Nr. 15/2012 vom 12.04.2012

Bananenhandel

Die Bananenfrauen (später «gebana» beziehungsweise «terrafair») waren eine Gruppe von Frauen in Frauenfeld, die einen Mehrpreis für Bananen zugunsten der BananenproduzentInnen durchsetzen wollten. Ab den 1970er Jahren sensibilisierten sie die Öffentlichkeit für die Problematik des Welthandels und die sozialen und ökologischen Missstände im Bananenanbau. Mitinitiantin Ursula Brunner erzählt von der Arbeit für gerechten Handel.

Zürich Fraumünsterchor (Münsterhof, Eingang Limmatseite), Fr, 13. April, 18.30 Uhr.

Fahrende

Zwischen 1926 und 1973 nahm die Stiftung Pro Juventute mithilfe der Behörden mehrere Hundert Kinder aus «Vagantenfamilien» weg und brachte sie in Pflegefamilien, Heimen und Anstalten unter. Ziel der Aktion «Kinder der Landstrasse» war es, die Kinder zu «brauchbaren Gliedern» der Gesellschaft zu erziehen. Die Kinder und ihre Eltern wurden beobachtet, und ihr Leben in Akten verwaltet. Erst die kritische Berichterstattung in der Presse bewirkte 1973 das Ende der Aktion. Die Fahrenden kämpfen seither mit den Betroffenen für ihre Rehabilitierung und die Anerkennung ihrer Lebensform. 1986 entschuldigte sich der Bundesrat, 1987 schliesslich auch die Pro Juventute für das begangene Unrecht. Die Ausstellung «Verwaltetes Leben – Die ‹Kinder der Landstrasse› und ihre Akten» ermöglicht einen multimedialen Zugang zur Thematik.

Zürich Haus zum Rech, Neumarkt 4, 
vom 13. April bis 14. Juli. 
Geöffnet Mo–Fr, 8–18 Uhr, Sa 10–16 Uhr.

Griechenland

Nirgends in Europa ist der Widerstand gegen die Abwälzung der Weltwirtschaftskrise auf die lohnabhängige Bevölkerung so heftig wie in Griechenland. Die Bewegung für den Sozialismus lädt nun ein zu einer Diskussionsveranstaltung über Realitäten und Perspektiven des Widerstands mit einer jungen Aktivistin der DEA (Internationalist Worker’s Left) aus Griechenland.

Zürich Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Sitzungszimmer 22, Fr, 13. April, 19 Uhr.

Rohstoff Öl

In ihrer Filmreihe «Nebenrolle: Natur!» zeigt die Zürcher Rote Fabrik den Dokumentarfilm «Oil Crash». Die Journalisten und Filmemacher Basil Gelpke und Ray McCormack rollen die Geschichte der Ölgewinnung auf und wagen einen Ausblick in die womöglich sehr kurze Zukunft des Rohstoffs. Mit einer Mischung aus Archivmaterial, NASA-Aufnahmen und historischen Filmausschnitten führt der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm rund um die Welt und lässt namhafte Wirtschafts- und Energieexperten zu Wort kommen. Regisseur und Drehbuchautor Basil Gelpke wird bei der Vorführung anwesend sein.

Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, 
Do, 19. April, 20 Uhr.

Ruanda

In den Monaten April, Mai und Juni 1994 wurden in dem zentralafrikanischen Staat Ruanda schätzungsweise eine Million Angehörige der Tutsiminderheit und Tausende gemässigter Hutu ermordet. Mit unbeschreiblichem Zynismus hatten die MitarbeiterInnen des populären Senders RTLM den Völkermord wie eine Werbekampagne vorbereitet. Zum Äussersten verschärfte Propaganda und Mordaufrufe wechselten ab mit Popmusik und Sportreportagen. Das International Institute Of Political Murder lässt den Sender in originalgetreu nachgebauten Kulissen in der Produktion «Hate Radio» (siehe WOZ Nr. 3/12) wieder live auf Sendung gehen – auf der Bühne stehen Überlebende des Genozids.

Basel Reithalle, Do, 19.April April, bis Sa, 21. April, jeweils 20 Uhr.

Sozial- und Umweltforum

Das Sozial- und Umweltforum Ostschweiz bietet Menschen aller Altersgruppen die Möglichkeit, über gesellschaftliche, ökologische, wirtschaftliche und kulturelle Themen zu debattieren. Zu diesen Themen werden rund 57 kostenlose Workshops angeboten.

St. Gallen GBS Schulhaus, Kirchgasse 15,
Sa, 12. Mai. Infos und Anmeldung: www.sufo.ch.

Stadtrundgänge

Der Verein Frauenstadtrundgang Zürich beginnt die Saison 2012 mit dem neuen Rundgang «Fräulein, zahlen bitte! – 100 Jahre Zürcher Beizengeschichte». Die vielfältige Präsenz der Frauen im städtischen Alltag zeigt sich auch im Mikrokosmos der Gastronomie, einer halb öffentlichen Welt zwischen Abstinenz und feuchtfröhlichem Alkoholgenuss, verrauchten Spelunken und edlen Etablissements. Entlang der Vergnügungsmeile zwischen Central und Bellevue erfahren die TeilnehmerInnen mehr über GasthausbesucherInnen, Serviertöchter und legendäre Wirtinnen.

Zürich Treffpunkt: Beatenplatz bei den Sitzbänken unter den Bäumen, Sa, 14. April, 16.15 Uhr, 
Dauer ca. 1½ Stunden, Kosten 15/20 Franken. Gruppenführungen: 076 395 16 36 oder 
frauenstadtrundgangzh@gmx.ch.

Was hat eine Stubete mit Eheanbahnung zu tun? Welches anrüchige Geschäft betrieb Lina B. im Hinterzimmer ihres Zigarrenladens? Und wie erging es früher Frauen, die ungewollt schwanger wurden? Wer am Basler Rundgang teilnimmt, erfährt mehr über «unverschämte Töchter» und darüber, welche Strafe Ehebrecherinnen drohte, oder welche haarsträubenden Geschichten man sich über unkeusche Nonnen und Mönche erzählte.

Basel Treffpunkt: Blaues Haus, Rheinsprung 16, 
So, 15. April, 14 Uhr. Bitte Vorverkauf nutzen: Buchhandlung Narrenschiff, Basel, und Buchhandlung Rapunzel, Liestal. Kosten: 
15/20 Franken. Gruppenführungen: 061 267 07 91, frauen-stadtrundgang@unibas.ch.

Zementproduktion

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums des Schweizer Zementkonzerns ACC-Holcim besucht eine Delegation der Gewerkschaft der LeiharbeiterInnen Pragatisheel Cement Shramik Sangh die Schweiz und informiert über die Situation und den Kampf der LeiharbeiterInnen bei Holcim, die seit über zwanzig Jahren im indischen Bundesstaat Chhattisgarh für feste Arbeitsverträge kämpfen. Von den rund 1200 ArbeiterInnen bei ACC-Holcim in der Stadt Jamul sind nur 300 fest angestellt. Die restlichen haben Leiharbeitsverträge bei Drittfirmen, einige seit Jahrzehnten. Mit umgerechnet 2,17 US-Dollar Lohn pro Tag verdienen sie dreimal weniger als die Festangestellten.

Bern Universität, Hallerstrasse 6, Raum 205,
Do, 12. April, 19 Uhr. Zürich Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Unia-Sitzungszimmer,
2. Stock rechts, Mo, 16. April, 19 Uhr.

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