Nr. 43/2017 vom 26.10.2017

Dreissig Jahre Reitschule

Vor dreissig Jahren wurde die Berner Reitschule zum zweiten Mal besetzt – seither bringt sie die Verhältnisse zum Tanzen und die Rechtsbürgerlichen zur Verzweiflung. Inzwischen habe das autonome Kulturzentrum die Stadt mehr im Griff als umgekehrt, resümierte die «Berner Zeitung» kürzlich.

Das gilt es natürlich zu feiern. Das Jubiläumsprogramm wartet denn auch mit grossen Namen auf: Am Erscheinungstag dieser WOZ tritt Feministin Laurie Penny um 19 Uhr im Frauenraum auf, Stiller Has wird am Freitag den Dachstock füllen. In der Grossen Halle gibts ebenfalls am Freitag um 20 Uhr eine audiovisuelle Improvisation zum Besetzungsjahr 1987. Zudem: zig Partys, Konzerte, Filme, Performances und auch mal wieder ein Katerfrühstück im «Sous le Pont».

Bern Reitschule, Do–So, 26.–29. Oktober 2017. Ganzes Programm: www.reitschule.ch.

Neue Stimmen

In der Reihe «Kosmopolitics» im neuen Kulturlokal Kosmos sucht Ines (kurz für «Institut Neue Schweiz») nach Stimmen, Bildern und Geschichten einer #NeuenSchweiz. Diese neu gegründete Initiative versammelt Menschen mit oder ohne Migrationsvordergrund und hat eine Neudefinition der Schweizer Willensnation zum Ziel, in der die Schweiz als eine demokratische Einwanderungsgesellschaft neu gedacht wird. Die Frage des Abends ist: Wie passt die mediale Repräsentation zur gelebten vielfältigen Realität der Schweiz? Oder eben nicht? Der Thinktank ist im Gespräch mit den deutschen Medienmacherinnen Ferda Ataman und Konstantina Vassiliou-Enz aus Berlin, mit Amir Ali («Surprise») und Nina Fargahi («Edito»), mit dem eritreischen Medienbund und mit allen, die mitreden wollen.

Zürich Kosmos, Lagerstrasse 104, Mo, 30. Oktober 2017, 20 Uhr, Türöffnung 19.30 Uhr.

Direkte Demokratie

Häufig heisst es nach den Abstimmungen, viele Vorlagen würden die Stimmbevölkerung überfordern. Anstatt sich mit der Sachfrage auseinanderzusetzen, hätten die Stimmenden ein Zeichen gesetzt oder ängstlich am Bestehenden festgehalten, um keinen Fehler zu machen. Stimmt dieses (Vor-)Urteil? Thomas Milic vom Zentrum für Demokratie in Aarau beantwortet diese Frage. Ausserdem zeigt er auf, wie die mentalen Entscheidungshilfen (auch «Heuristiken» genannt) funktionieren und ob sie dazu führen, dass die Präferenzen der einzelnen Abstimmenden tatsächlich im Stimmentscheid widergespiegelt werden.

Windisch FHNW, Klosterzelgstrasse 2, Audimax 1.045/47, Mi, 1. November 2017, 18 Uhr.

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