Nr. 51/2017 vom 21.12.2017

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Abgöttische

Nicht nur beim Personal, sondern auch bei Präpositionen lässt sich trefflich sparen, sagte sich die NZZ und schrieb: «Anders als Österreich ist der Islam in der Schweiz zudem keine anerkannte Religion.» Au ja, Österreich, wir beten dich an, eine feste Habsburg ist unser Gott, und wenns in deinem Tempel gratis Sachertorte gibt, dann zahlen wir sogar wieder die Kirchensteuer.
Jürg Fischer

Bankgeheimnisvolle

Der Islam lässt sich aber auch nicht lumpen. Das Strassenmagazin «Surprise» wusste: «Die Scheich-Zayid-Moschee in Abu Dhabi (…) beherbergt den grössten handgeknüpften Gebetsteppich der Welt. Er ist 5625 Quadratmeter gross und besteht aus 2,2 Milliarden Konten.» Ein zeitgemässes Angebot: Geld und Geist kommen mehrmals täglich in direkte Berührung. Allfälliges Schwarzgeld kann gleichzeitig unter den Teppich gekehrt werden.
Jürg Fischer

Ornithogenetische

Dass aus der Gemse vor einigen Jahren eine Gämse wurde, bedeutet noch lange nicht, dass man andere Lebewesen der gleichen Prozedur unterzieht, sagte sich das Onlinemagazin «zentralplus»: «Was fasziniert Matteo Thun so sehr an der Arbeit mit Holz? ‹Holz bildet eine Patina und wird im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte immer schöner.› Insbesondere der Bereich aus Lerchenholz werde mit der Reife formvollendeter.» Differenzieren könnte man noch zwischen dem wunderschön abgewetzten Schnabel und dem tendenziell verstaubten Federkleid.
Jürg Fischer

Faunische

Einen tierischen Fehlgriff gibt es auch aus unseren Spalten zu vermelden. Im vorletzten KreuzWOZ versteckte sich angeblich in einem Eidotter ein Nagetier. Der Otter, der dann letztlich schlüpfte, ist aber mitnichten ein Nager, sondern ein schlichter Räuber wie sein Pendant, der Marder. Ganz so daneben wie der laichende Wal, den wir auch schon mal in der WOZ schwimmen liessen, ist diese Mutation nicht, aber wir erwägen trotzdem die Einschaltung eines zoologischen Fachlektorats.
Jürg Fischer

Generische

Eine ganz neue Sicht auf die peinlichen Vorgänge im Bundeshaus gelang «20 Minuten»: «Der Bund spricht Geld für eine Fachstelle, die belästigte Politiker betreuen soll.» Drum habe man am Dienstag entschieden, «belästigten Parlamentariern eine Anlaufstelle zu bieten». Kein Wunder, wollen die aufdringlichen Parlamentarierinnen alle anonym bleiben.
Karin Hoffsten

Schwankende

Nachgerade philosophisch stimmte uns der «Tages-Anzeiger» mit der Aussage: «In Glücksrankings liegen Länder, in denen tiefe Ungleichheit herrscht, immer zuvorderst.» Über die Festtage werden wir darüber nachsinnen, ob die betreffende Bevölkerung nun tiefe Not oder hohe Zufriedenheit empfindet.
Karin Hoffsten

Liebenswürdige

Nachdem die letzte Folge der SRF-Serie «Wilder» die Identität des Täters enthüllt hatte, entfuhr der Kritikerin auf schweizer-illustrierte.ch ein spontanes «Holly Shit!». Auch wenns gar keine Dame dieses Namens war, rufen auch wir Ihnen zum Jahreswechsel von Herzen zu: «Holly Shit!»
Karin Hoffsten

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