Nr. 51/2015 vom 17.12.2015

Von Silvia Süess

Unberechenbar

Puts Marie, das sind: Max Usata, Sirup Gagavil, Igor Stepniewski, Nick Porsche und Beni 06. Die fünf Männer aus Biel machen seit gut fünfzehn Jahren zusammen Musik. Angefangen haben sie mit legendären Konzerten, an denen sie sich als Adelige oder als Kunstpunks verkleideten. Dann zogen sie gemeinsam als Strassenmusikanten durch die Welt, 2009 legten sie eine musikalische Pause ein, machten Kinder, Soloprojekte, Theater und andere schöne Dinge. Um sich dann zwei Jahre später wieder zusammenzufinden – zum Glück.

Denn ihre Konzerte sind noch immer legendär dank der unberechenbaren Darbietungen des Frontmanns Max Usata und natürlich dank der unverwechselbaren Musik, die stets zum Tanz auffordert. Da wird geschrien, gerappt, mal heult ein Hund, mal spielen die Bläser auf, und mal klingt es nach italienischem Kitschpop. So auch auf ihrem neuen Album «Masoch II», mit dem die Mannen nun auf Tournee sind.

Puts Marie in: Bern Dachstock der Reithalle, Fr, 18. Dezember 2015, 21 Uhr, Support: Stude and Lord Kesseli & The Drums. www.dachstock.ch. Biel Le Singe, Sa, 19. Dezember 2015, 21 Uhr. www.lesinge.ch

Aufruf zur Selbstjustiz

Ein Selbstversuch – so kündet die Theatergruppe Hengst und Hitzkopf ihr Stück «Charles Bronson bin ich» an. Bronson war der Held der Westernfilme der sechziger und siebziger Jahre, er war der geheimnisvolle Mundharmonikaspieler in «Spiel mir das Lied vom Tod» (1968), und in «Ein Mann sieht rot» (1974) spielte er einen Architekten, der auf einem persönlichen Rachefeldzug durch New York mehrere Menschen tötet.

In «Charles Bronson bin ich» begibt sich die Gruppe um Dominik Locher, Timo Krstin, Lukas Sander und Rahel Sternberg auf die Suche nach dem Bronson in uns allen: Sie geben Anleitungen zur Selbstjustiz und lehren uns, eine Waffe zu bauen. Zu Gast ist ausserdem Christian Kast, der, nachdem ihm die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) seine Kinder weggenommen hatten, diese aus dem Heim entführt und sie mit der Mutter auf die Philippinen geschickt hat.

«Charles Bronson bin ich» in: Zürich Fabriktheater Rote Fabrik, Do–Sa, 17.–19. Dezember 2015, 20 Uhr. www.rotefabrik.ch

Blutige Komplizenschaft

43 Studenten verschwanden in der mexikanischen Stadt Iguala in der Nacht das 26. September 2014. Die Männer wurden nach Strassenschlachten mit der Polizei auf Befehl des Bürgermeisters verhaftet und der Verbrecherbande Guerreros Unidos (Vereinigte Krieger) übergeben. Diese ermordeten die Studenten und verbrannten ihre Leichen auf dem Müllplatz. In Mexiko sind Morde an PolitaktivistInnen extrem häufig. Doch hier erreichte die Verstrickung von korrupten Sicherheitskräften, Justiz, Politik und organisierter Kriminalität eine neue Dimension. Der Dokumentarfilm «Ayotzinapa: Chronik eines Staatsverbrechens» von Xavier Robles rekonstruiert die Vorfälle und zeigt diese Komplizenschaft auf.

«Ayotzinapa: Chronik eines Staatsverbrechens» in: Basel Neues Kino, Klybeckstrasse 247, Sa, 19. Dezember 2015, 19 Uhr; Schlussdiskussion in Anwesenheit von Omar García, Studienkollege der verschwundenen Studenten. www.neueskinobasel.ch

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