Nr. 33/2013 vom 15.08.2013

Von Karin Hoffsten und Jürg Fischer

Irreführende

Der Hinweis auf unserer Website, «nach unserem Betriebsferienunterbruch» liege die WOZ wieder im Briefkasten, gab Leser S. Anlass zu berechtigten Fragen: «Ist der Betriebsferienunterbruch, wenn man wieder arbeiten geht? Oder dient das restliche Jahr bei der WOZ gar zur Erholung von den Ferien?» Leider nein.

Wiedergeborene

Über den Betrüger bei der Firma Microsoft konnte man in der NZZ lesen: «Es ergibt sich das Bild eines Einzelgängers, der süchtig nach Anerkennung schien. Denn dass er zusätzliche Einnahmequellen hatte, soll er mehrmals erwähnt haben. In Mitarbeitergesprächen soll dies zumindest andeutungsweise zur Sprache gekommen sein, ohne dass etwas passierte. Von Vorgesetzten zur Rede gestellt, soll sich der Beschuldigte mehrfach erfolgreich um Kopf und Kragen geredet haben.» Damit verfügte er offensichtlich über ähnliche Qualifikationen wie manche Schreibende. Sie schreiben sich um Kopf und Kragen und ziehen Ersteren doch immer wieder aus der Schlinge.

Entsorgsame

Nachdem man von St. Gallen, Frauenfeld, dem Gurten und ähnlichen Festivalschauplätzen wüste Bilder zurückgelassenen Mülls sehen konnte, wusste der «Zürcher Oberländer» für einmal anderes zu berichten: «An der 24. Ausgabe des Open-Air-Festivals Schlauer Bauer im Wetziker Eichholz herrschte Pfadilager-Stimmung. Der Abfall wurde minutiös eingesammelt und getrennt. Geschirr und Porzellan und echte Gläser wurden abgewaschen. Aber es gab auch viel gute Musik.» Ein klassisches Beispiel einer Umwertung der Werte. Wir befürchten aber, dass die gute Musik zu einem Ohr hinein- und zum anderen wieder hinausging.

Gemeinplatzängstliche

Auch RadiomoderatorInnen dürfen mal einen Durchhänger haben. Trotzdem mussten wir lachen, als es in einer Ansage auf «SRF 2 Kultur» hiess: «Natur und Kultur – eine immer wieder beliebte Kombination». Wir hatten dies nämlich schon geahnt. Im Rahmen eines nächsten Relaunchs könnte sich der Sender mit Fug und Recht umbenennen in «SRF 2 Natur und Kultur».

Unverfängliche

Durchaus nicht alle deutschsprachigen Speisekarten und Schilder im nicht deutschsprachigen Ausland enthalten lustige Grammatikfehler. Sprachlich ohne Tadel ist beispielsweise der Hinweis, dem WOZ-Leserin U. auf einem gelben Warnschild in der Türkei begegnete: «Hier wird Sauberkeit gemacht.» Wie Frau U. versichert, befand sich das Schild nicht auf dem Taksimplatz.

Wissenschaftliche

Wie viel wir der Sachkenntnis unserer LeserInnen verdanken, wurde uns einmal mehr bewusst, als wir folgende Zeilen von Herrn K. erhielten: «In Ihrem Artikel zur Geothermie (WOZ Nr. 32/13) schreiben Sie von Silikon, das im Wasser gelöst ist und an der Oberfläche ausfällt. Das stimmt so nicht. Was Sie meinen, ist amorphes Silikat (SiO). Mit Silikon zum Abdichten hat dies nichts zu tun.» Silikate sind Salze der Kieselsäure, Silikone hingegen organische Siliziumverbindungen. Falls Sie jetzt denken, das sei doch egal, von Chemie verstünden Sie sowieso nichts, stellen Sie sich nur mal kurz vor, wie Kieselsäure im Busen beim Knutschen knirschen würde.

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