Nr. 18/2016 vom 05.05.2016

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Gewasserte

Die Zürichseeschifffahrt kommt immer wieder mit ihren Problemen in die Schlagzeilen. Darob wird vergessen, was am Thunersee läuft. Der «Bund» weiss: «Fortan werden täglich zwei Kursschiffe die Anlegestelle bedienen – jeweils eines in beide Richtungen.» Uns ist nicht ganz klar, ob das eine gute oder schlechte Nachricht ist, sie sollen einfach aufpassen, dass sie nicht ineinanderdonnern. Immerhin befindet sich die Anlegestelle im Dorf mit dem schönen Namen Einigen.
Jürg Fischer

Abgelichtete

In die Medien kam auch die Gemeinde Horw, die mittels Luftaufnahmen BausünderInnen entlarven wollte und vom kantonalen luzernischen Datenschützer zurückgepfiffen wurde. «Zur Erinnerung: Die Gemeinde liess die Grundstücke am Seeufer mit Drohen fotografieren», schrieb dazu der «Bote der Urschweiz» und hat damit die naheliegendste Haltung zum Thema Drohnen in Worte gefasst.
Jürg Fischer

Analytische

Im Zeitalter mobiler Kommunikation und volatiler Identitäten kommt es tendenziell zur Auflösung des Subjekts – was sich auch in den schnell geschriebenen Printmedien abbildet: «Deshalb kommt es, den Blick starr auf das Handy gerichtet, immer häufiger zu Unfällen, die nicht sein müssten», lasen wir im «Blick am Abend». Wir schliessen daraus, wenn das Es zu Schaden kommt, hat das Über-Ich nicht aufgepasst.
Jürg Fischer

Milchige

Nie hören die Wunder der Natur auf, uns zu verzücken. Über die Rasse der Burenziegen lasen wir in einem Hotel- und Gastronomiemagazin: «Die Tiere sind sehr anpassungsfähig und robust. Die Muttertiere werden nicht gemolken, sondern ausschliesslich von ihren Jungen gesäugt.» Nun ahnen wir, wie es zu dem im Lied besungenen Vorfall kam: «… ich ha si welle mälche, da haut si mir eis.» Hole duli, duli, duli.
Jürg Fischer

Drollige

Apropos: Den Delfinen als uns relativ nahestehenden Wesen geht es sicherlich besser als früher, als man sie noch massenweise in Delfinarien hielt. Ausserdem haben die Deutschsprachigen unter ihnen den Wechsel von Delphin zu Delfin gut überstanden. Doch wie geht es anderen Grosssäugern? «20 Minuten» berichtet: «Eine der grössten US-Zirkusgesellschaften verzichtet in Zukunft auf Elefantwen.» Ebenso wenig wird man dort künftig Löhwen und Tieger sehen, einzig das Ferd behält seinen angestammten Platz.
Jürg Fischer

Unterirdische

«Jaaaaaaa, endlich ist der überfüllte Keller gelehrt: Platz, um sich eine Werkstatt einzurichten», frohlockte es in der «Hämmerbude» der «Coopzeitung». Wir begrüssen das als konstruktiven Beitrag zur soeben wieder aufgeflammten Diskussion über den Wert gutschweizerischer Handwerksausbildungen.
Karin Hoffsten

Belobigte

«Songs mit schmutzigen Wörtern müssen in den USA mit einem Kleber ausgezeichnet werden», griff der «Tages-Anzeiger» einen uralten Hut auf. Wie sonst sollen denn gelangweilte Teenager das prämierte Liedgut überhaupt finden?
Karin Hoffsten

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