Nr. 51/2013 vom 19.12.2013

Von Karin Hoffsten

Optimistische

«Wir haben die spannendste Liga in ganz Europa», jubelte der «Blick» und liess fünf SportredaktorInnen tippen, zu wie viel Prozent sie ihren Lieblingsfussballklub als diesjährigen Schweizer Meister sehen. Tapfer vergaben die LokalpatriotInnen ihren Favoriten Chancen von insgesamt 240 Prozent. Ausserhalb von Basel hätte sich der besagte «Blick» sonst wohl kaum verkaufen lassen.

Durchschnittliche

Auch bei der «Sonntagszeitung» wurde gerechnet: «Für die Detailhändler sind die letzten drei Monate des Jahres entscheidend. Warenhäuser wie Globus und Manor erzielen bis zu 25 Prozent ihres Gesamtumsatzes im letzten Quartal.» Das überrascht uns jetzt, denn ein Quartal ist ja nur ein Viertel, und 25 Prozent sind … behalte eins … Ach, egal.

Ausserirdische

Dafür setzte sich «GMX aktuell» exakt mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen auseinander: «Gibt es Leben auf dem Mars? Messungen beweisen: Lebewesen halten vielleicht nur Winterschlaf.» Und sind vielleicht eben doch grün.

Bipolare

Bis anhin Unbekanntes über die Frau enthüllte die «Basler Zeitung»: «Frauen sind anders als Männer. Sie ergänzen sich oft, manchmal widersprechen sie sich aber auch heftig. Wer verheiratet ist, weiss, was ich meine.» Schliesslich kann kein Single erahnen, wie schön eine Frau sich ergänzt, wenn sie sich gerade nicht widerspricht.

Spitze

Die hammerharte Realität bürgerlicher Ehen goss dann der «Tages-Anzeiger» ins treffende Sprachbild: «Nun wollen die beiden im nächsten Jahr Nägel mit Köpfen machen: Sie heiraten.»

Streitbare

Ähnliches tut sich zurzeit in der deutschen Regierung. «Nach langen und zähen Verhandlungen ist damit die Grosse Koalition offiziell besiegelt», berichtete die «Tagesschau» auf SRF, doch offenbar ist schon jetzt der Teufel los: «Morgen sollen dann im Bundestag Kanzlerin Angela Merkel gewählt und das Kabinett verteidigt werden.»

Professionelle

«Die Blaulichtorganisationen waren mit einem Grossaufgebot vor Ort. (…) Die Bergung der Unfallstelle habe bis um Mitternacht gedauert.» Wenn unsere Rettungskräfte so arbeiten, wie «20 Minuten» über sie schreibt, sehen wir schwarz.

Gefundene

In der letzten WOZ liessen wir «Findlingskindern» von Ordensfrauen Ziegen- und Eselsmilch verabreichen, doch plötzlich kamen an deren Existenz Zweifel auf – hatte ein Hinkelstein das Findelkind verdrängt? Doch zum Glück konnte Kollege B. unsere Variante legitimieren: Oberhalb von Churwalden kennt er einen Findling, dem die Einheimischen zeugungsfördernde Kräfte zuschreiben und der nach dem Bündner Wort für Baby «Poppistei» genannt wird. Und genau von dort kommen sie, unsere Findlingskinder!

woznews@woz.ch

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