Nr. 14/2014 vom 03.04.2014

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Treffsichere

Verlorene Buchstaben führen immer wieder zu freudschen Umkehrschlüssen; so wurde der unglückliche Spieler des FC Thun, der im Elfmeterschiessen des Cuphalbfinalspiels gegen den FC Zürich einen Penalty verschoss, vom «Tages-Anzeiger» «Chistian Schneuwly» genannt. Eben nicht! Wäre Christian ein Chistian gewesen, hätte er die Chischte versenkt.
Jürg Fischer

Unschlagbare

Damit nicht genug, zeigte sich dasselbe Medium auch mit folgender Formulierung in Hochform: «Dabei habe auch eine Rolle gespielt, dass die Uni-Hauklinik vor einigen Jahren schon einmal in die Schlagzeilen geraten war …» Besagte Klinik war übrigens nicht Professor Mörgelis Medizinhistorischem Museum angegliedert, sondern den Erziehungswissenschaften.
Jürg Fischer

Verübelnde

Auch der «Blick am Abend» geizte mit Buchstaben. Helmut-Maria Glogger beschrieb seine Erlebnisse mit der SBB: «Im Zug: Vorfreude auf ein kleines Mittagessen. Blöd nur: Den Speiewagen konnten sie aus ‹technischen Gründen› nicht anhängen.» Dabei wäre der Speiewagen gerade dann angebracht, wenn man den neusten Glogger nicht verdauen kann.
Jürg Fischer

Erschreckende

Als die NZZ in ihrer morgendlichen Mailübersicht «Patenboxen im Zwielicht» ankündigte, befürchtete WOZ-Leser T. schon das Schlimmste, doch zum Glück handelte es sich nur um eine weitere Buchstabensparmassnahme: Gemeint waren Patentboxen. Die Initiative, die ein lebenslängliches Besuchsverbot für Göttis fordert, bleibt uns vorerst erspart.
Karin Hoffsten

Tiefschürfende

«Journalisten eröffnet die neue Medienvielfalt die Möglichkeit, sich neu zu erfinden. Sie können ihr Talent in allen Tempi und Formen zeigen», frohlockte jüngst der Chefredaktor des «Tages-Anzeigers». Seine Untergebenen nutzen die Möglichkeit bereits fleissig, wie der Titel «Suche nach MH 370 ist ein Fass ohne Boden» zeigte. Dieses Fass kann wenigstens nicht überlaufen.
Jürg Fischer

Bissige

Mit dem Titel der Woche beglückte uns jedoch diesmal «Punkt, das Personalmagazin von Spital Netz Bern und Inselspital»: «Dem Harnblasenkrebs auf den Zahn gefühlt». Sensible Urologen sollten besser die Finger davon lassen.
Karin Hoffsten

Professionelle

Ein Foto im «Beobachter» zeigte Demonstrierende mit Transparenten, auf deren einem zu lesen war: «… Weil wir es uns Wert sind!!! Wie lange lässt Ihr uns noch im Regen stehen». Die Bildlegende enthüllte: «Berner Lehrer demonstrieren 2010 für höhere Löhne.» – «Vielleicht waren das ja die Mathelehrer?», überlegte der Kollege H. versöhnlich. Ein wirklicher Trost ist uns das nicht.
Karin Hoffsten

Assoziierte

Ob während der in einem Inserat verheissenen «Frühlings Entschlackung» auch Gedichte von Frank Wedekind vorgelesen werden, wissen wir nicht. Aber schön wäre es.
Karin Hoffsten

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