Nr. 22/2013 vom 30.05.2013

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Feinschmeckerische

Die in nicht allzu weiter Ferne zur Abstimmung kommende 1:12-Initiative macht einigen potenziellen VerliererInnen jetzt schon gehörig Bauchweh. So leitartikelte die NZZ zum Thema und schrieb unter anderem dies: «Schaut man nach Frankreich, leiden dort vor allem junge Arbeitskräfte und Geringqualifizierte unter zu hohen Mindestlöhnen.» Sie sind nämlich gar nicht so unverschämt, wie man immer meint, diese Franzosen. Gerne halten sie sich an die der Königin Marie-Antoinette zugeschriebene Devise, Kuchen zu essen, wenn sie kein Brot haben.
Jürg Fischer

Asylsuchende

Erstaunlich klein war das Echo auf eine sensationelle Meldung im Gratisanzeiger «20 minuten»: «Bombendrohung: Sonne evakuiert». Vermutlich waren sich die Medien ausnahmsweise einig, unter ErdbewohnerInnen jegliche Panik zu vermeiden. Inzwischen wurde bekannt, dass sämtliche Peregrini Inflammati (feuerfesten Aliens) im System Alpha Centauri aufgenommen werden konnten. Das dortige Migrationsamt meldet, glücklicherweise sei man seinerzeit dem Schengener Abkommen nicht beigetreten, denn die «Perries», wie die kleinen NeuzuzügerInnen scherzhaft genannt werden, seien fleissig, genügsam und eine echte Bereicherung für die einheimische Kultur.
Karin Hoffsten

Heimattreue

Diese sehen in der Schweiz nicht nur die Schweizer Demokraten (SD) gefährdet, aber im Parteiprogramm sagen sie es am deutlichsten. WOZ-Leserin J. wies uns darauf hin: «In der Volksschule muss – wie in andern Ländern – der Text der Schweizer Nationalhymne gelernt werden.» Offenbar gehen die SD davon aus, dass nicht nur unsere Kinder den Schweizerpsalm lernen müssen, sondern dessen Text bereits fester Bestandteil ausländischer Lehrpläne ist.
Karin Hoffsten

Lernwillige

Im Übrigen fordern die SD: «Jeder Zugewanderte und anerkannte Flüchtlinge ist verpflichtet, sich einem (…) Integrationsprogramm zu unterziehen.» Darin gehts unter anderem um «gute Kenntnisse einer Landessprache und Grundkenntnisse der Schweizer Staats- und Kulturkunde. (…) Jeder Einwanderer muss dieses Programm bestehen.» Auch Schweizer MitbürgerInnen dürfen sich anmelden.
Karin Hoffsten

Praktische

«Bei einem Todesfall ist Schlüssel Druck AG in Sursee Ihr Ansprechpartner», lasen wir auf der Website der «Surseer Woche». Hinter dem Hinweis vermuten wir eine Konsequenz der exponentiell wachsenden Zahl an Singlehaushalten. Irgendwie müssen ÄrztInnen, Seelsorgende und Bestattungsunternehmen ja in die Wohnung der Verblichenen kommen.
Karin Hoffsten

Aktivierende

Am besten gefällt uns, wenn Medien sich gegenseitig die grossen Fragen der Welt beantworten. Da klagte zum Beispiel letzte Woche in «20 minuten» ein junger Mann auf der Suche nach Erfüllung: «Sie stöhnt nicht und ist steif wie ein Brett», gemeint war seine «tolle Freundin», und schon meldete der «SonntagsBlick»: «Der Durchbruch! Viagra für die Frau – Die Pille heisst Lybrido – Sie enthemmt und fördert die Lust». Notorischen Anwendern von KO-Tropfen eröffnen sich damit komplett neue Möglichkeiten: Tu Lybrido ihr ins Glas, dann hat auch sie jetzt ihren Spass!
Karin Hoffsten

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