Nr. 13/2014 vom 27.03.2014

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Wahltaktische

Manchmal wird noch aus Korrigenda ein Problemfall, wie kürzlich in der NZZ: «Der Kandidat der SP für den Gemeinderat von Affoltern am Albis heisst mit Martin, nicht Markus Gallusser, wie in der NZZ (12.3.14) fälschlicherweise geschrieben wurde.» Vermutlich ist Ihre Stimme gültig, wenn Sie einfach M. Gallusser auf den Wahlzettel schreiben.
Jürg Fischer

Verhütete

Über das bedrohte mexikanische Urtier Axolotl berichtete der «Tages-Anzeiger»: «1804 brachte der Naturforscher Alexander von Humboldt erstmals einen Axolotl nach Europa. Er erregte so viel Aufsehen, dass man ihn in Pariser ausstellte.» Da hat er sich ein bisschen verhaspelt, aber es passt schon, denn der Axolotl gehört ja schliesslich zur Gattung der Schwanzlurche.
Jürg Fischer

Paarweise

«Laut offiziellen Statistiken nahmen in den vergangenen Jahren im Kanton Thurgau die Heiratszahlen zu, während die Anzahl von Eheschliessungen rückläufig waren», meldet die «Thurgauer Zeitung», um konsequent anzufügen: «Wie eine Umfrage bei Experten zeigt, können diese Tendenzen jedoch nicht eindeutig bestätigt werden.» Die Riten und Rituale auf dem Lande können wir ja nicht immer ganz verstehen, doch wir befürchten ein Grassieren der Vielweiberei in Mostindien.
Jürg Fischer

Ungewöhnliche

Über einen Besuch beim russischen Botschafter Alexander Golowin in Bern hiess es in der «Weltwoche»: «Nüchtern und klar legte Golovin bei Schwarztee und Gebäck das hierzulande unterbelichtete Sicht der Russen auf den Konflikt dar.» Das ist ja bei einem Russen keine Selbstverständlichkeit. Und weil die drei Interviewer wohl nicht damit gerechnet hatten, dass nur Schwarztee gereicht wurde, war ihnen nach dem Gespräch vermutlich spontan nach einem Wodka zumute.
Karin Hoffsten

Vorausschauende

Die Gundel Gaukeley des Medienzeitalters, Monica Kissling, vulgo Madame Étoile, hat wieder einmal weitreichende Ahnungen: «Die Kommunikationssterne zeigen sich von der wohlwollenden und konstruktiven Seite. So sind die nächsten Tage günstig, um in Konflikten zu vermitteln und Einigungen zu finden. Gelingt dies allerdings nicht, steht ein äusserst turbulenter April bevor.» Vielleicht sollte Didier Burkhalter für April vorsichtshalber Urlaub eingeben.
Karin Hoffsten

Komplizierte

«Hätten Sies gewusst?» hiess einstmals ein deutsches TV-Quiz, doch im folgenden Fall wussten wir es allerdings nicht: wie der Name des Führers der rechtsradikalen ukrainischen Partei Swoboda korrekt transkribiert wird. Auf die kyrillische Originalschreibweise müssen wir an dieser Stelle leider aus technischen Gründen verzichten, bei uns hiess der Mann bisher «Oleg Tjagnibok». Das entspricht aber der Transkription aus dem Russischen, aus dem Ukrainischen transkribiert muss es «Oleh Tjahnybok» heissen. Einer der kyrillischen Buchstaben ist zum Beispiel im Russischen ein g, im Ukrainischen aber ein h. Und bevor Sie jetzt denken, das sei doch eh egal, der Kerl habe es auch nicht besser verdient, stellen Sie sich mal vor, was dieser Irrtum für Kiewer GermanistInnen bedeuten würde: Von Hoethe über Hanhgofer bis zu Germann Gesse – ein einziges Chaos!
Karin Hoffsten

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