Nr. 51/2017 vom 21.12.2017

Krieg und Frieden

Susan Boos tritt per Ende Jahr als Redaktionsleiterin der WOZ zurück. Als sie die neu geschaffene Funktion Ende 2004 übernahm, war Krisenzeit: ZeitzeugInnen erinnern sich an allgemein herrschendes Chaos, an offen ausbrechende Intrigen, an den Beinahekollaps der WOZ. «Mein Ziel ist es immer gewesen, dafür zu sorgen, dass Frieden herrscht, damit man streiten kann», sagte Boos einmal rückblickend. Die Friedensstiftung ist ihr gelungen – und viel mehr: Dreizehn Jahre später steht die WOZ finanziell solide da, und die Auflage konnte – völlig entgegen dem Branchentrend – kontinuierlich gesteigert werden.

Natürlich war das nicht Susans alleiniger Verdienst – aber sie hat wie keine Zweite dazu beigetragen. Erfolglos blieb Boos eigentlich nur in ihrer jahrelangen Betonung, dass sie keine Chefredaktorin sei – was verschiedene Medien nicht daran hinderte, regelmässig auf Boos’ Verdienste als «Chefredaktorin» hinzuweisen.

Die WOZ wird weiterhin keine Chefredaktion mit inhaltlicher Weisungsbefugnis haben. Bis zur Wahl des neuen Redaktionsleitungsteams werden Susans Stellvertreter Yves Wegelin und Kaspar Surber ihre Aufgaben übernehmen. Zum Schluss das Wichtigste: Susan bleibt uns erhalten – als das, womit sie sich schon immer auszeichnete: als Reporterin und Redaktorin.

Stadttaler für Bosshard

Fast dreissig Jahre lang hat Fredi Bosshard bei der WOZ gearbeitet – zuerst in der «Szene»-Redaktion, später in der Kultur –, bis er im April 2015 pensioniert wurde. Musikinteressierten ist er aber auch als (Mit-)Organisator von Jazzkonzerten bekannt, vor allem des Taktlos-Festivals in der Roten Fabrik. Nun bekam er aufgrund «seiner grossen Verdienste für den Zürcher Jazz» von Stadtpräsidentin Corine Mauch den Stadttaler überreicht. Wir gratulieren herzlich!

Rück- und Ausblicke

Anlässlich des Jahreswechsels blicken wir auf das durchgedrehte vergangene Jahr zurück («Das Jahr 1 n. Tr.»), analysieren die globale Gegenwart («Ungleich geht die Welt zugrunde») und schüren die Vorfreude auf künftige kulturelle Höhepunkte («Auf gehts in andere Sphären!»). Illustriert hat die Seiten Luca Schenardi, der dafür eine Carte blanche erhielt. Die nächste WOZ erscheint dann am 5. Januar 2018 – für einmal an einem Freitag.

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