Nr. 21/2018 vom 24.05.2018

Mit Vergnügen

«Diesseits von Gut und Böse: Menschliche Anfechtungen», WOZ Nr. 18/2018

Ich lese mit hämischem Vergnügen die Ausführungen von Karin Hoffsten über die Stil- und Lebensartkolumne in einer (liberalen) Zürcher Tageszeitung (die ich ebenfalls abonniert habe). Sowohl die Frage wie auch die Antwort im «Tagi» zum Thema «Was schenke ich meinen sehr, sehr reichen Freunden?» hat bei mir natürlich auch grosses Befremden ausgelöst. Die «NZZ am Sonntag»-Antwort kannte ich nicht, die ist ja noch schlimmer.

Vielen Dank dafür, dass Sie das aufgenommen haben. Als autofreie Grüne und Nicht-mehr-Fliegerin möchte man bei solchen vermutlich sogar ernst gemeinten Fragen und Antworten aus vollem Halse losschreien, aus der Haut fahren, auf den Tisch hauen oder sonst etwas Aggressives anstellen. Vielen Dank für Ihren Schlusssatz: So sec!

Zum Glück gibts die WOZ!

Rosemarie Imhof, Allschwil BL

Artenvielfalt gefährdet

«Volksinitiativen: Vom Kuhhorn bis zum fairen Lohn», WOZ Nr. 19/2018

Gleich zwei Initiativen fordern Gott sei Dank, dass den Gewässerverschmutzern der Geldhahn zugedreht wird. Es hapert mit der dringend notwendigen Umsetzung des Gewässerschutzes. Nur noch ein bisschen die Biodiversität schädigen ist keine Lösung. Die Artenvielfalt ist jetzt gefährdet. Und auch wenn angeblich für uns Menschen die aktuell zugelassene Giftdosis im Trinkwasser unbedenklich sein soll, so sieht das für Kleinlebewesen in unseren Gewässern bestimmt ganz anders aus. Macht die konventionelle Landwirtschaft im gleichen Stil weiter wie bisher, verarmt unsere Tier- und Pflanzenwelt zusehends. Weniger, aber gesünder produzieren wäre mehr und ist für unsere Umwelt und langfristig auch für eine nachhaltige Landwirtschaft die bessere Option.

Martin A. Liechti, Maur

Geld wäre sicher

«Vollgeldinitiative: Über Sinn und Unsinn des vollen Geldes», WOZ Nr. 20/2018

Es ist einfach zu erklären, warum so viel Geld in Immobilien und an die Börse fliesst: 99 Prozent der Geldmenge (Banknoten und Buchgeld) kommen heute über Verschuldung bei privaten Banken in Umlauf. Für diese Schulden müssen laufend Zinsen und Zinseszinsen bezahlt werden. Dieses zusätzliche Geld kann nur durch erneute Verschuldung bei den Banken entstehen. Das heutige Geldsystem erfordert also ein exponentielles Wachstum der Geldmenge. Da aber die Realwirtschaft nicht so schnell wachsen kann, muss das überschüssige Geld zwangsläufig ins Finanzcasino fliessen. Im Vollgeldsystem kann Geld schuldfrei durch die SNB in Umlauf gebracht werden. Damit könnte der Zwang zu endlosem Wachstum beseitigt werden. Hiermit würde auch das Risiko einer Finanzkrise verkleinert werden. Der Umweltschutz wäre dankbar.

Dem Artikel sei noch ergänzend hinzuzufügen: Bei einer Bankeninsolvenz verspricht die Einlagensicherung heute zwar theoretisch eine Auszahlung von bis zu 100 000 Franken pro Konto, aber die Gesamtsumme ist auf 6 Milliarden Franken beschränkt. Das reicht in der Praxis für knapp 1000 Franken pro Einwohner der Schweiz. Im Vollgeldsystem hingegen wäre das ganze Geld auf den Konten sicher.

Albin Meyer, Zürich

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