Nr. 49/2016 vom 08.12.2016

Koran im Hip-Hop-Test

Ein etwas anderes Koran- und Märchensampling versucht das Theater Neumarkt an seinem intimen Spielort an der Chorgasse in der Zürcher Altstadt. Der Musiker Johannes Mittl und der Schauspieler Samuel Braun, der in Palästina Arabisch und islamische Philosophie studiert hat, unterziehen die rhythmisch getakteten Suren des Korans, aber auch Märchen aus «Tausendundeiner Nacht» einer Art Hip-Hop-Test. Die legendäre Geschichtenerzählerin Scheherazade, die mit ihren Cliffhangern jede Nacht ihr Leben um einen weiteren Tag verlängerte, als harter Rapstoff? Samplen kann man (fast) alles. Ob sich auch der Koran und Märchen dafür eignen, will herausgefunden werden.

«1001 Koran» in: Zürich Theater Neumarkt (Chorgasse), Fr, 9. Dezember 2016, 20.30 Uhr. Weitere Vorstellungen: 10., 20. und 21. Dezember 2016 sowie 13. und 14. Januar 2017. www.theaterneumarkt.ch

Daniela Janser

Weihnachtsgeschenkauktion

Kunstmarkt, Forum, Basar, Begegnungs- und Austauschort – das alles ist der Artsouk. Bereits zum sechsten Mal findet der Anlass in Bern kurz vor Weihnachten statt. Hier hat man die einmalige Gelegenheit, wunderschöne Unikate von über dreissig KünstlerInnen zu ersteigern. Und im Anschluss an die Auktion vom Freitag gibts noch eine Bauchtanzperformance, eine Show von Reverend Beat-Man sowie Tanz mit DJ Superfino. Kommet und bietet!

«Artsouk» in: Bern Turnhalle im Progr, Do/Fr, 8./9. Dezember 2016, ab 18 Uhr. www.turnhalle.ch

Silvia Süess

Fantasie gegen Zahlen

«Fingernagel», «Haare», «Trauben»: Die Titel, die der deutsche Komponist Enno Poppe seinen Stücken gibt, muten schon etwas seltsam an, und man ist zuweilen ganz froh, wenn sich die ersten Assoziationen nicht in der Musik erfüllen. Aber erfüllt ist die Musik dennoch: von einer ausserordentlichen Konzentration, dank der sie sich auf eine ungewöhnliche und doch nachvollziehbare Weise entwickelt. Drei Stücke von Poppe hat das Mondrian Ensemble im Tourneegepäck. Ausserdem erklingen drei Kompositionen des Schweizers Dieter Ammann, der einst vom Jazz her kam und den ungebändigten Impetus aus der freien Musik in seine Stücke einfliessen lässt. «Imagination Against Numbers» heisst ein gern zitiertes Stück von ihm, das auch dem ganzen Programm den Titel gab. Und eine enorme Einbildungskraft – jenseits formalen Kalküls – ist denn auch in dieser Musik zu spüren.

Mondrian Ensemble in: Winterthur Villa Sträuli, Di, 13. Dezember 2016; Basel Gare du Nord, Mi, 14. Dezember 2016; Zürich Kunstraum Walcheturm, So, 18. Dezember 2016; Luzern Neubad, Di, 20. Dezember 2016. Jeweils 20 Uhr. www.mondrianensemble.ch

Thomas Meyer

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