Nr. 39/2017 vom 28.09.2017

Gefängnis

Die Demokratischen Juristinnen und Juristen Bern (djb) organisieren eine öffentliche Abendveranstaltung zum Thema «Freiheitsentzug heute. Sind die Grundrechte noch gewährleistet?». Strafen und Massnahmen unterscheiden sich grundlegend. Menschen, die von einer stationären therapeutischen Massnahme nach Art. 59 StGB betroffen sind, spüren im Alltag von dieser Theorie kaum etwas. Sie verbringen häufig Jahre in normalen Strafvollzugsanstalten – ohne angemessene Therapie. Drei ReferentInnen beleuchten diese Situation: Julian Burkhalter, Anwalt, gibt Einblick in den Fall Igor L., der aktuell vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hängig ist. David Mühlemann ist Jurist bei humanrights.ch. Er berichtet aus seiner Tätigkeit bei der Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug. Marina Richter ist Mitglied der Prison Research Group, die am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Bern angesiedelt ist. In ihrem Referat diskutiert sie, wie Anstalten des Freiheitsentzugs im Spannungsfeld der Logiken von Strafe und Resozialisierung funktionieren.

Bern Universität, Hochschulstrasse 4, Hauptgebäude, Raum 214, Di, 3. Oktober 2017, 18.15–19.45 Uhr.

Antifa

«Für das gute Leben!» Unter diesem Titel lädt die Antifa Basel zum Antifa-Festival 2017 ein. Vorträge, Diskussionen, Essen und Konzerte finden am Freitag und Samstag jeweils nachmittags und abends statt. Vortragende unter anderen: Christin Jänicke, Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin; Sören Kohlhuber, freier Journalist (er dokumentiert seit 2011 rechte Versammlungen); Katharina König-Preuss, linke Landtagsabgeordnete in Thüringen; Alice Blum, Forschende zur extremen und Neuen Rechten aus einer gendersensiblen Perspektive.

Basel Carambolage Bar, Erlenstrasse 34, Fr/Sa, 29./30. September 2017, jeweils ab 15.30 Uhr.

Big Data

Amnesty International ist Menschenrechts-Partnerin des 13. Zurich Film Festival (ZFF). Im Rahmen der Reihe «Borderlines» präsentiert Amnesty den deutschen Dokumentarfilm «Pre-Crime» über die Verwendung von Big Data als Grundlage für polizeiliche Ermittlungen und zur Verhinderung von Verbrechen. Was nach Science-Fiction klingt, ist bereits Realität: Analysesoftware, gekennzeichnete Risikogebiete und Personenlisten, mit denen Polizeieinheiten in Chicago, London, Paris oder Berlin mögliche Verbrechen verhindern wollen. Nach dem Film gibt es eine Podiumsdiskussion mit Martin Steiger (Digitale Gesellschaft) und Patrick Walder (Amnesty), moderiert von Alexandra Karle (Leiterin Kommunikation und Menschenrechtspolitik bei Amnesty Schweiz).

Zürich Kino Corso 4, Theaterstrasse 10, So, 1. Oktober 2017, 18.30 Uhr.

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