Nr. 04/2017 vom 26.01.2017

Von Daniela JanserMail an Autor:in

Lächeln am Paradiesrand

Wer von der «Plat(t)form» (vgl. Tipp der Woche) zum Winterthurer Bahnhof zurückspaziert, kann gleich noch in der «Coalmine» vorbeischauen, wo jeweils Kunst- und Dokumentarfotografie Rücken an Rücken gezeigt werden. Neu hängen dort Teile einer Kolumbienreportage des Tessiner Fotografen Luca Zanetti. Er ist «auf der Suche nach Spuren und Erklärungsansätzen für das Konkfliktgemenge» des Landes, wie es der Kurator Sascha Renner formuliert. Im zweiten Ausstellungsraum zeigt Alexandra Blättler die «gebauten Bilder» der jungen Hollandschweizerin Manon Wertenbroek. Ihre Kunst schwebt im Zwischenreich von Fotografie, Malerei, Skulptur und Photoshop. Manchmal konstruiert Wertenbroek ganze Bühnenbilder, die sie dann in ein zweidimensionales Bild überführt.

«Colombia. On the Brink of Paradise» von Luca Zanetti und «I Saw You Smile Yesterday» von Manon Wertenbroek in: Winterthur Coalmine, Turnerstrasse 1, bis 18. März 2017. www.coalmine.ch

Geigen im Schnee

Während die Schwebebahn auf den Säntis wegen ihrer alljährlich anfallenden Revision stillsteht, werden die Pariser Boulevards direkt auf die Alp verlängert: mit dem Chansonprogramm «A Paris», dem Freiburger Chansonnier Pierre-Do und dem Kammermusikquartett Quatuor Van Kuijk aus Paris. Die MusikerInnen, die Ende Januar auf der Schwägalp französisches Liedgut und Streichmusik aufführen, spielen und singen gegen harte Konkurrenz an. Vor den Fenstern funkeln die hoffentlich tief verschneiten Steilhänge des Alpsteinmassivs in den hoffentlich blauen Berghimmel. An- und Abfahrt am besten per Postauto, die Betten im Hotel auf der Schwägalp sind bereits ausgebucht.

«Musique am Berg» in: Schwägalp Säntis – das Hotel, Sa/So, 28./29. Januar 2017. www.musiqueamberg.ch

Diven und andere Grössen

Wie macht man aus so etwas Abstraktem wie einem Allerweltsadjektiv ein Theater? Die aus lauter Frauen bestehende Gruppe Theater vor dem Mond hat sich der Frage angenommen und während anderthalb Jahren einen Abend zum Adjektiv «gross» erarbeitet. Auf der Bühne stehen Céline Oehen und Sabine Schädler. Letztere wurde vor Jahren auf der grossen Freilichtbühne am Walensee als Heidi schweizweit bekannt. Die beiden Frauen verkörpern gegensätzliche Diven und loten allerlei Dimensionen und Begleiterscheinungen von Grösse aus. Zusätzlich vergrössert wird die kleine Bühne mit Gesang, Klang, viel Bewegung und einer erstaunlich vielseitigen Plastikfolie.

«Gross» in: Bern Tojo Theater in der Reitschule, Do–Sa, 26.–28. Januar 2017, um 20.30 Uhr. www.tojo.ch

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