Nr. 27/2012 vom 05.07.2012

Gigantenfusion

Anlässlich der Fusion der beiden Rohstoffgiganten Glencore und Xstrata zum Supergiganten wird zu einer (bewilligten) Demo aufgerufen. Hauptmotto: «Solidarität mit den Opfern von Xstrata, Glencore und anderer Multis». Es geht auch um Forderungen, wie sie in der Petition «Recht ohne Grenzen» oder im «Rohstoff»-Buch der Erklärung von Bern erhoben werden.
Zug Treffpunkt beim Bahnhof, Mi, 11. Juli 2012, 19 Uhr; Kundgebung um 19.30 Uhr auf dem Unteren Postplatz zwischen dem Xstrata-Hauptsitz und dem Regierungsgebäude.

Pazifismus

Am 12. Juli 2012 jährt sich zum 100. Mal der Zürcher Protest-Generalstreik, der für den Theologieprofessor Leonhard Ragaz zum Anlass wurde, zum «gehasstesten Mann» des Schweizer Bürgertums zu werden. Am 25. November desselben Jahres nahm Ragaz am Friedenskongress der Sozialistischen Internationale in Basel teil – in der Hoffnung, dass die Arbeiterbewegung den Weltkrieg verhindern könne.
Wie aktuell sind die damaligen Ereignisse, was bedeuten sie für die heutige politische und gesellschaftliche Arbeit? Willy Spieler, ehemaliger Redaktor der «Neuen Wege», referiert darüber, «wie ein Christ Sozialist und Pazifist wird – Leonhard Ragaz und das Jahr 1912»; Josef Lang, Historiker und grüner alt Nationalrat darüber, «was die Geschichte lehrt: von 1912 bis 2012». Der Gedenkanlass in der Offenen Kirche St. Jakob wird mitveranstaltet von der Religiös-Sozialistischen Vereinigung und den Freundinnen und Freunden der «Neuen Wege».
Zürich Offene Kirche St. Jakob, Fr, 6. Juli 2012, 
19.30 Uhr.

Srebrenica

«Dieses Buch will den Menschen aus Srebrenica eine Stimme geben, ihre Erinnerungen und Hoffnungen, ihre Wünsche und Probleme zumindest in die deutschsprachige Welt hinaustragen. Es will dafür sorgen, dass Srebrenica nicht vergessen wird»: So steht es in der Einleitung des Buchs «Srebrenica. Und was kommt morgen?». Die Fotografin Conny Kipfer und die Autorin Renate Metzger-Breitenfellner skizzieren den Alltag in Srebrenica, der gekennzeichnet ist von Erinnerungen an die Kriegsvergangenheit: Am 11. Juli ist es siebzehn Jahre her, dass in der Stadt ein Massaker stattfand, bei dem mindestens 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden. Die Reportagen im Buch dokumentieren die Veränderungen der letzten siebzehn Jahre: mit Fotos und Porträts, die eine Art Originalton aus der Stadt liefern.
Vor der Vernissage des Buchs gibt es eine Gedenkfeier für die Opfer des Massakers und die Hinterbliebenen, geleitet von Sakib Halilovic (Imam der Bosnischen Gemeinschaft Zürich), Renate von Ballmoos (Pfarrerin Predigerkirche) und Hanspeter Ernst (Leiter Zürcher Lehrhaus). Musikalisch gestaltet wird die Gedenkveranstaltung von Pierre Favre (Percussion).
Zürich Vernissage: Eldorado, Limmatstrasse 109, Mi, 11. Juli 2012, 20.30 Uhr. Gedenkfeier: Predigerkirche, Zähringerplatz/Predigerplatz, 
Mi, 11. Juli 2012, 18.30 Uhr.

Verdingkinder

Im Zentrum der Ausstellung «Verdingkinder reden» stehen Hördokumente von Betroffenen, ausgewählt aus Interviews, die im Rahmen zweier Forschungsprojekte über die Fremdplatzierung von Kindern und das Verdingkinderwesen in der Romandie und in der Deutschschweiz geführt wurden. Ehemalige Verdingkinder und Heimkinder berichten über ihr Leben und den Umgang mit ihren Erfahrungen.
Freiburg Museum für Kunst und Geschichte, Murtenstrasse 12. Die Ausstellung dauert bis 19. August 2012.

Theater für Kinder

Der Service Civil International (SCI) Schweiz lädt in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen zu Theaterwochen für Kinder von Asylsuchenden, Kinder mit Migrationshintergrund und Schweizer Kinder ein. Mit dabei sind international zusammengesetzte Teams junger Erwachsener, die als Freiwillige einen Beitrag zur interkulturellen Verständigung leisten wollen und sich für die Asylsuchenden einsetzen. Im Zentrum des Projekts stehen die Förderung von Toleranz, Mit- und Selbstbestimmung, der Abbau von Vorurteilen und Hemmschwellen sowie gelebte Solidarität.
Biel Multimondo, Oberer Quai, 8.–22. Juli 2012 
(auf Französisch). Zürich Jugendkulturhaus Dynamo, 15.–29. Juli 2012; www.dynamo.ch. 
Bern Junge Bühne, 29. Juli–12. August 2012. Details 
und Anmeldung: www.theaterflucht.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch