Nr. 01/2012 vom 05.01.2012

Gelehrige

Wie von Leser J. empfohlen, packen wir zum Jahresauftakt den Stier bei den Hörnern und bekennen: Es stand in der WOZ, und es war falsch. Denn erst wenn ein Eunuch zum Vater wird, liefert der Schweizer Ochs seine Spermien nach China. Richtig ist: Wird ein männliches Rind kastriert, wird es zum Ochsen. Wenn nicht, wächst es zum Stier heran – und nur der liefert die Billionen Exportspermien. Wir wissen das jetzt. Und Sie müssen uns auch nicht darüber aufklären, dass die Kuh Milch gibt, aber das Pferd keinen Kaffee. Der kommt aus der Maschine in der Küche.
Karin Hoffsten

Abgeschnittene

Dass wir den Protagonisten von Pedro Lenz’ Roman «Der Goalie bin ig» in derselben WOZ gleich zweimal zum «Goali» machten, hat mit dem oben genannten Thema aber wirklich rein gar nichts zu tun. Sorry, Pedro!
Karin Hoffsten

Erlauchte

Silvester war wieder super. «Tages-Anzeiger Online» schrieb von weltweiten Feiern mit Schampus, Konfetti, Unfällen und Alkoholleichen. Nur der Ferne Osten gab sich erhaben: «Hell erläuchtet: Feuerwerk über Hongkong».
Karin Hoffsten

Sinnstiftende

Gerne und manchmal neidisch lesen wir unsere Schwesterrubrik «Schlagzeiten» in der «SonntagsZeitung». In der letzten Ausgabe zitierte sie gleich drei sogenannte «Au-Tomatent-Rennungen» aus anderen Zeitungen: «Landei-gentümer» «Ta-tauto», und «Guggisbär-glied». Übersehen hat sie im eigenen Blatt in der Vorwoche den «SVP-Chlau-sabend»: den Anlass, an dem der Chlaus die Erbschaften verteilt.
Jürg Fischer

Abzockende

Sympathischerweise nicht gut vertraut ist die NZZ mit dem Roulette. Im Bericht über eine noch nicht sehr alte, aber schon wieder halb verlassene Glücksspieloase im Norden von Laos schrieb sie: «Groupies, Servierpersonal und selbst die Heerscharen von Prostituierten kamen grösstenteils aus China.» Gemeint waren wohl Croupiers. Groupies sagen niemals: «Rien ne va plus.»
Jürg Fischer

Elektrische

Doch auch mit der Aktualität aus der Romandie bekundet die NZZ ein bisschen Mühe: «Genf (90 Fahrzeuge) nahm beim letzten Fahrplanwechsel die Tramverbindung bis zur Landesgrenze beim Forschungszentrum Cern in Betrieb. Die Neubaustrecke von 7 Kilometern kostete 320 Millionen Franken. Am anderen Ende wird an der Verlängerung bis Bernex bereits gebaut.» Wie unser Gewährsmann aus Genf berichtet, wurde beim Fahrplanwechsel am 11. Dezember das Tram nach Bernex in Betrieb genommmen; die Strecke zum Cern gibt es schon seit April 2011. Dort werden weiterhin Teilchen beschleunigt, nicht aber Nachrichten frisiert.
Jürg Fischer

Sarazenische

«Ethische Standards wie bei der Gemeinschaftsbank, der Alternativen Bank, der Bank Sarazin oder der Kooperation von WWF und den Kantonalbanken sehe ich kritisch», zitierte der «Tages-Anzeiger» ein Mitglied der Occupy-Bewegung. Genau: Insbesondere die Bank Sarasin täte gut daran, sich stärker von Thilo Sarrazin («Deutschland schafft sich ab») abzugrenzen.
Jürg Fischer

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