Nr. 46/2017 vom 16.11.2017

Antifeministisches Getöse

«Hesch dicki Hosen a?», WOZ Nr. 45/2017

Dank an Frau Wysseier, die mir aus dem Herzen gesprochen hat. Die plötzlich grassierenden «Bekennerinnenschreiben» beziehungsweise An-Klagen ärgern mich sehr; mit Getöse und voyeuristisch reduzieren sich Frauen einmal mehr auf die Sexualität und inszenieren sich als Opfer. Das Spektrum von unerwünschter Anmache bis zu Massenvergewaltigungen wird damit verneint und lenkt davon ab, dass die Ursache solcher Klagen viel tiefer gehende Gründe hat. Für mich zeigt sich darin eine zutiefst antifeministische Haltung.

Esther Leuthard, per E-Mail

Powersätze

Interview mit Nina Power, WOZ Nr. 45/2017

Schönes Interview, klare Haltungen, die von Nina Power vertreten werden: Die Kapitalisierung des Feminismus mittels «Kapern» und «Neutralisieren» der Positionen. Mit welcher Nonchalance sie einen Slavoj Zizek «irrelevant» nennt. Das hat was. Wie sie über Alice Schwarzers Feminismus schreibt, der übrigens gar keiner mehr ist, sondern sich in Paternalismus verloren hat. Das hätte sie vielleicht noch deutlicher sagen können. Denn inhaltlich macht sie das ja, indem sie Schwarzers Feminismus als «verwandt mit einem alten kulturalistischen Imperialismus» benennt.

Ja, was also tun? Nichts weniger als «die Zerlegung der Hierarchie» und die «Geschichte demontieren, die ein solches Konzept» (des Patriarchats) hervorgebracht hat. Die Linke, die «keine Witze versteht», ist aber leider Realität. Und reproduziert so wiederum das Patriarchat.

Bernd Mensing, per E-Mail

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