Nr. 36/2012 vom 06.09.2012

Bedrohliche

Die Basler «Tageswoche» berichtet Unerhörtes: «Das Baselbiet, einst Vorreiter bei der Förderung von Solarstrom, ist ins Mittelfeld abgerutscht. Jetzt droht der Kanton, den Anschluss ganz zu verpassen.» Für eine sichere Energiezukunft wäre dem Bund zu raten, solch überbordenden Föderalismus in die Schranken zu weisen.
Jürg Fischer

Schnellfüssige

Der «Tages-Anzeiger» weiss über den Alltag der Tochter der ehemaligen Leichtathletin Anita Weyermann: «Einen Tag kümmert sich Vater Roland Salzmann (29) um Lara, einen Tag pro Woche geht sie in die Kinderkrippe. Ob die Kleine die Laufgene seiner sportlichen Mutter geerbt hat, kann man noch nicht sagen.» Es scheint aber so, noch läuft sie zwar nicht, aber sie geht in die Kinderkrippe. Hingegen scheint das Geschlecht der Kleinen noch nicht ganz festzustehen, zumindest ist es noch nicht korrigiert worden.
Jürg Fischer

Feierliche

«Während Jahrzehnten war hierzulande die Frage, ob Fussballer vor einem Länderspiel die Nationalhymne singen, vollkommen irrelevant. Vor wichtigen Spielen wurde die Hymne auf dem Platz von einer Kappelle gespielt, und wenn keine Kappelle verfügbar war, lief die Musik ab Band. Sobald die Hymne ausgeklungen war, klatschten die Leute, und das Spiel konnte beginnen», schrieb Pedro Lenz letzte Woche in der WOZ. War da nicht zweimal ein «p» zu viel? Eigentlich schon. Doch die Hauptsache blieb, dass die Spieler nicht vor dem Spiel schon gekäppelet waren.
Jürg Fischer

Begründete

«61 der in Zürich als leer ausgewiesenen Wohnungen waren Neubauten, im letzten Jahr waren es nur 14 gewesen. Mit ein Grund für diese Zunahme in Zürich ist die rege Bautätigkeit. (…) Der Druck nehme überall dort ab, wo die Bautätigkeit im letzten Jahr ausgesprochen hoch war, heisst es in der Mitteilung weiter.» Mit der Weitergabe dieser Pressemitteilung leistete der «Tages-Anzeiger» einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung verzweifelt eine Wohnung suchender ZürcherInnen, dürfte doch die Klärung der Kausalzusammenhänge in manch heimatloser Seele Hoffnung keimen lassen.
Karin Hoffsten

Erschöpfte

Wir bleiben bei Häusern und beim «Tagi». Der berichtete: «Die Gruppe von Samih Sawiris entwickelt und betreibt Immobilienresorts in Ägypten, Jordanien, Marokko, Montenegro, Oman, Rumänien, Grossbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Schweiz (Andermatt).» «Ein Resort ist eine touristische Hotelanlage mit über den reinen Beherbergungsbetrieb hinausgehendem Angebot», klärt uns Wikipedia auf. Schliesslich braucht auch eine Immobilie ab und zu Ferien.
Karin Hoffsten

Bequeme

Ferienreife Immobilien bevorzugen also für ihre schönsten Wochen im Jahr jene Gegend, die viele Quellen das Ottomanenreich nennen, wie beispielsweise die Website «finanzwelt.de». Dort lasen wir über einen Fonds: «Sein geografisches Feld deckt sich mit dem Einflussbereich des Ottomanen-Reiches, das von Marokko bis zu den Emiraten am Golf und den zentralasiatischen Teilen des südlichen Russland, von Zentraleuropa bis nach Ägypten reichte.» Denn nur dort herrschen die weichen Sofas.
Karin Hoffsten

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