Nr. 49/2015 vom 03.12.2015

Menschenrechte im Film

Die Syrienkrise, der Nahostkonflikt, die fehlenden Rechte der Homosexuellen sowie die Nachwehen der Kolonialisierung: Das sind die Themen des Human Rights Film Festival in Zürich – wie natürlich auch die aktuelle Flüchtlingskrise, die wiederum eine direkte oder indirekte Folge der genannten Zustände ist. Der Dokumentarfilm «On the Bride’s Side» begleitet fünf syrische und palästinensische Flüchtlinge, die sich als Hochzeitsgesellschaft tarnen, um von Lampedusa nach Schweden zu gelangen. «Miners Shot Down» handelt vom Streik der Minenarbeiter in einer der grössten Platinminen von Südafrika, und in «Stories of Our Lives» erzählen junge Queers aus Kenia von ihren Erfahrungen und Ängsten.

Der Essayfilm «Concerning Violence» schliesslich entwirft eine Collage über die Unabhängigkeitskämpfe in Afrika auf der Basis der Schriften von Frantz Fanon und mit der Stimme von Lauryn Hill von den Fugees. Nach den Vorführungen diskutieren Filmschaffende, Darstellerinnen oder Aktivisten.

Human Rights Film Festival in: Zürich Kino Riffraff und Filmpodium, Mi–So, 9.–13. Dezember 2015. www.humanrightsfilmfestival.ch

Silvia Süess

Comics und Bohème

«Tim im Kongo» liegt über achtzig Jahre zurück, aber wenn es um Afrika geht, vermitteln immer noch viele europäische Comics das Bild eines wilden, unzivilisierten Kontinents. Wie aber sehen afrikanische ZeichnerInnen ihre jeweilige Heimat? Die Basler Afrika-Bibliographien und Studierende der Universität Basel haben Comics aus verschiedenen afrikanischen Ländern zusammengetragen und stellen diesen Beispiele aus europäischen und US-Comics gegenüber.

«Kaboom! Afrikanische Comics im Fokus» in: Basel Basler Afrika-Bibliographien, Klosterberg 23, 5. Dezember 2015 bis 2. Januar 2016. www.baslerafrika.ch

Silvia Süess

Er führte ein Bohème-Leben im Bern der fünfziger und sechziger Jahre: Alfred Steffen, Bob genannt, war selbstständiger Dekorateur, hatte eine Beziehung mit einem afroamerikanischen Tänzer und stand nackt Modell für den Fotografen Werner Bandi – die Fotos erschienen damals in der Schwulenzeitschrift «Der Kreis». In Bern ist nun eine Ausstellung über diesen Paradiesvogel und Partykönig zu sehen, der 2012 mit 84 Jahren starb. Die Szenografin Heidy-Jo Wenger hat einige seiner Schaufenster nachgebaut und mit Archivfotos, Möbeln von Bob sowie Hörstationen ausstaffiert.

«Bob, le Flaneur» in: Bern Kornhausforum, bis Sonntag, 20. Dezember. Stadtrundgang mit Ausstellungsmacherin Veronika Minder: So, 6. Dezember 2015, 16 Uhr (Treffpunkt in der Ausstellung). www.kornhausforum.ch

Silvia Süess

Haschisch und LSD

«Der Rausch setzt sich in der Nacht mit schönen prismatischen Rändern gegen den Alltag ab», notiert Walter Benjamin in den Aufzeichnungen «Haschisch in Marseille» (1932). Der Rausch als Katalysator für klares Denken: So bringt Simon Brusis unter der Regie von Heike M. Goetze die Haschisch-Schriften des flanierenden Kulturtheoretikers auf die Neumarkt-Bühne. Und wenn der Rausch verflogen ist, wartet im Theater Basel Thom Luz mit seiner szenischen Glückspille über Albert Hofmann und sein Sorgenkind namens LSD.

«Über Haschisch» in: Zürich, Theater Neumarkt, Do, 3. Dezember 2015 (Premiere). Di, 8. Dezember 2015, Sa, 12., Do, 17., Fr, 18. Dezember 2015. 20.30 Uhr.

«LSD – Mein Sorgenkind» in: Basel, Theater Basel, Di, 8. Dezember 2015, 20 Uhr. Weitere Termine: www.theaterbasel.ch.

Florian Keller

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