Nr. 35/2017 vom 31.08.2017

Glossar

Ein Algorithmus beschreibt grundsätzlich eine Folge von Anweisungen, mit denen ein bestimmtes Problem gelöst werden kann. Heutzutage wird der Begriff häufig im Zusammenhang mit der Verarbeitung riesiger Datensätze (Big Data) gebraucht: Algorithmen durchforsten diese Datenberge nach Mustern und Zusammenhängen. Konkret: Ein (nicht öffentlicher) Algorithmus bestimmt, welches Buch mir Amazon empfiehlt oder welche FreundInnen mir Facebook vorschlägt.

App ist die Kurzform des englischen Wortes Application (Anwendung) und beschreibt – zumindest im deutschsprachigen Raum – softwarebasierte Anwendungsprogramme auf mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablets). Das berühmteste Beispiel ist wohl Whatsapp.

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist das Couvert der digitalen Post. Durch die Verschlüsselung werden Nachrichten wie E-Mails auf dem Gerät des Absenders verpackt und mit einem «Schloss» versehen. Den Schlüssel zu diesem Schloss hat ausschliesslich die Empfängerin dieser Nachricht; nur sie kann sie wieder öffnen. So lässt sich verhindern, dass Nachrichten auf dem Weg vom Absender zur Empfängerin mitgelesen werden.

Freie Software ist Software, die die Freiheit und Gemeinschaft der NutzerInnen respektiert. Sie können Programme ausführen, kopieren, verbreiten, ändern und verbessern und erhalten so die Möglichkeit zur Eigenkontrolle über die genutzte Software und die Datenverarbeitung.

Eine IP-Adresse wird jedem Gerät (Computer, Smartphone, Server et cetera) zugewiesen, das mit dem Internet verbunden ist. Eine IP-Adresse ist analog zu einer Postanschrift. Das heisst, Datenpakete werden mit einer IP-Adresse versehen, die den Empfänger eindeutig identifiziert.

Linux ist ein Sammelbegriff für unabhängige, quelloffene und kostenlose Betriebssysteme. Den Kern von Linux hat der damalige finnische IT-Student Linus Torvalds 1991 entwickelt. Linux basiert auf freier Software, das heisst, ProgrammiererInnen auf der ganzen Welt können das Betriebssystem erweitern und verbessern. Linux ist bei Smartphones (Android) und bei Servern das global führende Betriebssystem.

Die Kabelaufklärung ist verankert im neuen Nachrichtendienstgesetz (NDG). Sie erlaubt dem Geheimdienst, sämtliche von der Schweiz ins Ausland führende Telekommunikationsverbindungen nach definierten Stichwörtern zu durchsuchen. Gescannt werden Facebook-Nachrichten genauso wie Suchanfragen bei Google oder Einkäufe bei Onlineshops.

Die Vorratsdatenspeicherung umfasst die Sammlung der Metadaten unserer Kommunikation: Wer hat wann wen angerufen? Wie lange dauerte das Gespräch? Wer hat sich wann ins Internet eingeloggt oder auf ein E-Mail-Postfach zugegriffen? Auch Standortinformationen des Mobiltelefons werden gespeichert.

Im Nachrichtendienstgesetz (NDG) sind die Tätigkeiten des Schweizerischen Geheimdiensts geregelt. Mit der Einführung des Gesetzes am 1. September 2017 erhält der Geheimdienst massiv mehr Kompetenzen: Er darf Telefone abhören, Briefe und E-Mails mitlesen, Wohnungen verwanzen, per Trojaner in fremde Computer eindringen und sämtliche Datenströme durchsuchen, die über das Schweizer Glasfasernetz ins Ausland fliessen (vgl. «Kabelaufklärung»). Kurzum: Mit dem Gesetz erhält der Geheimdienst ein Instrument zur Massenüberwachung.

Netzneutralität bezeichnet die gleichberechtigte Übertragung von Daten im Internet. Netzneutralität ist dann erreicht, wenn sämtliche Daten – unabhängig von Absenderin, Empfänger, Dienst oder Inhalt – von den Telekommunikationsanbietern (Providern) in gleicher Qualität und gleicher Geschwindigkeit weitergeleitet werden.

Die Vorratsdatenspeicherung ist zentraler Bestandteil des neuen Nachrichtendienstgesetzes (NDG). Sie verpflichtet sämtliche Anbieter von Post-, Telefon- und Internetdiensten, das Kommunikationsverhalten ihrer KundInnen aufzuzeichnen und für sechs Monate zu speichern. Zuständig für die Vorratsdatenspeicherung ist der Dienst für die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs.

Der Quellcode ist der Bauplan eines Programms. Er wird in einer Programmiersprache wie C, Python oder Java verfasst. HerstellerInnen, die den Quellcode offenlegen, schaffen Transparenz über die Funktionsweise ihrer Software. So kann etwa überprüft werden, ob sogenannte Backdoors (Hintertüren) eingebaut wurden, um Daten abzusaugen. Grundsätzlich gilt deshalb die Regel: Wenn immer möglich Programme mit offenem Quellcode verwenden.

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