Nr. 28/2016 vom 14.07.2016

Weltbilder

Hände, die anpacken für ein besseres Leben: Zwischen 2013 und 2016 hat der Westschweizer Fotokünstler Jean-Pierre Grandjean ein Dutzend Partnerländer der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas besucht und Menschen porträtiert – mit Fokus auf ihre Hände. Seine Bilder sind eine Hommage an Frauen und Männer, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen: von Mali und Burkina Faso bis nach Nepal und Laos. Grandjeans berührender fotografischer Essay aus neunzig grossformatigen Bildern ist jetzt bis Ende Juli in der Open-Air-Ausstellung «Destins en mains» am Quai Wilson in Genf zu sehen.

Genf Quai Wilson. Bis 31. Juli 2016.

Fahrende

Der Film «Die letzten freien Menschen» von Oliver M. Meyer dokumentiert, wie jenische Familien zwischen 1926 und 1972 durch das «Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse» der Pro Juventute systematisch auseinandergerissen wurden. Fahrenden Eltern (oder sesshaften Eltern fahrender Herkunft) wurden die Kinder weggenommen, man steckte sie in Pflegefamilien, Erziehungsheime oder sogar in Gefängnisse und psychiatrische Anstalten. Der Film wird nun in Basel gezeigt.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Fr, 29. Juli 2016, 19 Uhr.

Antinational

Eine Band sollte unbedingt in der Berner Reitschule spielen, aber die Räumlichkeiten waren fast zu klein. Dann wurden die VeranstalterInnen grössenwahnsinnig, schnappten sich die Schützenmatte nebenan und stampften in fünf Wochen ein Festival aus dem Boden. Es heisst «No Borders No Nations» und wartet bei der dritten Auflage nicht nur musikalisch mit einem einwandfreien Programm auf (diesmal unter anderem mit Tommy Vercetti, Feine Sahne Fischfilet, Atari Teenage Riot), sondern ist mit Lesungen, Vorträgen und Führungen durch die Reitschule auch für die politische Bildung besorgt.

Bern Schützenmatte, Fr, 29. Juli, ab 17 Uhr und Sa, 30. Juli 2016, ab 14 Uhr. Programm: www.nbnn.ch.

Weiter gehts im Reigen der Gegenöffentlichkeiten zum traditionellen 1. August: «Zur Plage der Nation» heisst das fast schon traditionelle Gegenfest von Radio Stadtfilter in Winterthur am Vorabend des sogenannten Nationalfeiertags, hoch über der Stadt auf dem Bäumli. Es lesen der Schauspieler Andreas Storm vom Theater Kanton Zürich und der Psychoanalytiker und Satiriker auf allen Kanälen, Peter Schneider. Für den musikalischen Soundtrack zum antinationalen Wohlbefinden sorgen Kid Ikarus und Anna & Stoffner.

Winterthur Goldenberg/Bäumli, So, 31. Juli 2016, ab 18 Uhr.

Eine Welt ohne Grenzen statt Abschottung und Ausgrenzung: Das ist schliesslich auch die Losung am «Äms Fäscht» in Zürich, das sich auf der Bäckeranlage zum vierten Mal als multikulturelle Alternative zum 1. August ins Spiel bringt – mit Musik und Tanz, Flüchtlingstheater und Essen aus aller Welt.

Zürich Bäckeranlage, Mo, 1. August 2016, ab 14 Uhr.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch