielles offenbarte auch «Watson» in einer Interviewfrage an Laura Zimmermann von der Operation Libero: «Die Gründerin und Ihre Co-Präsidentin Flavia Kleiner bricht nach sechs Jahren zu neuen Ufern aus.» Ob Frau Kleiner der Organisation, die doch die Freiheit im Namen trägt, durch einen unterirdischen Tunnel entkam, blieb offen.
Karin Hoffsten

Neugierige

Kürzlich waren sich zwei Mitarbeitende unserer Redaktion uneinig. Nicht, dass das sonst nicht vorkäme, aber diesmal wetteten sie: A. ist der Meinung, es hätten schon mehr WOZ-LeserInnen einmal eine Folge der Sendung «Germany’s next Topmodel» (GNTM) geschaut als einmal im Leben den SRF-«Literaturclub». B. behauptet, es sei umgekehrt. Weil Ihnen die bevorstehenden Pfingsttage vielleicht Zeit für derlei lassen, leiten wir die Frage an Sie weiter und hoffen auf Ihre kurze Antwort: Welche der beiden Sendungen, «GNTM» oder «Literaturclub», haben Sie sich schon mal angesehen? Die – nicht wissenschaftliche – Auswertung bringen wir Ihnen gern zur Kenntnis.
Karin Hoffsten

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