Nr. 32/2014 vom 07.08.2014

Festival

Claim the Streets

Die Kunst muss raus auf die Strassen! Man kann dieses Wochenende natürlich nach Bern, wo das Strassenmusikfestival Buskers wieder die Altstadt zu einem lebendigen Wimmelbild machen wird. Man kann aber auch nach La Chaux-de-Fonds zum Schlusswochenende von La Plage des Six Pompes, das im 21. Jahr Strassenkunst vornehmlich aus dem frankofonen Raum versammelt. Vierzig verschiedene Gruppen aus Frankreich, der Schweiz, Burkina Faso, Belgien, Kanada und den USA zeigen Spektakel von Akrobatik bis zu Performancekunst – es ist das grösste Festival seiner Art in der Schweiz.

Der «Off»-Teil des Festivals, in dem KünstlerInnen sich ihren Platz auf dem Trottoir und die Aufmerksamkeit des Publikums erkämpfen mussten, wird dieses Jahr ersetzt durch ein besser betreutes Format namens «Nouvelle Vague». In dessen Rahmen werden junge Kollektive ausgewählt, ihre Arbeiten gestandenen Profis zu zeigen und während des Festivals in Proberäumen weiterzuentwickeln.

Buskers in: Bern untere Altstadt, 
Do–Sa, 7.–9. August 2014. www.buskersbern.ch

La Plage des Six Pompes in: La Chaux-de-Fonds, bis und mit Sa, 9. August 2014. www.laplage.ch

Roland Fischer

Philosophische Diskussion

Menschenwürde

Ist es eines Menschen würdig, in einer unterirdischen Unterkunft leben zu müssen, gemeinsam mit über hundert MitbewohnerInnen, wie das Asylsuchende seit gut zwei Jahren in Bern zu tun gezwungen sind? Gehört es zur Würde eines Menschen, selbst zu bestimmen, wann er sterben möchte? «Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen» steht in der Bundesverfassung. Doch was genau ist Menschenwürde, und wie lässt sie sich ethisch und argumentativ begründen? Und wo stösst man im Alltag auf damit verbundene Probleme?

Solche Fragen werden an der Veranstaltung «Philosophische Perspektiven zur Menschenwürde» diskutiert, die das Netzwerk Philosophie.ch organisiert. Den Anfang macht ein Vortrag von Holger Baumann vom Ethik-Zentrum Zürich. Dann stösst der Redner zu einer Diskussionrunde mit Chris Neuhäuser (Universität Luzern, Leiter Weiterbildungsprogramm Philosophie und Medizin), Ursula Aellen (Kirchliche Gassenarbeit Bern) und Patrick Walder (Kampagnenkoordinator Amnesty International).

«Philosophische Perspektiven zur Menschenwürde» in: Bern Forum Altenberg, Altenbergstrasse 40, Do, 7. August 2014, 19 Uhr. 
www.forumaltenberg.ch

Silvia Süess

Freilichttheater

Don Camillo und Peppone

Man kennt die beiden aus dem Film: Wenn der lausbübisch-leidenschaftliche Priester und der starrköpfig-derbe Bürgermeister sich treffen, geht es um alltägliche Querelen in der italienischen Nachkriegsprovinz ebenso wie um grosse Politik. Heftige Wortgefechte enden gern einmal in Handgreiflichkeiten. Als der Kommunist Peppone sich auch noch erfrecht, seinen Sohn Lenin zu taufen, platzt Don Camillo der Kragen. Gerold Theobalt, Schauspieldirektor der Wuppertaler Bühnen, hat die Geschichten von Giovannino Guareschi fürs Theater adaptiert; nun bringt die Regisseurin Barbara Grimm sie fürs Theater Biel Solothurn an passendem Ort, im Kapuzinerkloster Solothurn, auf die Bühne.

«Don Camillo und Peppone» in: Solothurn Kapuzinerkloster, ab So, 10. August 2014, 20 Uhr. 
www.tobs.ch

Roland Fischer

Musikperformance

Peinlicher Albtraum

Im Avers kann man nicht nur bestens wandern, sondern auch regelmässig zeitgenössische Kultur geniessen. Schon zum achten Mal geht an diesem Samstag bei Cresta ein «Hexperiment» über die Bühne, eine kulturelle Auseinandersetzung mit der Hexenverfolgung im Tal. Grundlage der Performances sind Protokolle von Averser Hexenprozessen aus dem 17. Jahrhundert. Diese werden transkribiert, in die Geschichte des Tals eingebettet und dann auf künstlerische Weise auf ihre Aktualität hin befragt: So geht es nicht mehr allein um die historischen Fakten, sondern um grundsätzliche Fragen von Aussenseitertum, Gewalt oder Menschenrechten. Dieses Mal sind Die Nachbarn mit «Mein peinlicher Albtraum» zu Besuch, ein literarisch-musikalisches Kollektiv aus Wien, mit Christof Dienz (Zither und Komposition), Andreas Patton (Performance), Alexandra Dienz (Kontrabass) und Karin Bergammer (Story).

«Hexperiment VIII» in: Avers Nüwa Hus, 
Sa, 9. August 2014, 18–21 Uhr (Essen und Aufführung). Platzzahl beschränkt, Reservation unerlässlich. www.hexperimente.ch

Roland Fischer

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch