Nr. 33/2016 vom 18.08.2016

Von Daniela Janser

Kunst statt Leid

Die gebürtige Luzerner Malerin Sonja Sekula stand zeitlebens im Schatten berühmterer KollegInnen wie Meret Oppenheim oder Jackson Pollock, denen sie in den dreissiger und vierziger Jahren in New York begegnete. Mit schwindender Beachtung wurde sie krank, 1963 nahm sie sich in Zürich das Leben. «Verhinderte vielleicht ihr trauriges Schicksal eine angemessene Rezeption?», fragt Fanni Fetzer, die Direktorin des Kunstmuseums Luzern, im Katalogtext zur Sekula-Schau. Die Ausstellung ist denn auch eine gute Gelegenheit, endlich Sekulas Kunst in den Vordergrund zu stellen, wird ihre traurige Lebensgeschichte heute doch überstrahlt von eigenwilligen Bildern, die zwischen abstrakt und expressiv pendeln.

«Sonja Sekula & Friends» in: Luzern Kunstmuseum, noch bis 25. September 2016. www.kunstmuseumluzern.ch

Scheuer Star

Die Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon mit ihrem milden Klima, wilden Nachtleben und den ganz unpuritanischen Nacktbadestränden scheint ein lustiger Fleck zu sein. Die Popkultur wäre jedenfalls ärmer ohne Portland-Ableger. Zu ihnen gehört der schreibende Grenzüberschreiter Chuck Palahniuk, die Melodientüftler von The Shins – und der Singer-Songwriter Elliott Smith mit seinen filigranen Liedern, der 2003 unter ominösen Umständen starb. In «Heaven Adores You», einem Dokumentarfilm über das Leben von Smith, nähert sich Regisseur Nickolas Rossi dem scheuen Ausnahmemusiker behutsam an. Mit GefährtInnen hat er über dreissig Interviews gemacht. Smith wird nicht einfach durch das Brennglas von Kummer und Depression porträtiert, sondern über seine Musik. Oder wie Smith selbst einmal sagte: «Jeder hat so seine Probleme. Aber ich mache nicht Musik, weil ich ein gequälter Mensch bin. Ich mache Musik, weil ich Freude daran habe.»

«Heaven Adores You» in: Bern Cinématte, Mo, 22. August 2016, 20.30 Uhr. www.cinematte.ch

Nicht nur Theater

Wer will, kann am 37. Zürcher Theaterspektakel ohne einen Tropfen Kerosin um die halbe Welt jetten. Dieses Jahr sind unter anderem Theater- und Performancegruppen aus Belgien, dem Iran, Deutschland, Syrien, Ägypten, Serbien, Griechenland, Chile, Kuba und Burkina Faso am Start. Auch das thematische Spektrum ist gewaltig: männliche Regression, Widersprüche nach der Revolution, ein Panoptikum der Lust, brutale Gewalt in Damaskus oder eine Relativitätstheorie der Gefühle. Sogar für ausverkaufte Vorstellungen sind am Aufführungstag an der Abendkasse noch Karten erhältlich.

Theaterspektakel in: Zürich Landiwiese, Do, 18. August 2016, bis So, 4. September 2016. www.theaterspektakel.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch