Nr. 16/2014 vom 17.04.2014

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Angezählte

«Es war pikanterweise einer der Vox-Autoren selber, die die eigenen Umfrageergebnisse relativiert haben», meldet die NZZ. Nun wundert uns nichts mehr. Wenn sie schon als Individuen im Plural auftreten, ist auf ihre Zählergebnisse nicht wirklich Verlass. Dabei wäre es doch schön gewesen, alle gespaltenen Persönlichkeiten hätten am 9. Februar ein mehrfaches Nein eingelegt.
Jürg Fischer

Knallköpfelnde

Ebenfalls aus der NZZ stammt dieser sportliche Schlenzer zum Abstiegskampf in der deutschen Bundesliga: «Nein, es liegt daran, wer so alles dabei ist. Nicht nur die üblichen Verdächtigen, nicht bloss der 1. FC Nürnberg und der SC Freiburg, zwei Kandidaten, bei denen in jedem Jahr die Korken knallen, indem sie die Erstklassigkeit bewahren.» Vielleicht wäre das zu verhindern, wenn sie nicht so viele Flaschen auf dem Feld aufstellen würden.
Jürg Fischer

Vorübergehende

Auf «Tages-Anzeiger Online» muss ja immer alles schnell gehen. So hiess es dort kürzlich, der «Kampfjetz» könne auch gegen den Volkswillen beschafft werden, was vermutlich unseren Armeechef animierte, sofort 300 Liter Mineralwasser ohne Blöterli in seinen Keller zu stellen. Und dass auf derselben Website die Headline «Kiew stellt Referendum in Aussicht» zeitweilig unter «Amerika» zu finden war, deuten wir als vorsichtige Symbolik dafür, dass die Westukraine statt zu Europa doch lieber gleich zu den USA gehören würde.
Karin Hoffsten

Erotisierte

Doch genug der Politik. Jetzt ist der Frühling da und lässt es wieder schwellen und quellen bei Mensch, Tier und Gemüse. Zum Beispiel in der NZZ: «Zwischen den runzligen Pastinaken und den bärtigen Steckrüben machen die blassgrünen, vor Kraft strotzenden Stangen eine jugendfrische Figur – und die eigentümliche Röte, die ihnen in die Haut geschossen ist, lässt sie noch juveniler erscheinen, freudig entflammt, voller Erwartung, kussbereit. Die Erregtheit des Barbaren lässt auch in der Küche nicht nach. Ziehen wir ihm die fein strukturierte, kaum merklich und nur sporadisch genoppte Haut vom Leib, so stossen wir auf kräftige Fasern, die ohne jedes Zaudern pfiffgerade vom Wurzelansatz zu den riesigen, pfotenartigen Blättern rasen. (…) Der Duft ist eher süsslich-fruchtig, ein wenig exotisch fast – als Antwort auf den ersten Druck unserer Zähne aber spritzt uns der (…)» – doch jetzt wollen wir den Autor und seinen Rhabarber nicht weiter stören.
Karin Hoffsten

Erotisierte II

Aber auch wir bleiben vom Lenz nicht gänzlich unberührt. So entdeckte WOZ-Leser B. kürzlich auf unserer Website folgende Ankündigungen: «Umstrittener Pornofilter», «Rein und raus in Graubünden» und «Die sexuelle Energie ist grösser als die politische». Honi soit qui mal y pense – auch uns ist schliesslich nichts Menschliches fremd.
Karin Hoffsten

Verunglückte

«Sein Schulweg führte am Garten der Villa von Heinrich Hoffmann vorbei, Hitlers Hoffotografen, dessen silberner Mercedes Coupé er bewunderte», hiess es in der «NZZ am Sonntag». Ach, hätte man doch diesem Satz einfach das deklinierte Adjektiv «silberner» erspart, und schon bestäche er allein dank seiner köstlichen Alliteration.
Karin Hoffsten

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