Nr. 50/2016 vom 15.12.2016

Von Jürg Fischer und Karin Hoffsten

Lebenszyklische

Wenn das «St. Galler Tagblatt» orakelt: «An Weihnachten wird da und dort ein Elektro-Stehroller unter dem Baum liegen», dann können wir nur seufzen: Jaja, so ist das mit den heutigen Geräten – kaum gekauft, schon kaputt.
Jürg Fischer

Betretene

«BLICK hackt am Telefon beim Riesenslalom-Vize-Weltmeister von 2003 nach: Trauen Sie Meillard den ganz grossen Wurf schon in diesem Winter zu, Meister Knauss?», vermeldete «Blick Online», offensichtlich stolz. Wir finden, diese Recherchiermethoden werden immer grober. «Blick Online» sollte sich nicht wundern, wenn es selber gehackt wird.
Jürg Fischer

Partizipative

«Das Pendeln beansprucht Zeit, die man besser für die Familie einsetzen könnte. Darum fahre ich lieber Auto», schrieb ein Leser an die «Coop-Zeitung». Wir vermuten mal, dass es ein grosses Auto ist und dass am Arbeitsplatz für die Kinderbetreuung gesorgt ist.
Jürg Fischer

Dicke

Im «Rendez-vous» auf Radio SRF ging es vermutlich um Ungerechtigkeiten bei der samichlausschen Guetsliverteilung: «Diese Bevorzugung von Ansässigen richtete sich vor allem gegen Grenzgänger. Diese haben in den letzten Jahren allerdings trotzdem zugenommen (…)» – und angesichts der drohenden Festtage werden sie es weiterhin tun.
Karin Hoffsten

Erwärmte

Der «Bund» widmete sich der Herstellung von «Fakeschnee» und berichtete aus Lenk: «Mit grossem Aufwand habe man die letzten drei Wochen die Pisten wieder auf Vordermann gebracht. Auch der wenige echte Schnee sei dabei verlorengegangen.» Da sind wieder die Schneekanonen heiss gelaufen.
Karin Hoffsten

Freigebige

Der «Tages-Anzeiger» schenkte uns nach einem Jahr voller Verluste einen klitzekleinen Akkusativ: «(Tom) Hanks verkörpert den gewöhnlichen, aber guten Mann – einen, den man selber sein könnte, an einem guten Tag.» Nach dem alten Motto: Früher wusste ich nicht, wie man Ingenieur schreibt, heute bin ich einen.
Karin Hoffsten

Effiziente

Doch auch wir selbst waren letzte Woche eifrig bemüht, diese Rubrik mit Stoff zu beliefern. So verlegten wir Savannah River Site, wo ein Endlager für Atommüll geplant war, von South Carolina nach «Südkalifornien» – die dortige Bevölkerung hätte sich bedankt! Dann liessen wir im Nationalrat neben Thomas Aeschi und Magdalena Martullo-Blocher auch den Geist von Vater Christoph erscheinen, vermutlich weil der regelmässig in die Tochter fährt. Und all das subsumieren wir jetzt hier unter dem leicht zu handhabenden Anglizismus «simpler Pragmatismust». Den erfanden wir nämlich praktischerweise gleich mit!
Karin Hoffsten

Huldigende

In einer einmaligen Zeitung, die der Verband Schweizer Medien ganz seinem abtretenden Präsidenten Hanspeter Lebrument widmete, waren unter anderem auch die «Ehrenmeldungen der Unterstellten» zu lesen. Abschiedsworte von Leibeigenen fanden sich keine.
Karin Hoffsten

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