Nr. 03/2017 vom 19.01.2017

Globalisierung

Die 17. Ausgabe der Berner Tour de Lorraine kehrt mit dem Motto «Tanzen gegen Tisa. Anders Handeln» zu ihren globalisierungskritischen Wurzeln zurück. Ausgangspunkt ist der Widerstand gegen die aktuellen Handelsverträge Tisa, TTIP, Ceta, TPP, die mehr Handel generieren sollen. Demokratie, soziale und ökologische Schutzbedürfnisse werden dabei als Handelshemmnisse angesehen (vgl. «Ein Instrument zum Demokratieabbau»).

Die Tour de Lorraine fand das erste Mal im Jahr 2001 als Protestveranstaltung gegen das Wef statt. Heute ist noch klarer als damals, dass die neoliberale Globalisierung in die Sackgasse führt. Die Folgen sind massive Umweltzerstörungen, horrende soziale Ungleichheiten und ein gefährlicher Nationalismus. Eine andere Globalisierung ist nötiger denn je. Ein Hauptproblem des weltweiten Handels besteht darin, dass Ursachen und Wirkungen sowie GewinnerInnen und VerliererInnen massiv auseinandertreten: hier die Rohstoffkonzerne im Steuerparadies am Genfersee, dort die Tagebauhölle im Kongo. Alternativen dazu werden an der Tour de Lorraine in Workshops vorgestellt und diskutiert. Weiter wird der Frage nachgegangen, wie es eine starke soziale Bewegung geschafft hat, dass die Freihandelsverträge unter Druck geraten sind. Und wie geht es nun weiter?

Darüber hinaus gibt es Rundgänge und eine Ausstellung zur kolonialen Geschichte Berns und zu globalen Produktionsketten, eine absurde Lesung zu Handelspolitik, Kinofilme werden gezeigt – und beim Protesttango sollen die globalen und lokalen Verhältnisse zum Tanzen gebracht werden.

Bern Lorrainequartier, Fr/Sa, 20./21. Januar 2017. Detailliertes Programm: www.tourdelorraine.ch

Justiz

Im Rahmen der Reihe «Uni von unten» hält Peter Zihlmann einen Vortrag mit dem Titel «Schöner Traum Gerechtigkeit». Der 78-jährige Basler Richter, Rechtsanwalt und Buchautor spricht über seine Erfahrungen mit dem schweizerischen Recht während der letzten fünfzig Jahre.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 23. Januar 2017, 19 Uhr.

Pakistan

Beim Olla común kochen Menschen aus verschiedenen Ländern ein heimatliches Essen zugunsten eines sozialen Projekts. Diesmal gibt es ayurvedisches indisches Essen mit Samosa (Vegi), geschnetzeltem Pouletfleisch mit Curry, gemischtem Gemüse nach indischer Art, Vierlinseneintopf und Basmatireis. Die Spenden gehen an den Frauentreffpunkt mit Bildungsangeboten in der pakistanischen Stadt Lahore, der vom Verein Roots betrieben wird.

Basel Soup & Chill, Solothurnerstrasse 8, Sa, 21. Januar, ab 12 Uhr.

Nakba

Die Ausstellung «Die Nakba. Flucht und Vertreibung der Palästinenserinnen und Palästinenser 1948» thematisiert die Ereignisse und Entwicklungen im Nahen Osten insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg. Die PalästinenserInnen nennen die Periode, die zur Vertreibung und Flucht Hunderttausender Menschen der ansässigen palästinensischen Bevölkerung – Christinnen und Muslime – führte, «Nakba», die Katastrophe. Die meisten Menschen verloren dabei Haus, Land, Besitz und sehr oft auch Angehörige. Ihre Nachkommen leben bis heute in den Flüchtlingslagern der umgebenden Länder. Die Ausstellung bringt diese Katastrophe und das daraus entstandene Trauma der PalästinenserInnen zur Sprache.

Langnau i. E. Kirchgemeindehaus (Foyer), Eingang Haldenstrasse, Vernissage am Sa, 21. Januar 2017, 18.30 Uhr, Ausstellung bis 5. Februar 2017. www.kirchenlangnau.ch/fileadmin/user_upload/Erwachsenenbildung/Nakba-Zau... (PDF-Datei)

Radikalisierung

Liberal, normal, radikal? – Am 1. November 2016 hat die vom Regierungsrat neu geschaffene Taskforce Radikalisierung ihre Arbeit in Basel aufgenommen. Auf welche Art von Radikalisierung wird damit reagiert? Wo liegen Gefahrenherde in der Schweiz, insbesondere in Basel? Was ist heute überhaupt noch normal? Fühlen wir uns bei uns zu Hause noch wohl? Mit Thomas Kessler, Leiter der Taskforce Radikalisierung, diskutieren die Politologin und Autorin Elham Manea, der Psychologe Ahmad Mansour sowie der Islamismusexperte Johannes Saal von der Uni Luzern.

Basel Offene Kirche Elisabethen, Do, 19. Januar 2017, 18.30 Uhr.

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