Nr. 21/2016 vom 26.05.2016

Von Karin Hoffsten

Alternative

Nachdem das Böse in die gute Welt eingebrochen ist, kommen auch wir nicht umhin, uns damit zu befassen. Wie immer der Zeit voraus, wusste das Onlineportal «Watson» schon im Januar: «Psychopathen können charmant sein, doch Mitgefühl empfinden sie kaum.» Das Faszinosum Serienmörder belegte man neben anderen mit einem Herrn aus den USA, wo diese ja meistens herkommen: «Dahmer hatte seine 17 Opfer (…) umgebracht – meist schwarze oder jugendliche Männer.» Denn der Schwarze ist alt wie die Welt.

Kenntnisreiche

Wie alle anderen Medien wollte auch die NZZ Näheres vom Fachmann wissen. Vor allem folgende Frage an den forensischen Psychiater zeugte von einigem Hintergrundwissen: «Ist da ein Blutrausch geweckt worden?»

Soziologische

Die Bevölkerung diskutiert mit, wie jener Leser, der im «Tages-Anzeiger» forderte: «Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu befürchten. Es ist zu hoffen, dass bald eine DAN-Datenbank beschlossen wird.» Wir vermuten, dass DAN für «Dein Angepasster Nachbar» steht.

Ungerechtfertigte

Als zurzeit ausgesprochen heikel empfinden wir hingegen einen Titel, den der «Blick» letzten Samstag auf die Titelseite setzte: «‹Das ist die Blutspur von Jordan›», womit man etwas verfremdet eine Äusserung des SP-Nationalrats Corrado Pardini zitierte. Auch wenn der Präsident unserer Nationalbank eher zurückhaltend und introvertiert wirkt – das hat er nicht verdient!

Ewig Junge

Mit seiner Antwort auf die Frage «Geht das weltweit älteste AKW je wieder in Betrieb?» bewies dessen Leiter in der «Aargauer Zeitung», wie nah das Werk seinem Herzen ist: «Ich habe einen neuen Begriff eingeführt und sage das erfahrenste statt das älteste Kernkraftwerk. Das Alter sehe ich nicht als Achillesferse, denn das Werk ist zwäg. Beznau ist absolut top, trotz seines Alters, das im Übrigen überhaupt nicht sichtbar ist.» Da mussten wir daran denken, wie Philipp Tingler im «Tages-Anzeiger» der Künstlerin Cher zum 70. Geburtstag huldigte: «Meinetwegen kann sie auch mit 90 noch breitbreitig auf dem Kanonenrohr eines Zerstörers singen.»

Korrigierte

«Die Inkubationen haben ein Trauma hinterlassen (…)», berichtete die NZZ über ein kleines Mädchen, das durch eine Sonde mit Sauerstoff versorgt wird. WOZ-Leser G. nahm dies zum Anlass, gewisse Zweifel am NZZ-internen Korrekturprogramm zu äussern, das häufig korrekt geschriebene Wörter ausspucke, aber nicht unbedingt die im Text gemeinten, was er mit Beispielen belegte. Wir wünschen dem Korrekturprogramm, dass es nach der Inkubationszeit nur einen Schnupfen ausbrütet und keine Lungenentzündung, wegen der es notfallmässig intubiert werden müsste.

Bekiffte

Und «20 Minuten» zeigte, was mit THC möglich ist: «Schweizer fliegen mit Hasch in Unterhosen auf (…) Sie flogen auf, bevor sie ihren Flug nach Zürich antreten konnten.» Bei einer regulierten Cannabisabgabe sollte man das bedenken.

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