Nr. 39/2012 vom 27.09.2012

Ernährung

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gelangt weltweit ein Drittel aller Lebensmittel in den Müll oder verrottet in Lagern. Damit werden weltweit auch wertvolle Ressourcen wie Boden, Wasser, Energie und Arbeitskraft verschwendet. Wer kann was unternehmen, um diese Verschwendung zu verringern? Damit befasst sich die Tagung «1/3 Verschwendung satt haben» des Schweizerischen Bauernverbands, der Berner Fachhochschule, der Aargauer Kirchen und des Instituts für Geistes- und Naturwissenschaften zum Welternährungstag am 16. Oktober. Es referieren und diskutieren ExpertInnen aus jedem Bereich der Wertschöpfungskette
Windisch Aula der Fachhochschule Nordwestschweiz, Klosterzelgstrasse 2, Fr, 12. Oktober 2012, 13–21.15 Uhr. Infos und Anmeldung: welternaehrung.technik@fhnw.ch, www.fhnw.ch/technik/ign/veranstaltungen, 
056 222 15 17 (Thomas Gröbly). 
Kosten inkl. Verpflegung: Studierende Fr. 25.–, Nichtstudierende Fr. 50.–/nur Film: Fr. 10.–, Studierende Fr. 5.–.

Frauenstimmrecht

«Endlich Bürgerin! 40 Jahre Frauenstimmrecht … und nun?» heisst ein szenischer Rundgang rund um die Geschichte des Fribourger Feminismus und aussergewöhnlicher Frauen: Madeleine Butignot, erste Journalistin der Tageszeitung «La Liberté», die Frauen der Fribourger Vereinigung für das Frauenstimmrecht, Liselotte Spreng und andere politische Vorreiterinnen … Ohne die Unbekannten zu vergessen: eine «garçonne» von 1919, die die Debatten des Grossen Rats über die Frauen genauestens verfolgt, eine Vertreterin der Frauenbewegung der siebziger Jahre und eine Teilnehmerin einer unvergesslichen Veranstaltung. Zum Frauenstimmrecht gesellen sich noch weitere Themen: Verhütung, häusliche Gewalt, Tagesstrukturen für Kleinkinder.
Fribourg Treffpunkt: Kollegium St. Michael, 
vor der Kirche, Sa, 29. September 2012, 16 Uhr. 
Kosten: 12/17 Franken, Billette beim Treffpunkt. Gruppenführungen: 026 411 31 62.

Neoliberalismus

Die Germanistin und Theologin Ina Praetorius referiert im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung «I’m a human being!» der Fachhochschule Nordwestschweiz unter dem Titel «Oben bleiben und Kopf stehen?» über den Konkurrenzkampf in neoliberal organisierten Gesellschaften.
Windisch FHNW, Klosterzelgstrasse 2, Mi, 3. Oktober 2012, 17.15–18.45 Uhr.

Palästina / Israel

Kritik an Israels Besatzungspolitik ist oft noch immer ein Tabu. Evelyn Hecht-Galinski (Tochter des langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, und Autorin von «Das 11. Gebot: Israel darf alles») tritt der Instrumentalisierung des Antisemitismus als politischer Waffe entgegen. Im Café Palestine wird sie aus ihren Texten lesen und mit dem Publikum diskutieren.
Zürich Bäckeranlage, Quartierzentrum Aussersihl, Hohlstrasse 67, So, 30. September 2012, 18 Uhr (palästinensisches Essen ab 17 Uhr).

Repression

Der Winterthurer Infoladen Rabia lädt ein zum Antirepressionstreffen für alle, die von staatlicher Repression betroffen sind oder sich an der Solidaritätsarbeit beteiligen wollen.
Winterthur Infoladen Rabia, Bachtelstrasse 70,
Mo, 1. Oktober 2012, 19 Uhr, Essen ab 20 Uhr.

Selbstverwaltung

«Warum ist Selbstverwaltung nicht eine vollkommen selbstverständliche Arbeitsform emanzipierter, selbstverantwortlicher und würdiger Menschen?» Zu dieser Frage hält Hannes Reiser einen Vortrag über sein Leben bei Longo Maï, den alten Genossenschaftsgedanken, die Utopien des 18. Jahrhunderts, anarchistische Aufbrüche und Selbstverwaltung heute, insbesondere in der Region Basel.
Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 1. Oktober 2012, 19 Uhr.

Sexualmoral

Was hat eine Stubete mit Eheanbahnung zu tun? Welches anrüchige Geschäft betrieb Lina B. im Hinterzimmer ihres Zigarrenladens? Und wie erging es früher Frauen, die ungewollt schwanger wurden?
Bei einem Basler Stadtrundgang erfährt man mehr über «unverschämte Töchter», darüber, welche Strafe Ehebrecherinnen drohte oder welche haarsträubenden Geschichten man sich über unkeusche Nonnen und Mönche erzählte. Als Tabuthema rückt(e) Sexualität ins Verborgene und nicht selten auch ins Verbotene. Die enge Verknüpfung von Sexualität und Kriminalität bildet demnach auch den roten Faden bei diesem Rundgang, der anhand von Themen wie den mittelalterlichen Sittengesetzen oder der Prostitution im 19. Jahrhundert durch die Altstadt von Basel führt.
Basel Treffpunkt Blaues Haus, Rheinsprung 16,
So, 30. September 2012, 14 Uhr. Kosten: 15/20 Franken, Vorverkauf: Buchhandlung Das Narrenschiff, Schmiedenhof, Basel, 061 261 19 82; Buchhandlung Rapunzel, Poststrasse 2, Liestal, 061 921 56 70.

Syrien

Im Zuge des Arabischen Frühlings protestierten ab März 2011 Hunderttausende Syrerinnen und Syrer gegen das Regime von Baschar al-Assad. Armee, Polizei und regimetreue Milizen schossen auf friedliche DemonstrantInnen und ermordeten Verletzte in Spitälern. Seither wurden über 23 000  Menschen getötet und Zehntausende verhaftetet und eingesperrt. Laut UNHCR flüchteten allein im vergangenen August über 100 000  Menschen aus Syrien. Hinzu kommen über 1,5 Millionen vertriebene Binnenflüchtlinge.
Verschiedene Organisationen rufen nun auf zu einer Demonstration. Ihre Forderungen: Solidarität mit der antidiktatorialen Revolution, Stopp der Massaker und der Unterdrückung, Selbstbestimmung der syrischen Bevölkerung, Stopp der Waffenexporte der Schweiz und ein sofortiges Aufenthaltsrecht für syrische Flüchtlinge in der Schweiz.
Bern Bundesplatz, Sa, 29. September 2012, 14.30 Uhr. www.asyl.ch/syrien

Unternehmerinnen

Unternehmerinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gründeten Spitäler und Ausbildungsstätten, sie behaupteten sich als Unternehmerinnen in der Privatwirtschaft oder waren Pionierinnen gesellschaftlicher Reformen – gegen starken Widerstand der männlich dominierten Institutionen. Was ihnen half, sich durchzusetzen, war ein engmaschiges Beziehungsnetz von Mitstreiterinnen in Verbänden und Vereinen. Auf einem Zürcher Rundgang begegnen interessierte Frauen und Männer politisch, beruflich oder gemeinnützig engagierten Frauen sowie ihren Unternehmungen.
Zürich Treffpunkt: Hauptbahnhof, Ausgang Bahnhofstrasse, gegenüber Alfred-Escher-Denkmal, Sa, 29. September 2012, 16.15 Uhr. Kosten: 15/20 Franken. Billette erhältlich beim Treffpunkt oder 
im Vorverkauf bei der Buchhandlung Klio, Zähringerstrasse 41. Der Rundgang dauert etwa neunzig Minuten und findet bei jeder Witterung statt.

Wachstum

An der Tagung «Wachstumsinfarkt – versus Ökonomie des Lebens», die von der Fachstelle OeME, Bereich OeME-Migration, der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn und der katholischen Arbeitsstelle Kirche im Dialog organisiert wird, gibt es Workshops über Care-Ökonomie, bedingungsloses Grundeinkommen, Green Economy, Postwachstumsgesellschaft, regionale Vertragslandwirtschaft, die Rolle der Theologie in der ökonomischen Wachstumserwartung, Gottes- und Ökogerechtigkeit, «vivir bien» als konkrete Alternative und einiges mehr.
Bern Kirchgemeindehaus Johannes, Wylerstrasse 5, Sa, 20. Oktober 2012, 8.30–16.30 Uhr. Kosten: 
40/80 Franken. Detailprogramm und Anmeldung 
(bis 8. Oktober 2012): http://tinyurl.com/8fb3vna, Fachstelle OeME, Speichergasse 29, 3011 Bern, 
031 313 10 10, oeme@refbejuso.ch.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch