Nr. 41/2017 vom 12.10.2017

Sozialhilfe

Wenig Lohn, viel Stress, monotone und harte Arbeit – diese Merkmale sind sowohl im Niedriglohnsektor als auch auf dem zweiten Arbeitsmarkt prägend für die Verhältnisse. Trotz vieler Gemeinsamkeiten werden zudem diese unzumutbaren Arbeits- und Lebensbedingungen gegeneinander ausgespielt. Denn seit rund zwanzig Jahren werden SozialhilfebezügerInnen unter Androhung von Sanktionen verpflichtet, Gegenleistungen für ihr Sozialhilfegeld zu erbringen. Nur äusserst selten gelingt eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt; zudem werden dadurch die Löhne im Niedriglohnsektor unter Druck gesetzt.

Die wirtschaftlichen Ursachen und Folgen sowie die politischen Angriffe, die Sozialstaatsabhängigen und Angestellten daraus erwachsen, sind Thema dieses Abends mit Peter Streckeisen (Universität Basel), Mattia Mandaglio (VPOD Zürich) und Stephan Hochuli (Kafi Klick). Moderiert wird der Abend von Natalie Benelli (IG Sozialhilfe, die den Abend veranstaltet). Ausserdem werden sozialpolitische und gewerkschaftliche Gegenrezepte vorgestellt und diskutiert.

Zürich Kafi Klick, Gutstrasse 162, Di, 17. Oktober 2017, 19 Uhr.

Menschenrechte

Amnesty International besucht auf einem Stadtrundgang durch Bern Orte, an denen Menschenrechte in der Vergangenheit und in der Gegenwart verletzt wurden, und macht da halt, wo Menschen sich für Kinderrechte einsetzten, Todesurteile verlasen oder als Geflüchtete das Kulturleben bereicherten. Die historischen Betrachtungen sollen Ausgangspunkt für eine Analyse der aktuellen Menschenrechtssituation im städtischen Gefüge sein. Nach dem Rundgang können bei einem Apéro weiterführende Fragen besprochen werden. Die Anmeldung ist möglich unter www.amnesty.ch/de/schule-kurse.

Bern Lift auf der Parkterrasse beim Restaurant Grosse Schanze, Sa, 14. Oktober 2017, 13.30 Uhr.

Rassismus

Auf dem antirassistischen Stadtrundgang Bern, den die Reitschule organisiert, werden ehemalige und aktuelle Brennpunkte von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antirassismus in der Stadt besucht.

Bern Restaurant Grosse Schanze, Parkterrasse 10, Di, 17. Oktober 2017, 18 Uhr.

Ernährung

Zum Welternährungstag am 16. Oktober stellt sich mehr denn je die Frage, mit welchen Mitteln der Welthunger zu bekämpfen ist. Dazu haben sich an der Fachhochschule Nordwestschweiz viele AkteurInnen zusammengeschlossen und gemeinsam eine Tagung geplant, an der es darum gehen soll, wie durch regionales Wirtschaften eine global bessere Ernährung für alle möglich wird.

Geplante Vorträge sind: «Agrarschutz: Hilft Bauern in reichen Ländern und schadet Bauern in armen Ländern?» mit Mathias Binswanger (Fachhochschule Nordwestschweiz), «Wir fressen die Welt. Höchste Zeit für eine radikale Umkehr» mit Tina Goethe (Brot für alle), «Landwirtschaft und Lebensmittel als Commons denken. Keine Utopie» mit Silke Helfrich (Commons-Institut). Anmeldungen werden bis zum 12. Oktober per Mail an gemeinsam.statt.einsam@agrarinfo.ch entgegengenommen. Das komplette Programm ist unter www.agrarinfo.ch zu lesen.

Olten Fachhochschule Nordwestschweiz, Von-Roll-Strasse 10, Sa, 14. Oktober 2017, 10 Uhr.

Migration

Unter dem Titel «Recht und Unrecht im Mittelmeer» organisiert das Zentrum Geschichte des Wissens eine Spurensuche zu Migration, Seenot und unterlassener Hilfeleistung. Fast täglich sterben Menschen beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. Gleichzeitig wird das Mittelmeer heute intensiver denn je staatlich überwacht und kontrolliert. In der Veranstaltung wird die Arbeit der forensischen Ozeanografie an der Schnittstelle von «legal activism», Wissenschaft und Kunst vorgestellt und dabei der Frage nachgegangen, wie Recht und Unrecht an der maritimen Aussengrenze der EU ineinandergreifen. Welche Spuren hinterlassen die tragischen Ereignisse auf See in den staatlichen Überwachungstechniken? Wie können diese Datenspuren gegen ihren ursprünglichen Zweck gewendet und zum Nachweis unterlassener staatlicher Hilfeleistung mobilisiert beziehungsweise zu tragfähigen Rechtsfällen verdichtet werden? Es referieren oder diskutieren: Itamar Mann (Uni Haifa), Charles Heller (Filmemacher, Cogründer Watch the Med), Monika Dommann und Svenja Goltermann (beide Uni Zürich).

Zürich Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Mi, 18. Oktober 2017, 18.30 Uhr.

Antifaschismus

Am Freitag letzter Woche verhinderte die Kantonspolizei mit einem Grossaufgebot eine antifaschistische Demonstration in der Innenstadt von Bern. Dabei führte sie gut zwei Dutzend Personen präventiv zwecks «Personenkontrolle» ab. Zur Demo, mit der an die Tradition früherer antifaschistischer Abendspaziergänge hätte angeknüpft werden sollen, war aufgerufen worden, um auf einen «gesellschaftlichen und politischen Rechtsruck» in Europa wie auch in den USA hinzuweisen und um dagegen zu protestieren, dass «sogar linke oder liberale Parteien auf Tuchfühlung mit fremdenfeindlichen Forderungen» gingen.

Für Samstag rufen die OrganisatorInnen nun erneut zu einer Demonstration auf – jetzt auch als Protest gegen die polizeiliche Repression in der rot-grün regierten Stadt.

Bern Käfigturm, Sa, 14. Oktober 2017, 16 Uhr.

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