Nr. 05/2016 vom 04.02.2016

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Nahöstliche

Irgendwie Stehsatz erwischt hat der «Blick am Abend», als er die jüngsten Fortschritte der syrischen Regierungstruppen mit «Erfolg für Arafats Kämpfer» kommentierte. Nicht so schlimm, denn: Assad? Arafat? Christenmensch? Muselmane? Ist doch alles mehr oder weniger gehupft wie gesprungen.
Jürg Fischer

Stoffwechselnde

Einer Reportage auf der Website srf.ch über die Voraussetzungen für die Arbeit auf dem einsamen Posten von Kap Hoorn an der Südspitze Chiles entnehmen wir: «Der Bilddarm muss operiert sein.» Das hört sich grausam an, ist aber besser so; denn wenn sich der Bilddarm entzündet, geht nicht selten die Leinwand in Flammen auf.
Jürg Fischer

Heisse

Vor Gefahren durch überhitzte Akkus, die auch in unseren Gefilden drohen, warnte der «Blick am Abend»: «Die Folge ist eine Explosion, die ohne einen Zimmerbrand auslösen kann.» Wird der Akku in sogenannten Hotpants mit sich getragen, ist besondere Vorsicht geboten.
Karin Hoffsten

Rezeptpflichtige

«17,4 Prozent mehr Medikamente als Männer bezogen die Frauen in der Schweiz im Jahr 2014», wusste das Konsumentenmagazin «Saldo». Nicht spezifiziert wurde, ob die Zahl nur patentierte Originalmänner oder auch Generika umfasst.
Jürg Fischer

Dahingeraffte

Dank «Tages-Anzeiger» haben wir nun auch Kenntnis von erschreckenden Vorgängen in der Landeshauptstadt: «Die Taubenpest halbierte die Berner Population.» Doch bei aller Tragik verheisst das ja auch eine Entspannung des Wohnungsmarkts.
Karin Hoffsten

Farblose

«Das Bild der Banker als Masters of the Universe ist verbleicht», zitierte die «SonntagsZeitung» einen Ökonomen, und ums gleich zu sagen: Falsch ist das nicht. Neben der Form «verblichen» erlaubt der Duden: «(seltener auch:) verbleicht». Das wiederum gestattet uns ungetrübte Freude am Satzinhalt. Sollten jetzt noch die Löhne entsprechend verblassen, sind wir zufrieden.
Karin Hoffsten

Melodiöse

«Kult», die Plattform für Blogs aller Art, erweiterte unsern Horizont: Nachdem Arno Stern, «Experte für Kunsterziehung, Pädagoge, Autor und Wissenschaftler (…) 1946 als Mitarbeiter in einem Heim für Kriegsweisen entdeckt hatte, wie wichtig das Spiel ist, vorausgesetzt es geschieht unter geeigneten Bedingungen, erfand er dafür eine besondere Einrichtung, die bis heute weiterbesteht: Der ‹Malort› in Paris.» Offenbar schienen dem Pädagogen elegische Kriegsweisen als für die musikalische Grunderziehung ungeeignet, drum wählte er die Malerei.
Karin Hoffsten

Erschrockene

«Die 27- und 28-jährigen Männer ergriffen die Flucht, als sie in Basel eine Polizeipatrouille ergriffen», berichtete die «Basellandschaftliche Zeitung». Da denkt doch so ein junger Mensch in aller Unschuld, er habe nur ein frisches Päckchen Zigaretten in der Hand – und dann das.
Karin Hoffsten

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