Nr. 09/2018 vom 01.03.2018

«Neonfische» in Lenzburg

«Einen Knochen tauschen wir» ist der Titel des ersten Gedichtbands von Meret Gut. Die 1989 geborene Autorin ist die jüngste Teilnehmerin am internationalen Lyrikfestival Neonfische im Literaturhaus in Lenzburg. Fast ein halbes Jahrhundert älter ist Ernst Halter, der auch in Lenzburg anwesend sein wird. Die Bandbreite der in Lenzburg präsentierten Lyrik zeigt sich jedoch nicht nur am Altersunterschied, sondern auch an den vielfältigen sprachlichen Zugängen der Gäste, von Klaus Merz über Jürg Halter und Raphael Urweider bis Cornelia Travnicek.

Internationales Lyrikfestival Neonfische in: Lenzburg Literaturhaus, Sa/So, 3./4. März 2018. www.aargauer-literaturhaus.ch

Silvia Süess

Albträume im Xenix

Kann man sich derzeit ein passenderes Programm vorstellen zu dem Land, das von einem Horrorclown regiert wird? «American Nightmare» heisst die neue Reihe im Kino Xenix, wobei nicht der reale Albtraum im Weissen Haus im Fokus steht, sondern das Werk von George A. Romero (1940–2017), der mit seinem Zombiefilm «Night of the Living Dead» einst das Horrorkino revolutionierte. Der Zombie ist ja «eine Art Universalmetapher der kapitalistischen Moderne», wie der Kurator (und WOZ-Filmkritiker) Lukas Foerster schreibt: «Er kann für den systemkonformen ‹Konsumzombie› genauso stehen wie für den ausgestossenen Anderen der bürgerlichen Gesellschaft.» Aber auch ohne Untote zielte Romero in seinen Filmen stets auf die Gesellschaftsanalyse, etwa im Seuchenthriller «The Crazies» (1973), der als Allegorie auf einen neuen Faschismus heute ungeahnt aktuell wirkt.

Ergänzt wird das Programm durch einige neuere Horrorfilme wie «Get Out» und «It Follows», die Romeros Erbe auf aufregende Weise fortschreiben.

«American Nightmare» in: Zürich Xenix, bis 28. März 2018. Genaues Programm: www.xenix.ch.

Florian Keller

Literatur in Zug und Taxi

Lesen unterwegs ist nichts Ungewöhnliches. Doch unterwegs einer Lesung beizuwohnen – das ist doch eine nicht ganz alltägliche Situation. Dies ist dieser Tage am Literaturfestival Literaare in Thun möglich. Da gibt es etwa den Literaturexpress: Im Zug von Bern nach Thun, Abfahrt am Samstag, 3. März, um 12.42 Uhr, liest Martina Clavadetscher aus ihrem Buch «Knochenlieder». Am Sonntag, 4. März, kann man gemütlich in Thun auf der Rückbank eines Taxis Platz nehmen, während vorne auf dem Beifahrersitz einE AutorIn vorliest. An der Literaare gibt es aber auch konventionellere Orte für Lesungen – unter anderen mit Sabine Gruber, Lana Lux und Eugen Ruge.

«Literaare» in: Thun verschiedene Orte, Fr–So, 2.–4. März 2018. www.literaare.ch

Silvia Süess

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