Nr. 02/2014 vom 09.01.2014

Bananen

Ein Kreis von engagierten Frauen in Frauenfeld stellte sich 1973 die scheinbar simple Frage: «Warum sind Bananen billiger als Äpfel?» Mit dieser Frage trafen sie damals den Kern der Ungerechtigkeit des Welthandels. Am 19. und 20. Oktober 1973 ist die Gruppe mit Leiterwagen, gefüllt mit Bananen, und einer eigenen «Bananenzeitung» in Frauenfeld auf die Strasse gegangen.

Vierzig Jahre später ist, nicht zuletzt dank der «Bananenfrauen», fairer Handel in der Schweiz ein anerkanntes Marktsegment. Zum Jubiläum gibt es die Ausstellung «Hartnäckig und unverfroren» in der Stadtgalerie Baliere und ein Rahmenprogramm mit Filmen, einem Erzählcafé mit «Bananenfrauen» und Gästen. Ausserdem wird zur Podiumsdiskussion «Mehr Gerechtigkeit in Politik und Wirtschaft» eingeladen. Die TeilnehmerInnen: Matthias Hui (Theologe und ehemaliger Mitarbeiter der Fachstelle für Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit), Hildegard Fässler (Altnationalrätin), Patrick Hohmann (Textilfirma Remei AG) und die «Bananenfrau» Ursula Brunner.

Frauenfeld Stadtgalerie Baliere, Kreuzplatz. Ausstellung: jeweils Di, 16–20, Sa, 10–16, 
So, 12–16 Uhr, geöffnet bis 9. Februar 2014. Erzählcafé: jeweils Sa, 15 Uhr. Podium: Gasthaus Goldenes Kreuz, Di, 21. Januar 2014, 19.30 Uhr.

Justiz

«Grauen-Voll-Zug»: Unter diesem Titel findet die nächste Veranstaltung im Rahmen der Politischen Abendgottesdienste statt. Gast ist Nico Bischof, leitender Psychologe im Justizvollzug des Kantons Zürich, der zu Fragen zur Ethik im Strafvollzug Stellung nimmt.

Zürich AKI, Katholische Hochschulgemeinde, Hirschengraben 86, Fr, 10. Januar 2014, 18.30 Uhr.

Die Justiz steht je länger, je mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Juristische Prozesse werden für private oder politische Zwecke instrumentalisiert, und es wird immer wieder die Kritik laut, dass sich die Justiz durch mediale Aufmerksamkeit manipulieren lasse. Welche Faktoren beeinflussen die Wahrnehmung der Justiz in der Öffentlichkeit? Wo liegen problematische Schnittstellen, und wie kann mit diesen umgegangen werden? Dies diskutieren auf dem Podium Kurt Imhof (Publizistikwissenschaftler und Soziologe), Daniel Jositsch (Rechtswissenschaftler und SP-Nationalrat), Marie Schurr (Bezirksrichterin und SP-Kandidatin fürs Bezirksgerichtspräsidium) und NZZ-Gerichtsberichterstatterin Brigitte Hürlimann.

Zürich Wirtschaft Neumarkt, Neumarkt 5, 
Do, 9. Januar 2014, 19.30 Uhr.

Mindestlohn

Dieses Jahr wird über die Mindestlohninitiative der Gewerkschaften abgestimmt. Vor diesem Hintergrund lädt die Gewerkschaft Unia zu einer Tagung ein. Sie richtet sich an GewerkschafterInnen, Studierende sowie weitere sozialpolitisch interessierte Personen. Abgeschlossen wird die Tagung mit einer Podiumsdiskussion mit Vania Alleva (Kopräsidentin Gewerkschaft Unia), Daniel Lampart (Chefökonom Schweizerischer Gewerkschaftsbund), Marc Chesney (Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Zürich) und Andreas Rieger (Gewerkschaft Unia).

Bern Unia Zentralsekretariat, Egghölzli, Weltpoststrasse 20, Saal A (1. OG), Fr, 7. Februar 2014, 9–17 Uhr. Anmeldung bis 20. Januar 2014 unter 
www.unia.ch/TagungMILO oder telefonisch 
unter 031 350 23 09. Übersetzung Deutsch 
und Französisch, Programm/Workshops siehe Unia-Website. Die Tagung ist kostenlos.

Multis

Yvonne Zimmermann von der Stiftung Solifonds gibt einen Input zu «Nestlé in Kolumbien und die Repression gegen GewerkschafterInnen». Danach wird der Kurzfilm «Die Preislüge. Wer zahlt für mein T-Shirt» von René Kirschey und Thomas Hauer vorgeführt, der aufzeigt, welch hohen Preis ArbeiterInnen in der Textilindustrie in Bangladesch bezahlen.

Baden Kino Royal, Bahnhofstrasse 39, Mi, 15. Januar 2014, 19.30 Uhr.

Nahrungsmittel

Woher stammen unsere Nahrungsmittel? Wie werden sie produziert? Unsere Kaufentscheide haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit, beeinflussen aber auch die Umwelt und das Leben anderer Menschen. Helvetas zeigt nun die neue Wanderausstellung «Wir essen die Welt» über Genuss, Geschäft und Globalisierung.

Aarau Naturama Aargau, Feerstrasse 17, 
bis 9. Februar 2014. Anschliessend in weiteren Schweizer Städten.

Yes Men

In Basel ist der Dokumentarfilm «Die Yes Men regeln die Welt» zu sehen: Als angebliche Vertreter von Wirtschaftsunternehmen und Regierungen lassen sich die beiden US-Politaktivisten The Yes Men auf internationale Kongresse einladen, wo sie absurd-komische Präsentationen und Reden halten. Doch das Lachen bleibt den ZuschauerInnen fast immer im Hals stecken, wenn sie realisieren, dass die wahnwitzigen Vorschläge der Protagonisten von vielen KongressteilnehmerInnen für bare Münze genommen werden.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, 
Mo, 13. Januar 2014, 19 Uhr.

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