Nr. 39/2012 vom 27.09.2012

Beschleunigte

Zu denen, die immer etwas zu klagen haben, gehört die Schweizer Gastronomie. Doch manche tun auch etwas: «Mit Blick auf ‹das grosse Potenzial des deutschsprachigen Marktes› haben die César Ritz Colleges im historischen Hotel Union in der Luzerner Innenstadt 15 Mio. Franken investiert, um einen neuen Campus inklusive Lehrküche und Restaurant zu schaffen. In vier Semestern pro Jahr werden je rund 160 Studierende aus aller Welt ausgebildet», schrieb die «hotelrevue». Dadurch dürfte dann auch die Bestellung wesentlich schneller kommen.
Jürg Fischer

Listige

«Blick.ch» war dabei, als Folgendes passierte: «Als Werbebotschafter für Fiesch VS wollte der Tourismus-Direktor per Schlauboot von Basel nach Rotterdam fahren. Im Elsass stoppte ihn ein Grossaufgebot der Polizei.» Das lernen sie heute an den Marketingschulen: Nimm ein Schlauboot, dann kommst du garantiert in der Zeitung.
Jürg Fischer

Dysfunktionelle

Kleine Buchstabenverwechslungen verändern unsere Wahrnehmung. Auf ihrer Website zitiert die Universität Freiburg einen Forscher: «‹Mit über 150 Patientinnen und Patienten, die an der Studie teilgenommen haben, verfügten wir über eine staatliche Anzahl an Daten und konnten Vergleiche anstellen zwischen funktionellen Störungen in Folge von Tumoren oder von Schlaganfällen – eine Unterscheidung, die bislang noch sehr wenig erforscht worden war.›» Hoffentlich liest das die SVP nicht – der kritische Zustand der Staatsangestellten dürfte Wasser auf ihre Mühlen sein.
Jürg Fischer

Kecke

Die «SonntagsZeitung» porträtierte die Fernsehsportmoderatorin Steffi Buchli und war offensichtlich faszinierter von ihr, als dem Text guttat: «Sie nutzt die Neuen Medien rege, twittert leidenschaftlich und löst mit ihren blonden, kurzen Haaren, dem frechen Mundwerk und ihren hohen Stilettoabsätzen immer wieder Diskussionen aus. Auch unter Sportlern. An Buchlis kecken optischen Erscheinung, schaut man in der Reihe der doch eher blassen Sportmoderatoren, nicht so leicht vorbei.» Über diesen Satz stolpert man hingegen ganz ohne hohe Absätze.
Jürg Fischer

Rechtmässige

Noch scheinen in der jungen Ehe des britischen Prinzen William die Besitzverhältnisse nicht restlos geklärt. Nachdem der «Blick am Abend» am vorletzten Montag getitelt hatte: «Seine Frau, seine Brüste», was weit über feministische Kreise hinaus Irritation auslöste, kam tags darauf – ebenfalls auf der Titelseite – schon das Dementi: «Brüste gehören Herzogin Kate». Ein juristisches Schnellverfahren konnte da offenbar Klarheit schaffen.
Karin Hoffsten

Uneinsichtige

Dass in der letzten WOZ im «Diesseits von Gut und Böse» den «FreimaurerInnen» unterstellt wurde, die Weltherrschaft anzustreben, irritierte ebenfalls. Denn nachdem im Rahmen gewissenhafter Korrekturarbeiten das grosse I eingefügt worden war, fragte sich nicht nur die Autorin: Gibt es Freimaurerinnen? Doch wie Recherchen ergaben: Es gibt sie. In kleiner Zahl und eher im 20. Jahrhundert verankert, sind sie in eigenen Logen organisiert. Was die von ihr im Text behaupteten klandestinen Umtriebe angeht, beharrt die Autorin jedoch auf der männlichen Form.
Franziska Meister

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